vom Fuß bis hoch zum Erzgebirgskamm

Das Erzgebierge ist eines der größten deutschen Mittelgebirge mit langgestrecktem Gebirgrücken, Waldhöhen und moodurchsetzten kahlen Hochflächen in den Kammlagen und tief eingeschnittenen Tälern.

Mit Juli 2008 wurden die bisherigen Kreise Annaberg, Aue-Schwarzenberg, Mittlerer Erzgebirgskreis und Stollberg zum neuen Erzgebirgskreis zusammengelegt. Das Osterzgebirge und der südlich abfallende Hang in Tschechien gehören natürlich mit zum Erzgebirge.

Amtsberg

Amtsberg, Blick von der Dittersdorfer Höhe nach Süden
Gemeinde mit rund 3.900 EW (2012)
Die märchenhafte Gemeinde aus Weißbach, Dittersdorf und Schlösschen erhielt per Namensgebung einen hohen Amtsstatus. Die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses ist wohl inzwischen abgeschlossen...

Auerbach

Gemeinde mit 3.200 EW; 8,2km²; 471,6 bis 642,6 m ü.NN;
unweit von Chemnitz, gut über B95 Abfahrt Gelenau oder Thum erreichbar, auch B180;
Auerbach wurde 1447 erstmals als Amtsdorf von Stollberg erwähnt, war aber bereits im 11./12. Jahrhundert von fränkischen Siedlern durch Roden des großen erzgebirgisch-böhmischen Urwaldes gegründet worden.
Schnitzen, Klöppeln, Jagen und Geselligkeit scheint inzwischen das Lebensmotto der Gemeinde zu sein. Was absticht und einen Abstecher wert ist:
Das Zipfelhaus am letzten Zipfel weit oben am Waldrand. Blumenminiaturen.
Ein Rundweg mit Verweilzonen - immer noch nicht sehr geruhsam - an den schönsten Aussichtspunkten umschließt den Ort. Am Fuße des Greifensteingebietes und nahe dem Zschopautal gelegen, ist Auerbach ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen.

Bad Schlema

Gemeinde und Rheuma-Kurbad mit 6.227 EW (1999) auf 15,53 km² in einem Seitental der Zwickauer Mulde

Erzgebirgsland um Schlema

Bergbau (Kupfer, Silber, Eisen) wurde hier erst mit Kobaltabbau in Neustädtel mit Blaufarbenproduktion bedeutsamer. Ab 1946 erfolgte der Abbau von Uranerz, zu diesem Zweck auch 1952 der gesamte Ortskern und Kureinrichtungen.
Die stärksten Radonquellen der Welt sind seit 1913 bekannt.


Seit 1992 wird an den einstigen Kurbetrieb angeknüpft. Ein neues Kurhaus mit Gesundheitsbad entstand. Eine Revitalisierung der Landschaft (Info zur Expo 2000) und der 19ha großer Kurpark waren weitere Bausteine. Der Kurpark wurde umzäunt, damit zahlungskräftige Besucher unter sich bleiben können(?).
OT: Wildbach

Bärenstein

Gemeinde mit rund 2.400 EW (2012), 3.000 (1997); 3.800 (1989); 4.250 (1977) gegenüber dem tschechischen Vejprty (Weipert)

Der Bärenstein

Der Basalt-Berg Bärenstein 898m ü.NN - waldbedeckter Aussichtsberg mit gutem Blick auf die Talsperre Cranzahl.

In entgegengesetzter Blickrichtung im Pöhlbachtal (Uranabbau) erstreckt sich der gleichnamige Ort, der ab 1548 bis ins 19. Jh. kleines Ratsdorf unter Verwaltung von Annaberg war.
Ende 15. Jh. gab es hier die ersten bergbaulichen Aktivitäten. Im Mitte 17. Jh. war Bärenstein eines der größten Dörfer im Erzgebirge.
Ende 18. Jh. beginnende Industrialisierung
1946/54 Uranbergbau durch die SDAG Wismut und deutlicher Anstieg der Einwohnerzahl.
1970 staatlich anerkannnter Erholungsort
sehenswert:
- Rathaus (1898/99)
- Erlöserkirche (1655)
- St.-Bonifatius-Kirche (1929/21)
Ein Verleger aus Österreich hat dort angeblich eine Druckerei gekauft. Er trat unter verschiedenen Pseudonymen (Pugler, Kurt Felix!) auf und hat eine tiefe Schuldenspur hinterlassen.

Börnichen

Blick nach BörnichenGemeinde mit fast 1.100 EW (2005) auf 15,39 km²; mit den Gemeinden Grünhainichen und Waldkirchen zum Verwaltungsverband Wildenstein gehörend;
1349 erstmals erwähnt im Lehnbuch Friedrich des Strengen(?)
sehenswert:
Kirche im Jugendstil und die Schwarzmühle - einziger Ort in Deutschland, an dem Butterformen noch mit der Hand hergestellt werden. Holzverarbeitung hatte hier stets Bedeutung. Der Kistenbau in Deutschland hat seinen Ursprung in Börnichen. In fast jedem Haus wurde einst was aus Holz produziert. Noch heute leben viele Einwohner recht und schlecht von der Fertigung von Volkskunst- und Holzspielwaren.

Bernsbach

Gemeinde mit 4.726 EW 2000; 8,75 km²; 400 bis 720 m über NN; A 72 Hof nach Chemnitz, Abfahrt Stollberg oder Hartenstein; B 101
1240 vermutlich von fränkischen Siedlern gegründet und erstmals urkundlich erwähnt; um 1538 Hammerschmiede und Verzinner werden ansässig, um 1520 ? 1550 Bergbau, 1691 Loslösung von Beierfeld; ab 16. Jhd. Spitzenklöppelei, ab 17. Jhd. Entstehung der Löffelmacherei; um 1800 Beginn der Herstellung von Feuerschwämmen, Schwefelziehen und Entwicklung des Petschaftstecherhandwerkes (amtliche Siegel, Stempel)
1900 Bau der Bahnlinie fördert industiellen Aufschwung; 1908 Betrieb der Firma Schneider und Korb - heute noch größter Betrieb im Ort
natürlich:
Naturschutzgebiete am Schwarzwassertal und Dorfbach Bernsbach
nicht zu übersehen: Windkraftanlagen

Bockau

Wurzel-Bucken-Gemeinde mit rund 2.400 EW (2012), 2.824 (1999); 19,15 km²; seit Jahrhunderten wird hier Angelika angebaut, diese nach dem Engel benannte gelbblühende Pflanze, und daraus (einst) Medizin und immer noch Likör hergestellt. Waldreich und erholsam.

Borstendorf

Gemeinde mit rund 1.300 EW (2012)
Hallo Borstendorfer - schreibt uns doch mal, zum Beispiel was es mit den Borsten auf sich hat...
OT Floßmühle;
mit Deutscheinsiedel. So neu nicht, aber immer noch recht einsiedlerisch, vielleicht sogar erholsam?

Crottendorf

unentbehrlich fürs Rachermannl

Gemeinde mit 5.029 EW 12/1998 auf 36,45 km²; ins Zschopautal eingebettet zwischen Berge (am Fuße des Fichtelberges); lieferte jahrhundertelang begehrten Marmor. Im 19. Jh. gewann und verarbeitete ein Betrieb Kalk als Rohstoff für die Zellstoffindustrie.
Die im 12.Jh. entstandene Wasserburg wurde als Schloss umgebaut, wieder ein Schmuckstück des Ortes, umgeben mit gepflegter Parkanlage;
Ensemble schöner Fachwerkhäuser mit Wehrkiche (1654)
Freibad in Walthersdorf

Deutschneudorf

Gemeinde mit reichlich 1.100 EW (2007) auf 8,03 km² in 650 m ü.NN.
grenzt an den tschechischen Ortsteil Mníšek v Krušných horách. Im Westen liegen Olbernhau und Seiffen/Erzgeb., im Norden Neuhausen/Erzgebirge.
Ortsteile/Eingemeindung:
Brüderwiese, Deutscheinsiedel, Deutschkatharinenberg, Oberlochmühle

Drebach

Gemeinde mit rund 5.500 EW (2012) und noch mehr nackten Jungfern. Wann die sich zeigen, ist nicht genau vorher zu sagen. Wohl ab Mitte März in jedem Jahr. Am besten ruft man vorher im Rathaus an. Die müssen es schließlich wissen, wie es auf den Dorfwiesen so aussieht. Denn die Gemeinde muss gewappnet sein auf den Ansturm der Schaulustigen. Und ehrlich - wer sieht nicht gern was zartes Taufrisches? Da macht sich sogar mancher Gelenauer auf die Socken.
beachtlich: Zeiss-Planetarium mit Sternwarte Drebach
persönlich: Hier ist die Wirkungsstätte des tollen Menschen und beliebten Autoren Karl Sewart.

OT Scharfenstein

Der scharf steinharte Ort fand 1349 erste urkundliche Erwähnung. Einst weltberühmt durch bedeutende exportintensive Kühlschrankproduktion (DKK), die aber durch gezielte Diffamierung zusammenbrach. Die Produktionsstätte wurde schließlich abgerissen.

Die Burg Scharfenstein über der Zschopau mit Museum (Spielzeug, Weihnacht) bietet auch zahlreichen Events.


weitere Ortsteile:
Venusberg mit Freibad und Spinnerei, Grießbach, Wilischthal, Wiltzsch und Im Grund

Ehrenfriedersdorf

Ehrenfriedersdorfer Markt Stadt mit 5.566 EW 7/1999; 6.300 EW 1980; 15,86km²; Hier bestand Schuh-, Strumpf-, Wirkwaren- und Posamentenindustrie sowie Geräte- und Werkzeugmaschinenbau. Die Wehrkirche St. Nikolai von Ehrenfriedersdorf birgt als Kostbarkeit einen berühmten sechsflügeliger Schnitzaltar, den man Hans Willen oder Hans von Köln (jedenfalls Hans!) zuschreibt

Im Greifensteinmuseum Dokumentation über den Zinnbergbau.

Eibenstock

Stadt mit 7.410 EW (1999); 7.000 (1985) auf 90,34km²;
ehemals Churfürstliche Sächsische Freye Bergstadt; später weltberühmt durch Stickerei (Museum);
sehenswert:
- Jugendstil-Rathaus 1907 mit Ornamenten, Bleiverglasungen, Ratssaal mit Tonnengewölbe
- Parkanlage mit Brunnengrotte und Stollenmundloch;
- Stadtkirche (1864-68) Neoromanische mit 64m hohem Turm.

Trinitatiskirche in Carlsfeld, ErzgebirgeOT Carlsfeld: einer der schneesischersten Orte Deutschlands und die Trinkwassertalsperre "Weiterswiese" ist die höchstgelegene Deutschlands;
Dreifaltigkeitskirche (1684-88), Barock. Sie ist älteste Rundkirche Sachsens, erbaut nach Vorbild der Dresdener Frauenkirche, Entwurf von Wolf Caspar von Klengel;
Heimat- und Stickereimuseum am unteren Markt in ehem. Fabrikantenvilla;
Großer Krallichsee - Hochmoor auf dem Erzgebirgskamm
OT Wildenthal: tief im wilden Tal der Großen Bockau, alte Zollhäuser, Ortspyramide; im 16. bis 17. Jahrhundert arbeiteten hier ca. 300 Bergwerke, auch etliche Hammerwerke. Heute ist der Ort ohne jede Industrie; Auersberg 1019m mit Aussichtsturm und Berghotel - zweithöchster Berg in Sachsen
OT Blauenthal: größter Wasserfall seiner Art in Sachsen;
Wolfsgrün: Schlösschen; 
Neidhardtsthal: bietet ne Menge Reitspaß und ist sozusagen der Ursprung der Zwickauer Mulde, nachdem das Wasser die Staumauer verlässt;
Teufelsschloss - mittelalterlich, etwas versteckt in der Nähe ein Ringwall

OT Sosa

eingmeindet 20XX(?) mit 2.311 EW (1999); 21,99km²; 600-817 m ü.NN. im Zentrum des schönen Auersberggebietes.
Umgeben von dichten Wäldern, streckt sich das Dorf entlang des Sosabaches. Der plätschert munter zur Talsprerre des Friedens im Höllengrund. In den Meilern wird wieder öfter geköhlert und die Luft mit frischen Harzduft geschwängert. Die Hausdächer sind weiterhin spitzgiebelig und mit Naturschiefer gedeckt, dunkel gebälkt und weiß getüncht und der Tradition verpflichtet. Die Hauptstraße sieht einfach gut aus. Auch Erze wurden hier lange abgebaut und findet man auch noch als Hobbygeologe.

Gornau

Gemeinde mit rund 3.800 EW (2012) an B174 zwischen Chemnitz und Zschopau, nicht nur dadurch interessant. Denn will man "wohlinformierten Kreisen" glauben, wurde zwar 1445 ein Ort Gorn erwähnt, doch seit nachher auch noch die Au zur Flur kam, scheint die Ortsgeschichte reine Kirchengeschichte zu sein. Und natürlich wurden mit Gott Adolfs Hilfe 1934 Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen ergriffen, wärend die Russen 1946 die Strupffabrik demontierten. Ach ja, spät aber zur rechten Zeit wurde 1941 eine Freiwillige Feuerwehr gegründet.
Eingemeindungen 1994:
- Dittmannsdorf
- Witzschdorf, seit 1399 nachweisbar, echt ehrwürdig also und vorübergehend sogar industrialisiert , wurde 1872 durch eine Arbeitersiedlung an der Waldstraße erweitert.

Großolbersdorf

Gemeinde mit 3.000 EW (2000); 20km²; 1336 genannt;
Grabstätte des Volkshelden Karl Stülpner; Dorfmuseum Sättlerhaus seit 1995 u.a. mit Strumpfwirkerstube; OT Hohndorf; OT Hopfgarten; ökologisch wertvolle Seitentäler der Zschopau
Wurzelbach; Ausritte und Kutschfahrten
Seit 16. Jh. werden in der Spanziehmühle hölzerne Faltenrockengel, Blumenkinder und weitere kleine Kunstwerke aus Ahorn, Buche, Esche und Birne gefertigt - heute (Verkaufs-)Ausstellung in Europas einzig erhaltene Spanziehmühle, technisches Denkmal.

Grünhainichen

Gemeinde mit Rochhaus-Mühle
Waldkirchen ist seit 2009 Ortsteil der Gemeinde. Eine tourbee-Zählung ergab 900 EW (6/2001)

Waldkirchen an der Zschopau, Rollemühle

Für den OT Zschopenthal wurde 1563 erstmals eine Mühle erwähnt. 1856 erwarb Bäckermeister Christian Friedrich Rolle im hohen Alter von 101 Jahren diese und gründet die Firma C.F.Rolle - seit 1990 wieder Privatbetrieb. Die Mühle arbeitet seit 1992 mit Strom, gewonnen aus der Wasserkraft der Zschopau. Seit 1993 wird hier sächsisches Bio-Getreide gemahlen, im Mühlenladen wird verkauft. Eine Hausbäckerei ist auch vorhanden.
Kobaltblau: Wo wahres Blau gefärbt wurde, blieb das Gift aus.

Heidersdorf

Gemeinde mit rund 850 EW (2012)

Hohndorf

Gemeinde mit 3.700 EW (2912) auf 5km²

Hormersdorf

Gemeinde mit 2.200 EW 1990;
1655 erhielt Jöhstadt die Stadtrechte verliehen.
Getreide, Rechen und Strumpf im Wappen - jedoch von ausgeprägter Mischbebauung durch Industrialisierung im vorigen Jh.;
Jugendherberge nahe am Greifensteingebiet und Geyrischen Stausee;
am Nordrand der Geyrischen Hochfläche erstreckt sich das kleinste Hochmoor des Erzgebirges, seit 1961 unter Naturschutz und über einen Knüppeldamm begehbar;
OT Günsdorf mit ca. 300 EW

Jöhstadt

Die Bergstadt mit 3.524 EW 12/1999; 49km²; Jöhstadt befindet sich in waldreicher Kammlage des oberen Erzgebirges, in einer Höhenlage zwischen 670 und 821 m ü. NN. unmittelbar an der Grenze zu Böhmen.
Jöhstadt wird von einheimischen liebevoll "Staadtl" genannt. Der Ort und seine reizvolle Umgebung bietet vielfältige Möglichkeiten für Urlaub und Entspannung.
sehenswert:
- Markt mit Postdistanzsäule (1730)
- Kirche St. Salvator
Ortsteile:
- Grumbach
- Schmalzgrube: Eisenlehrpfad mit Schmelzofen (15.?/16. Jh.), Hammer-Herrenhaus (1766)
- Steinbach: 1401 erstmals urkundlich erwähnt, 1696 schönstes DorfSachsens, viele gut erhaltene Fachwerkhäuser, Kirche 1686

Königswalde

Gemeinde mit rund 2.400 EW (2008) auf 19,54km² in 537m ü. NN.;
begrenzt vom Pöhlberg 550m, um 1250 entstandenes, lange Zeit geteiltes, typisches Waldhufendorf im Pöhlatal mit schönen Fachwerkhäusern, Dorfkirche mit barockem Kanzelaltar

Lauter-Bernsbach

Stadt mit 9.100 EW (2012), 5.400 (1985) auf 21,54 km² zwischen Aue und Schwarzenberg an der Silberstraße;
1159 wurde Lauter wurde im Talkessel des Schwarzwasserflusses als Waldhufendorf gegründet.
1962 erhielt Lauter die Stadtrechte. Kleinere und mittlere Metallwarenfabriken, die fabrikmäßige Herstellung von Spankörben und Handwerksbetriebe waren das wirtschaftliche Potential des Ortes. An mehreren Stellen finden sich noch Bauernhöfe oder Korbmacherhäuschen mit reizvollen Mustern an schieferverschalten Giebeln, Fachwerksgeschossen und Krüppelwalmdächern. Der letzter Korbmacher weit und breit ist in der Schlossstraße zu finden.
Seit 1732 werden hier labormäßig Kraft der Wiesen und Wildfrüchte destilliert zu weltberühmtem Lauterergold, zur Lauterer Luft(?) und zu Vugelbeertroppn in der kleinsten funktionstüchtigen Spirituosenfabrik Deutschlands - dem Getränkewerk "Lautergold". Um Besucher schon von weither zu erkennen, erhielt das in Ortsmitte liegen Rathaus ein Aussichtstürmchen.
2013 wurde Bernsbach mit der Stadt Lauter vereint zur neuen Stadt Lauter-Bernsbach.

Lengefeld

Museum Kalkwerk Lengefeld

Die Stadt hat ca. 3.100 EW und erstreckt sich über 5 km vom tiefsten Punkt, Rauenstein, mit 373 m über NN bis zum höchsten Punkt, dem Adlerstein, mit 674 m über NN.
1369 als Dorf urkundlich erwähnt; 1522 Stadtrecht. Wahrscheinlich bestand hier schon um 1200 mit der Burg Rauenstein - heute sehenswertes Schloss - eine Siedlung. Im 15./16. wurde auch in Lengefeld nach Erz geschürft, ohne ausreichend fündig zu werden. Jedoch wurde eine reiche Kalksteinlagerstätte entdeckt. Da der große Bergsegen ausblieb, wurden nur der viereckige Markt und die Anfänge der Straßen der Bergstadt bebaut.
Das Technische Museum Kalkwerk Lengefeld ist das besterhaltendste Denkmal der Bindemittelindustrie. Die Bauern fuhren lange Jahre mit dem Pferdegespann vor, um dann ihre Felder kalken zu können. Der Kalkmesser war für die technische Leitung des Kalkwerkes verantwortlich und führte ansonsten das Gasthaus. Seit fast 450 Jahren wurde hier ohne wesentliche Unterbrechung dolomitischer Kalkstein abgebaut. Im Stollen des Kalkwerkes wurden übrigens 1945 100 Meisterwerke der Dresdner Gemäldegalerie eingelagert - Tizians Zinsgrischen, Holbeins Bildnis des Morette...Ursprung zählte über 600 EW (1990), etwa genau so viel wie 1843;
1486 erstmals genannt, also relativ späte Gründung und klein, diente Ursprung vorwiegend der Unterbringung von Fronarbeitern und Jagdtreibern von Stollberg. Bis Anfang 19.Jh. wohl auch Holzkohlen, Torfstechen und Erzwaschen von Bedeutung. Zwei wichtige Mühlen arbeiteten noch bis 1930. Neben Landwirtschaft war man auch mit Handel, Handwerk und Textilgewerbe befasst.

Mildenau

Gemeinde mir rund 2.700 EW (2012)
sehenswert:
- Kehrerhaus, Fachwerk-Umgebindehaus mit geschweiften Andreaskreuzen mit Nocken
- Kirche im klassizistischem Stil
Arnsfeld: Baudenkmal Hammerschänke, Fachwerkhaus einer ehemaligen Mühle; Grenzübergang nach Tschechien

Niederdorf

Gemeinde mit 1.260 EW auf ca. 13km² nördlich Stollberg mit direktem Autobahnanschluß zu A4 Dresden-Chemnitz-Zwickau-Plauen-Hof usw.

Oelsnitz/Erzgeb.

Erzgebirgsstadt mit 10.686 EW, ca. 20km²; gegründet um 1220

Oelsnitz im Erzgebirge, am Bergbaumuseum

Ist die Stadt tatsächlich ausgeschlafen?
Der Karl-Liebknecht-Schacht grüßt munter mit Kupferoxyd grünem Dach ins Land, kündet von Bergbaustolz und Erfolgen im einstigen Lugau-Oelsnitzer Steinkohlerevier. Bis 1971 der Letzte Kumpel einfuhr, wurde manche Produktionsschlacht geschlagen, mit Deputatsalkohol die Norm gebrochen. Jetzt ist man auf dem Hunt und stark frequentiertes Bergbaumuseum an der Pflockenstraße in Neuoelsnitz.
zugehörig: Neuwürschnitz, ...

Olbernhau

Stadt mit 12.000 EW 1985;

Schwarzwässerchen, bevor es zum Schwarzwasser wird

1346 erste urkundliche Erwähnung
1902 erhielt Olbernhau Stadtrecht.
Viele Profan- und Sakralbauten sind mit dem im Grünthaler Hammerwerk hergestellten Dachkupfer gedeckt - gerade so wie der Dresdner Zwinger oder der Stephansdom in Wien. 1711 weilte Zar Peter I. in der Saigerhütte Grünthal und war begeistert. Heute ist diese 1537 gegründete Hütte das einzige erhaltene europäische Bauensemble der Buntmetallurgie und Museum.


OT Blumenau - sehenswert:
Rathaus 15.-16. Jh. mit dem ersten Deutschen Strumpfmuseum im Mühlenanbau und dem ehemaligen Rittergut, schönen Teich, Hofwall und Pfauengehege; lädt es zu einem Rundgang ein.

Pfaffroda

Gemeinde mit rund 2.650 EW (2012), an Sayda grenzend
sehenswert:
- das Dörnthal und ein Drachenwald
- seltene alte Wehrkirche
- Ölmühleim Dörnthal, Braun Mühle mit Restaurant Hauptstraße 55
- Schloss derer von Schönberg, jetzt Seniorenheim und Museum
zugehörig:
Dörnthal ist ein Ortsteil der Gemeinde

Pockau

Gemeinde mit 3.900 EW (2012) in 490 - 710 m ü.NN. am Zusammenfluß der Pockau mit der Flöha, in einem weiten Talkessel, wo Wiesen grünen und Bäche murmeln.
Um 1300 durch Ansiedlung von Bauern gegründetes Waldhufendorf , heute ein Ferienort mit kleinstädtischen Charakter. Tief in Fels eingeschnitten haben sich hier die Rote und die Schwarze Pockau. Der Nonnenfelsen im Naturschutzgebiet Schwarzwassertal ist ein Besuchermagnet, auch der nahe Katzenstein bei Pobershau. Wer die Einsamkeit sucht, der wandere dem Wasser entgegen bis an seine Quelle.
OT: Görsdorf, Forchheim, Wernsdorf und Nennigmühle typisch ländlich.
sehenswert:
1653 erbaute Amtsfischerei (Vereinshaus); Ölmühle Ende 18.Jh. mit kleinem Museum von hohem technischen Wert; Park mit Freilichtbühne.

Raschau-Markersbach, Grünstädtel

Gemeinde mit rund 5.300 EW (2012), 4.765 (2000); 21,20 km²; 480 bis 510m ü.NN., gleich neben Schwarzenberg gelegen an B 101

Raschau

erstmals 1240 urkundlich erwähnt mit Schenkung an Kloster Günhain;
Mitte 19. Jh. Übergang vom Bauern- und Bergarbeiterdorf zur Industriegemeinde: Metallfabriken, Emaillewerk (Familienbetrieb mit über 260jährige Tradition), ein Pappen- und Kartonagenwerk, gar eine Korkfabrik
nach 1945 entstanden Ortsteil Raschau II (Unterkünfte für Uran-Bergarbeiter) und 1969/71 das Rudolf-Harbig-Wohngebiet
sehenswert:
- Bauernhöfe im Fachwerkstil (bis aus 1688),
- Denkmal Kalkofen mit 2 gut erhaltenen Brennöfen (19. Jh.) eines ehem. Kalkwerkes
- Naturschutzgebiet Almhof
OT Langenberg, Schwarzbach
OT Grünstädtel: Barockkirche (1724)

Markersbach

Gemeinde mit 2.105 EW 1999; 18,32 km²;
bemerkenswert:
- Pumpspeicherwerk, eines der größten in Europa mit guter Aussicht vom Oberbecken 850m
- eiserne Bahnbrücke (237m lang, 37m hoch, seit 1889 in Betrieb!),
- älteste Dorfkirche Sachsens (1200)

Schlettau

Blick nach Schlettau, links der Scheibenberg
Stadt mit 2.789 EW 12/1998; 18km²
sehenswert:
- Schloss mit Heimatmuseum und schönem Park
- Stadtkirche St. Ulrich mit Mönchsgesicht an der Kirchenmauer
- Rosenpark mit Teichanlage
OT Dörfel, nahe am Scheibenberg

Schönheide

Industriegemeinde (?) mit 5.786 EW (1999) auf 28,10 km² am Kuhberg;
Naherholungsgebiete am Eibenstock-Stausee und am Fuchsstein
Kunsteis- und Rollschuhbahn, Schwarzwinkel

Sehmatal

Gemeinde mit 7.910 EW; 44,46km²; Garnveredelungswerke?
Sehma - Kirche (1898) im eklektizistischen Stil
Neundorf - Torfmoor mit Lehrpfad, Waldlehrpfad, Steinbrücke mit Schlussstein, zwei Fachwerkhäuser und ein Kalter Muff
Cranzahl hat(te) Textilindustrie. 1948/51 wurde bei dem Dorf eine Trinkwassertalsperre angelegt. Schmalspurbahn 1896 bis nach Oberwiesenthal - Im Januar 1914 beförderte s Bahnl 35.000 Reisende!

Kurort Seiffen

Spielzeugdorf mit 3.100 EW 1997; 500-833 m ü.NN. im Talkessel zwischen Ahornberg 823m, Schwartenberg 789m und Reicheltberg 714m;

Seiffen Bergkirche © steschum

Die Ortsbezeichnung Seifen = Erzwaschen weist auf die Besiedlungsanfänge hin. Bergleute und Glasmacher begründeten eine lange Tradition, die in manchem Holzspielzeug weiterlebt. Seiffen ist weltberühmtes Zentrum erzgebirgischer Volkskunst mit Spielzeug, das auch Erwachsene verzaubert. Seit 1760 wird das Wasserkraftdrehwerk betrieben, gute Basis für die in der Welt einmalige Reifendreherei. Bergmann, Engel, Musikanten, Pyramiden, Nußknacker-Könige, Leuchter und - Spielzeug.

nicht vergessen:
- Bergkirche (1779, Baumeister Christian Reuther), achteckig
- Erzgebirgisches Freilichtmuseum im OT Heidelberg mit Reifendreherei


Stützengrün

Wo geh mor hi? Nach Stitzngri!
Was mach mor draußen? Äppl mausen!
(Volksmund)

Bürstenmachergemeinde mit 4.092 EW; 28,37km²; am Kuhberg 795 m ü.NN mit glasüberkuppelten Aussichtsturm und am Rande (Weißbachtal) der Talsperre Eibenstock.
zugehörige Ortsteile: Hundsübel, Lichtenau

Tannenberg

mit Passklausenturm und Kirche (1736);
Die ehemalige Grube Tannenberg aber liegt nicht hier, sondern im Tannenbergsthal der Gemeinde Muldenhammer.

Thermalbad Wiesenbad

Gemeinde mit 3.937 EW (1998) auf 24,62km²; nördlich von Annaberg-Buchholz im Zschopautal
OT Wiesenbad 1.200 EW, bekannt durch eine große Flachsspinnerei, vor allem aber als Thermalbad. Das Mineralwasser (22?C) wird seit 1501 genutzt. Im 17.Jh. gehörte Wiesenbad zu den bekanntesten deutschen Badeorten; Reha-Klinik Miriquidi.
sehenswert:
- hübscher Kirche
- Riesenburg, 1539 von Adam Ries erworben, noch von den Nachfahren bewohnt.
weiter Ortsteile:
Wiesa, Schönfels, Neundorf

Thum

freundliche Kleinstadt und staatlich anerkannter Erholungsort mit 3.300 EW 1997; 4.000 EW 1980; 500-600m ü.NN., hübsch zwischen den tobenden Jahns- und Thumbach an der B95 gelegen
Thum wurde als Waldhufendorf in 13.Jh. angelegt.
1396 wurde THum erstmals urkundlich erwähnt; Kauf der Gerichtsbarkeit und damit Stadtrecht 1469 erhielt Thum mit Aufschwung des Bergbaus die Stadtrechte verliehen. Aufschwung erlangte T. allerdings mehr durch eine gut gehende Landwirtschaft und als Handelszentrum der Umgebung.
15.01.1648 letzte Schlacht des 30jährigen Krieges auf sächsischem Boden (Stadtpark);
Hier war der verkehrsreichste Knotenpunkt des sächsischen Schmalspurbahnnetzes;
Die erste Brauerei in der Region war die Thumer Dampfbrauerei um 1850. Die Dampfmaschine gab ihr den Namen, die zur Herstellung von Hefereinzucht (klares Bier) wichtig war.

tropisches Thum

Thum hat einen kleinen Tiergarten und eine seit langem berühmte Kakteenanlage am Rathaus (Herrenhaus des ehemaligen Rittergutes Dorfthum).


OT Jahnsbach, besiedelt um 1200 als zweiseitiges Waldhufendorf, bietet eine direkte Zufahrt zum Greifensteingebiet (wenn nicht gerade gesperrt), doch auch gut zu erwandern;
OT Herold: im schmalen Wilischtal vom Karftberg, Löffelberg, Schafberg und dem Knochen (besonders steile Berge sind Knochen!) umgeben; besiedelt um 1300; ältestes Kalk- und Marmorwerk des Erzgebierges

Zschorlau

bürgernahe Mondputzergemeinde mit 6.145 EW; 22km²;
Namentlich erinnert Zschorlau an Zschopau, liegt jedoch unweit westlich von Aue und damit südlich von Schneeberg. Gründungsurkunde fand sich bisher keine. Als frühester Nachweis zählt ein Gerichtssiegel aus 1413.
OT Burkhardtsgrün wurde von Burgold von Swarzinberc zwischen 1310 und 1320 als Hof Burgoldisgrün angelegt, 1395 als Dorf und Gut derer von Schwarzenberg erstmals urkundliche erwähnt; 1996 eingemeindet.
Albernau, OT seit 1998; wurde 1524 erstmals urkundlich erwähnt.
Wie Fast alle Ortschaften der Region hinterließ auch hier der Durchzug der Holkschen Truppen im Dreißigjährigen Krieg nachhaltige Spuren, so auch 1633 eine Pestepedemie, an der 229 von kaum 800 Einwohnern starben. Ein Teil der Bewohner lebte wohl oder übel etwa 8 Jahre im Wald verborgen, was sicher ein Zusammengehörigkeitsgefühl förderte, das über Generationen und Kontinente hält.
Dörflich (ab 1926 gab es sogar mal eine Fabrik August Weller) und gastfreundlich, ein guter Fleck - zum Wohnen auch?

Städte und Gemeinden im Kreis / EW geschätzt
Amtsberg Annaberg-Buchholz Aue Auerbach Bad Schlema Bärenstein Börnichen Bernsbach Bockau Borstendorf Breitenbrunn Burkhardtsdorf Crottendorf Deutschneudorf Drebach Ehrenfriedersdorf Eibenstock Elterlein Erlbach-Kirchberg Gelenau Geyer Gornau Gornsdorf Grünhain-Beierfeld Großolbersdorf Großrückerswalde Grünhainichen Heidersdorf Hohndorf Hormersdorf Jahnsdorf Johanngeorgenstadt Jöhstadt Kemtau Königswalde Lauter Lengefeld Lößnitz Lugau Mildenau Marienberg Meinersdorf Neukirchen/Erzgeb. Niederdorf Niederwürschnitz Oberwiesenthal Oelsnitz Olbernhau Pfaffroda Pockau Raschau-Markersbach Scheibenberg Schlettau Schneeberg Schönheide Schwarzenberg Sehmatal Seiffen Stollberg Stützengrün Thalheim Tannenberg Thum Wolkenstein Zschopau Zschorlau Zwönitz