Umland und Südraum von Leipzig


Mit Juli 2008 wurde der Kreis Leipziger Land mit dem bisherigen Muldentalkreis zusammengelegt.
Der Leipziger Südraum ist stark durch Kippen, Halden und Seen aus dem Braunkohleabbau geprägt. Doch schon wächst eine neue Landschaft, die letzte Zeugnisse der Pleißetaljäger (vor 3000 Jahren), der Zwenkauer und Breunsdorfer Ackerbauern (vor 7000 Jahren), Töpferwaren (Bandkeramik). Ab 7. Jh. erfolgte die Besiedlung durch Slawen, um 1100 Einwanderungen aus Franken.
Neue Wälder und Seen entstehen am alten Siedlungsgebiet.

Das reizvolle Muldental weist zwischen Bad Düben und der Rochsburg mehrere kulturhistorisch interessante Städte und zahlreichen Burgen auf, die einst der Sicherung der Gebiete diente, die den Slawen abgerungen wurden.

Belgershain

Gemeinde mit rund 3.350 EW (2012) mit den Ortsteilen Belgershain, Köhra, Rohrbach, Threna

Bennewitz

Gemeinde mit rund 5.000 EW (2012) mit den Ortsteile Altenbach, Poppitz, Püchau, Schmölen

Böhlen

Stadt mit ca. 7.300 EW ( 2001 ) auf 2.445,44 ha ( 2000 ) ca. 126 ü.NN. nur rund 15 km südlich von Leipzig, in der Leipziger Tieflandsbucht gelegen
1964 erhielt Böhlen die Stadtrechte.

Borsdorf a d Parthe

Gemeinde mit rund 8.300 EW (2012) östlich von Leiptig, bestehend aus den Ortsteilen Borsdorf, Panitzsch, Zweenfurth

Colditz

reizende Kleinstadt mit 6.800 EW (1980) im Tal der Zwickauer Mulde;
1046 wurde "Teitzig" in Schenkungsurkunde Kaiser Heinrich III. erstmals genannt.
1265 wurde Colditz erstmals urkundlich erwähnt.
beherrschend das Schloss (16. Jh.), 1939-45 Gefangenenlager für alliierte Offiziere, jetzt Tagungsstätte und Workshops.
wichtig:
Der VEB Porzellanwerk Colditz war eines der modernsten Porzellanwerke Europas mit hohem Exportanteil.
mit zugehörig: Hohnbach, Lastau, Möseln

Frohburg

Stadt mit ca. 4.300 EW (2003) auf 60,74 km² an der B95 mit legendärer Rennstrecke, einem Schloss aus dem 16. Jh. und einer anmutigen noch älteren Kirche mit güldener Wetterfahne.

Ihre Entstehung und den Namen verdankt die Stadt der Errichtung einer deutschen Burg am ausgehenden 10. Jahrhundert. Ihr oblag es, die Königsmacht gegenüber den in der Umgebung schon ansässigen Sorben zu verkörpern und den Schutz zweier wichtiger Handelsstraßen zu sichern. Hier kreuzten sich Straßen von Nord nach Süd und von West nach Ost mit jeweils eigenen übergängen durch die Wyhra.
In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts ist Frohburg als Burg mit Siedlung erwähnt.
1233 erhielt Frohburg die Stadtrechte verliehen.
Burggraf Albert II. von Altenburg ließ 1233 eine Schenkungsurkunde anfertigen. Die Schenkung erfolgte an die dem heiligen St. Michael geweihten Kirche. Stadt und Kirche bildeten über Jahrhunderte eine Schicksalsgemeinschaft. Die Geistlichen wurden immer von den Grundherren berufen und bestätigt. Die Stadt hatte keine Rechte, keine Statuten und keine Verwaltung.
Haupterwerb waren die Landwirtschaft, Weberei und Töpferei. Brände und Kriege schränkten die Entwicklung immer wieder ein. So brannten z. B. im Jahre 1600 76 Häuser, 1632 97 Häuser mitsamt der Kirche, 1685 wiederum 60 Häuser und 1717 112 Häuser und Scheunen ab. Im 30jährigen Krieg hatten die Frohburger wie überall in Deutschland viel Not und Leid zu ertragen. Am Ende des Krieges standen in Frohburg nur noch 60 Häuser.
Alles Geschehen wurde vom Schloss aus gelenkt. Einzig ein sogenannter Kommunevorsteher war für die Bürger der Mittler zwischen ihnen und der Grundherrschaft.
1831 erscheint in Sachsen eine neue Verfassung. Dadurch erhielt die Stadtgemeinde ihre Selbständigkeit. 1834 wurde erstmals ein Bürgermeister gewählt. 1856 wurde das staatliche Amtsgericht eröffnet und 1887 das neu erbaute Rathaus eingeweiht.
Das Schloss und das Rittergut fiel als Erbschaft 1853 an die Familie von Falkenstein, die durch die Heirat mit der Familie Krug von Nidda später verbunden war.
museal:
Schlossmuseum Hainichener Str. 5a
Ortsteile:
Benndorf, Bubendorf, Greifenhain, Streitwald, Eschefeld, Frauendorf, Nenkersdorf, Roda und Schönau.

Groitzsch

Stadt mit etwa 7.000 EW (1985), 1039 erste ukundliche Erwähnung (Pegauer Annalen)
Nach Unabhängigkeit von der bis 1830 währenden Vasallenherrschaft industrielle Entwicklung und Ausdehnung der Stadt; 1834 Vereinigung von Stadt und Vorstadt. Groitzsch war ein Zentrum des Schuhmacherhandwerks - 1850 Schuhfabrik C.R. Meischke, später "BELLA"-Schuhe mit DDR-Export, heute Schuhläden.
erbaulich:
Burgwall (10. Jh.); gründerzeitlich Bürgerhäuser dominieren im Stadtbild.
Wiprechtsburg (Wiprecht von Groitzsch) im NO - Ruine mit ältesten erhaltenen Steinbauten Nordwestsachsens (1080)

Kitzscher

Stadt mit rund 5.200 EW (2012)
1251 erste urkundl. Erwähnung als Herrensitz von Guntherus de Kiczschera;
1964 Stadtrecht
Rittergutsanlage mit Porphyrwappenstein des 18. Jahrhunderts; Schloss Abriß 1950 - das nicht jedes Schloss erhalten blieb, kann man nicht der DDR anlasten. Selten gibt es mehr alte Burgen und Schlösser als hier im Osten. Der Erhaltenwert wird auch nicht dadurch höher, weil IM Goethe hier eine seiner zahllosen Miezen hatte. Und auch heute sterben alten Bäume, nur heute werden sie anscheinend nicht mehr marode, sondern streben mit letztem Frühlingsaustrieb der ewigen Ruhe entgegen.
Sauber und ordentlich ist das Städtchen, dem mehr Produktion als Räumungsschnäppchen zu gönnen wäre.

Lossatal

Gemeinde mit rund 6.200 EW (2012) bei Wurzenl im Norden des Landkreises Leipzig
natürlich:
Östlich von Wurzen erheben sich die bewaldeten Hohburger Berge (Löbenberg 240m, Kleiner Berg 205m); Abbau von Quarzporphyr; Ausflugs- und Erholunggebiet.
OT: Dornreichenbach, Falkenhain, Frauwalde, Großzschepa, Heyda, Hohburg, Kleinzschepa, Körlitz, Kühnitzsch, Lüptitz, Mark Schönstädt, Meltewitz, Müglenz, Thammenhain, Voigtshain, Watzschwitz, Zschorna
Die Gemeinde entstand 2012 durch Zusammenlegung der ehemaligen Gemeinden Falkenhain und Hohburg.

Naunhof b Grimma

Stadt mit rund 8.500 EW und "best info" -> http://www.naunhof.de/

Pegau

Stadt mit rund 6.500 EW (2012), 6.000 (1985),
1091/1096? Gründung des Klosters Pegau durch Wiprecht von Groitzsch,
sehenswert:
- Rathaus (1559), Planung nach Hieronymus Lutter, hist. Lehrkabinett
- Kirche St.Laurentius. Wiprecht von Groitzsch wurde hier beerdigt, Der Nachbarort ist nach ihm benannt.

Regis-Breitingen

Stadt mit rund 4.000 EW (2012) und einer verschwundene Burg;
Breitingen, einstmals eines der schönsten Rittergüter Sachsens, südwestlich von Borna gelegen, zählte um 1900 nur etwa 800 Einwohner;
seenreiche Umgebung im Pleißental

Rötha

Stadt mit rund 6.300 EW (2012), 8.000 (1985).

1292 erhielt Rötha die Stadtrechte verliehen.
Im späten 20. Jh. fraß sich die Kohlelandschaft gefährlich in die Vegetation, alle Wege führten in die Irre, bis sich der Kulkwitzer See in seine neuen Koordinaten einpegelte. Dabei ist die Stadt recht wohnlich, wenn die Sonne scheint. In Altkranstädt gibt es sogar ein Schloss aus 1706. In Röthe wurden mal Krane hergestellt, das hat aber nichts mit Ortsbezeichnung zu tun.

Thallwitz - Schloss und Park

Gemeinde mit rund 3.700 EW (2012)
bestehend aus:
Böhlitz, Canitz, Kollau, Lossa, Nischwitz (Schloss), Röcknitz, Thallwitz, Wasewitz, Zwochau

Trebsen

Kleinstadt mit rund 4.000 EW (2012;
sehenswert:
- bauliches Ensemble Rittergut-Schloss mit verspielt vielen Ziergiebeln
- romanische Pfarrkirche mit Grabstein, der im Relief eine Ursächsin mit Zöpfen zeigt

Zwenkau - wird bald Seestadt

Stadt mit rund 8.800 EW (2012)
sorbisches Siedlungsgebiet im 9./10.Jh. (Keramikfunde, Burgwall);
Mit Eroberung durch Heinrich I. und Ausbau der Marken durch Otto I. wurde Zwenkau Burgwardzentrum der stark versumpften Flussauen.
974 wurde der Burgward Zwenkau dem Bistum Merseburg übertragen, verblieb so bis 1561. Es gab zwei Burgwälle. Zwischenzeitlich um 1300 war der Ort wüst. Bischöfe besiedelten aber neu, wollten Zwenkau als Konkurrenz für Leipzig ausbauen. Das scheiterte und seit Neubildung der Amtshauptmannschaften in Sachsen gehört die Stadt nach Leipzig.

Städte und Gemeinden im Kreis / EW geschätzt
Bad Lausick Belgershain Bennewitz, Böhlen Borna Borsdorf a d Parthe, Brandis b Wurzen, Colditz Deutzen 1.650, Elstertrebnitz 1.300, Espenhain 2.300, Frohburg Geithain Grimma Groitzsch Großpösna 5.300, Kitzscher Kohren-Sahlis, Lossatal Machern Markkleeberg Markranstädt Narsdorf 1.700, Naunhof b Grimma, Neukieritzsch 5.400, Otterwisch mit OT Großbuch 1.400, Parthenstein b Grimma mit Grethen 3.500, Pegau, Regis-Breitingen Rötha Thallwitz Trebsen Wurzen Zwenkau