Albhochfläche, Albvorland, Echaztal und Erms

Im Norden an den Ballungsraum Stuttgart reichend, erstreckt sich das Gebiet über eine Fläche von 1.094,2 km² und zählt 277.994 Einwohner. Der Kreis in seiner heutigen Gestalt entstand bei der Kreisreform von 1973. Er wird gebildet aus aus 26 Städten und Gemeinden und ist "zweiteilig": dicht besiedelt und industriell geprägt das Albvorland und dünn besiedelt die Albhochfläche, deren Landschaftsbild durch Wacholderheiden und Hochtäler bestimmt wird.

Beliebte Ausflugsziele sind die Klosterkirche in Zwiefalten, das Schloss Lichtenstein sowie eine Reihe von Burgruinen vor allem im Lautertal.

Dettingen an der Erms

Stadt mit 9.220 EW (2004) auf 15,82 km² im schönen Ermstal - mit eindrucksvollem Radweg nach Bad Urach und nach Metzingen

Engstingen

Gemeinde mit rund 5.200 EW (2012),
783 erstmals urkundlich genannt;
Automuseum mit historischer Zapfsäule - über 60 fahrbereite Maschinen, auch Motorräder

Eningen unter Achalm

Gemeinde mit rund 11.600 EW (2012 - "Stadt der Händler und Gastronomen" und "größtes Dorf im Landkreis" mit fruchtbaren Böden und saftigen Augen-Weiden südlich der Achalm

Eningen unter Achalm

Benannt wurde Eningen wahrscheinlich nach den Grafen Egino, die hier eine Burg baute.
Mit dem Bau der Burg Achalm um 1050, einer der ersten Höhenburgen in Süddeutschland überhaupt, und der Gründung des Klosters Zwiefalten 1089, schufen die Grafen Bedingungen, die lange das Schicksal der Umgebung beeinflussten. Das heutige Kreisgebiet lag im Einflussbereich der Grafen von Achalm, bis nach deren Aussterben die Herrschaft zerfiel.
1090 erste urkundliche Erwähnung, doch wahrscheinlich schon von Steinzeitmenschen besiedelt - Mammutfund 1967, aber kaum fossile Häuser - alles relativ modern;
Heimatmuseum; herrliches Freibad.

Gomadingen

Gemeinde mit rund 2.200 EW (2012) und Römerkastell (1.Jh.) am Altlimes

Grabenstetten

Gemeinde mit rund 1.600 EW (2012)
Hier haben Menschen erste sichtbare Zeugnisse ihrer Anwesenheit hinterlassen, eine eindrucksvolle Befestigung. Das Kernstück des "Heidengrabens", die so genannte Elsachstadt, stammt aus keltischer Blütezeit um 450 v.d.Z..

Hayingen

Städtchen mit rund 2.100 EW (2012) in der mittleren Alb,
756 wurde Hayingen in einer Urkunde des Lorscher Codex als Hayinger Mark ersterwähnt.
Im 13. Jh. Hayingen als Stadt planmäßig angelegt. Fachwerk ist heute noch dominierend.

Gasthof an der Friedrichshöhle im Achtal

Die nahe Friedrichshöhle (Wimsener Höhle) in karstigem Fels kann per Boot befahren werden, die daraus entspringende kleine saubere Zwiefalter Ach kaum. Dafür fühlen sich die Forellen darin gut aufgehoben, bis sie im Gasthof zu Tisch gebeten werden.


gewandert:
- Wocholderheide Digelfeld, eine der schönsten Heiden der Albhochfläche und eigentlich nichts anderes als einst intensiv bewirtschaftete Schafweiden, 1977 zum schützenswerten Biotop mit artenreichen Halbtrockenrasen-Gesellschaften erklärt: "blaublütiger" Frühjahrsenzian wechseln mit einem letzten Blühversuch im Herbst, dem rotvioletten Deutschen Enzian. U
- Burg Derneck.
zugehörig:
Anhausen, Ehestetten, Hayingen, Indelhausen, Münzdorf, Oberwilzingen

Hohenstein Württ

Gemeinde mit rund .00 EW (2012) in der mittleren Alb
- Burgruine Hohenstein auf hoher Felskuppe, um 1100 erbaut.
- Bernloch: Ein Dorf mit bronzezeitlichem Grabhügel (im Norden). Im 12. Jh. erweiterte das Prämonstratenserkloster Weißenau bei Ravensburg hiesige Besitzungen recht erfolgreich durch Schenkungen oder Einbehalt von Bauerngütern. Dieser klosterferne Gutsbetrieb wirtschaftete bis Mitte 14. Jh.. Offenbar stand diese Landwirtschaft nicht unter Gottes Segen. Weißenau vergab das Land als Lehen an die Bauern, verkaufte es dann Stüch für Stück. Zum best of price. Vorsehung? Im 15. Jh. wurde Bernloch württembergisch.
zugehörig:
1975 wurde im Zuge einer Gemeindereform die Orte Bernloch, Eglingen, Meidelstetten, Oberstetten und Ödenwaldstetten zu einer Gemeinde vereint.

Lichtenstein

Stadt mit rund 9.000 EW (2012), 1975 durch Zusammenschluss der Gemeinden Holzelfingen, Honau und Unterhausen gebildet, Schloss Lichtenstein mit einschließend.

Burg Lichtenstein - ein Märchenschloss nach W. Hauff

Das 1840/42 am Rande der Schwäbischen Alb auf älteren Fundamenten erbaute Märchenschloss ist der Beschreibung im Roman "Lichtenstein" von W. Hauff nachempfunden, der ins 16. Jh. führt - da war an dieses Schloss noch gar nicht zu denken!


traumhaft:
Bauherr Graf Wilhelm sammelte viel kostbare Glasmalerei und Gemälde, unter anderem jenen werbeträchtigen Schützen, der seinen Betrachter stets anvisiert.
Wilhelm-Hauff-Museum:
Eine Ausstellung in der Echazstr. 2 zeigt das Gesamtwerk des mit 24 Jahren verstorbenen supermodernen Romantikers und Märchenerzählers.
schwammig: Durch Verwitterungfreigelegte Schwammriffe aus dem Oberen Weißjura säumen sie als schroffe Felszinnen den Rand des Echaztales, gut zu sehen nahe Traifelberg.

Burgruine Greifenstein. Die Burg wurde 1311 im Reichskrieg gegen Württemberg durch die Reutlinger zerstört.

Der Greifensteiner Burgherr muss sehr gefürchtet und verhasst gewesen sein. Nach der Zerstörung seiner Burg wurde er deshalb von den Holzelfinger Bauern in ein Fass gesteckt, in dessen Wandung lange Nägel geschlagen wurden. Darin rollten sie ihn bis zur Burg und stießen das Fass über den Felsen. Echt grausam.

Pfullingen

Stadt mit rund 17.500 EW (2012), 18.500 (2009) am Austritt der Echaz aus der Reutlinger Alb ins milde fruchbare Albvorland, dicht an Reutlingen grenzend;

wahrscheinlich allemannische Ortsgründung um 260 durch Fürst Phulo
937 wurde Pfullingen erstmals urkundlich erwähnt.
1699 als Stadt genannt bzw. zum selbständigen Amt erhoben.
1833 Papierfabrik Luis Laiblin, auch Textilindustrie, wenig stilecht erhaltene Bauwerke: zwei Rathäuser aus einem umfunktionierten Fachwerkensemble (1437 bzw. 1503) mit noch älteren Fachwerkresten; Klosterkirche der Klarissinnen mit Mauerresten; Mühlenmuseum;
bemerkenswert:
Schlössle und Park mit ausgeprägt alemannischem Fachwerkbau (1450), allseitig vorkragendem Oberbau auf gemauerten Feldsteinsockel;
Innenstadt verkehrsberuhigt mit Tendenz zur Gartenstadt - schöne Boulevards

Pliezhausen

Gemeinde mit rund 9.300 EW (2012) nördlich über dem hier weiten Neckartal;
1092 erstmals urkundlich erwähnt als Plidolfeshusin; nach 1260 zu Württemberg, 1973 mit den Gemeinden Dörnach, Gniebel und Rübgarten vereint; berühmte Kaminbauer

Reutlingen

Große Kreisstadt mit rund 109.800 EW (2003) an der Echaz unter der Achalm,
1090 erstmals genannt, 1236 1240 von Kaiser Friedrich II. zur Stadt ausgebaut und nach Ende der Staufer zur Reichsstadt erhoben. Die Stadt stand häufig im Streit mit Württemberg, wurde mehrfach belagert, war wichtiges Mitglied im Schwäbischen Städtebund, kam 1803 an Württemberg.
traditionelle Industriestadt; weiter >>

Römerstein

Gemeinde mit rund 4.000 EW (2012)
dinkelhaft: Römersteiner Dinkel ist ein gesundes Naturprodukt
zugehörig:
Aglishardt, Böhringen,
Donnstetten - Römerkastell (1.Jh.) am Altlimes,
Strohweiler, Zainingen

Sonnenbühl

Gemeinde mit etwa 7.000 EW am Rand der mittleren Schwäbischen Alb im kleinen Tal der Zwiefalter Ach; 540 - 760 m ü.NN.;
904 erstmals urkundlich erwähnt als Besitz des Klosters Reichenau
Ein besonderes Naturdenkmal stellt die auf 271 Metern begehbare Bärenhöhle, eine Tropfsteinhöhle im OT Erpfingen dar. Die ebenfalls beachtliche Nebelhöhle spielte in Wilhelm Hauffs Roman "Lichtenstein" (1826 erschienen) eine Rolle als Zufluchtsort.

Zwiefalten

Gemeinde mit rund 2.200 EW (2012)
Zwischen Kloster und Brauereitrift treffen sich die Achflüsschen zwiefältig zur Vereinigung.

Aachtal zwischen Zwiefelden und Hayingen

1089 Stiftung des Klosters Zwiefalten durch die Grafen Kuno und Liutold von Achalm;
prächtig:
Marienmünster (1744-1765), Barock mit farbenprächtigen Fresken, zweitürmig
Wimsener Karstwasser-Höhle


Städte und Gemeinden im Kreis / EW geschätzt
Bad Urach Dettingen an der Erms 9.100, Engstingen Eningen Gomadingen Grafenberg 2.600, Gutsbezirk, Grabenstetten Hayingen Hohenstein Hülben 2.800, Mehrstetten 1.300, Metzingen Münsingen Pfronstetten 1.500, Pfullingen Pliezhausen Reutlingen Riederich 4.200, Sankt Johann 5.000, Römerstein Sonnenbühl Trochtelfingen Walddorfhäslach 4.800, Wannweil 5.100, Zwiefalten
Buchjung