Bergeshöhen im Thüringer Kernland

 

Frankenhain

Gemeinde, mild und sauber in einem geschützten Talkessel gelegen, umgeben von Tannen, Fichten und Kiefern. Vorsicht, es gibt da einen Diebstieg! Auch Heimatstube, Kriegerdenkmal, idyllischer Stausee mit Camping.

Frauenwald

Höhenluftkurort am Rennsteig mit 1.300 EW (1980) seit 1939 in fast 800 m ü.NN. nahe der Geleitstraße Erfurt-Nürnberg, früher Frauenstraße oder Hohe Straße genannt. Man kann sich vorstellen, da gab es mal einen schwunghaften Frauenhandel für die Roder und Neusiedler im Thüringischen. Aber daher nicht die Bezeichnung. Denn 1177 stiftete Graf Popo XIII. von Henneberg eine Kapelle für die Nonnen vom Kloster Veßra. aus diesem Nonnenkloster Zu den Frauen auf dem Wald" entwickelte sich der Ort. Jahrhundertelang blieb Waldwirtschaft Haupterwerb der Bewohner, vor allem der Köhler, Schachtelmacher, Kienrußbrenner, ehe die ab 1890 eingeführte die Glasindustrie gewisse Besserung brachte.
beachtlich:
Kirche (1831) im Ortskern nach Entwürfen von Karl Friedrich Schinkel;
enttarnter Stasibunker im Roten Berg

Gehlberg

staatlich anerkannter Erholungsort, umgeben von den drei höchsten Gipfeln Thüringens: dem Großen Beerberg (983 m), dem Schneekopf und dem dazwischen liegenden Adler. Hier sagen sich angeblich Fuchs und Hase noch "Gute Nacht", Dammwild tritt aus dem Bioreservat und begehrt Einlass in die Stuben.

Schneekopf bei Gehlberg

Schneekopf bei Gehlberg 978 m ü. NN .

Seltene Ortsgründung:

1645 durch die Herren aus Fehrenbach, die selbst arbeitende und pfiffige Glasmeister waren - Hans Holland (kein Holländer-Witz!) und David Schmidt (falscher Beruf?). Auf dem Gehlberg fanden sie den Holzreichtum, der genug Feuer für eine Glashütte hergab. Heute noch gibt es Schauvorführungen, ganz gemütlich und gelassen. Hier wurde die erste Röntgenröhre produziert.

Gräfenroda

Gemeinde mit rund 3.750 EW (2002), 400-500 m ü.NN; östlich der Ohratalsperre, etwa 5 km lang im Tal der wilden Gera eingebetteter Ferienort, von der A71 durchquert
1290 erste urkundliche Erwähnung als Grefenrot - gräfliche Rodung;
Geburtsort der Gartenzwerge 1874, die noch heute durch Griebels hergestellt werden und auf ewig geliebt und belächelt sind; auch Glasbläsertradition;
Raubschloss, Flößgraben - technisches Denkmal, Jugendherberge, Zwergenmuseum

Ilmtal

rund 4.300 EW (2005) auf 102,70 km²

Liebenstein

Ruine der Burg Liebenstein, erbaut im späten 13.Jh. durch Graf Schwarzburg-Käfernburg; erhalten blieben der gotische Palast, Mauer- und Turmreste. Die Anlage ist frei zugänglich.

Manebach

Manebach in Thüringen

Ferienort mit rund 2.000 EW im reizvollen Ilmtal in 530 bis 580m Höhe; von 1669 bis 1919 geteilter Ort mit Jahrhunderte langem Bergbau auf Steinkohle und Kupfer. Als Anfang des 19. Jh. der Bergbau zurückging, entstanden neue Erwerbszweige: 1832 die erste Maschinenfabrik, 1859 die zweite. Es folgte die Thermometerherstellung. Seit Ende des 19. Jh. Ferienort.
Auf dem Kickelhahn (861m Aussichtsturm) schrieb Goethe in der Jagdhütte 1780 sein bestes Gedicht - Wanderers Nachtlied: über allen Gipfeln ist...

Molsdorf

Schloss Molsdorf: In allen vier Ecken des Festsaales ließ Graf Adolf von Gotter, Diplomat in preußischen Diensten, sein Motto verewigen: Es lebe die Freude. So hinterließ er zwar allen positiv denken Wollenden wertvoll heiter stimmende Barockstimmung nach Umbau des ehemaligen Wasserschlosses (16. Jh.) zum barocken Landschloss mit reich verzierter Südfassade, prächtigen Gesellschaftsräumen und prachtvollen Park. Doch er selbst konnte nur 15 Jahre Genuss daran finden. 1748 musste der Lebemann das Schloss verkaufen, und sein Stern wurde fahl. Das Museum zeigt unter anderem den Nachlass des Malers Otto Knöpfe und passend zum Lebensmotto eine Erotica-Sammlung des 20. Jh.

Neustadt am Rennsteig

1.190 EW auf 17,03 km² im äußersten Süden des Kreises und in luftiger Höh des Rennsteigs, Deutschlands bekanntestem Fernwanderweg. Er führt 168 km quer durch den Thüringer Wald verläuft - vermessen und erwandert durch den Topographen Julius von Pläncker in 44 Stunden. Von Hörschel westlich von Eisenach bis nach Blankenstein / Saale im Südosten Thüringens führt dieser erhebende Weg, der bereits im 14. Jh. ein Begriff war.

Plaue

Stadt mit 2.000 EW (1985), 1273 genannt, 1346 Stadtrecht,
Teile der Stadtbefestigung (14. Jh.), Sigismundkapelle (14. Jh.), Naturpark mit Spring - 10 starken Quellen

Schmiedefeld

Ferienort mit 2.200 EW 2002; 680-944m ü.NN. am Rennsteig, dem Kammrücken des Thüringer Waldes inmitten ausgedehnter Wiesen und umgeben von mehreren über 800 bis 900m hohen Bergen. Mit Bahnanschluß 1903/04 Entwicklung zu einem bevorzugten Ferienort. Glasindustrie seit 1860, die nach 1945 einen starken Aufschwung nahm und mit viel handwerlichen und technischem Knowhow und Personal auch westlich des Thüringer Waldes für vielfältigen Weihnachtsschmuck sorgte.
erwandernswert: Vessertal (NSG) und Glasbachtal

Das Vessertal am Rennsteig © Henry Czauderna

Das Vessertal (NSG) erfreut mit einer abwechslungsreichen Flora.

Stützerbach

Ferienort mit 2.600 EW (1980) südwestlich von Ilmenau in einem von bewaldeten Bergen umgebenen Talkessel. 1648 kamen Glasmacher aus Gehlberg und Lauscha hierher, um den Holzreichtum für die Glasherstellung zu nutzen. Die Glashütten und die Glasindustrie gewannen bald erheblichen Einfluß auf die Ortsentwicklung.
In Stützerbach führte der Physiker C. W. Röntgen seine Versuche durch: die erste funktionstüchtige Röntgenröhre soll hier hergestellt worden sein. Auch das Thermometer, das Vakuumgerät und die Glühlampe wurden in Stützerbach erstmals deutsch geblasen.
kurios:
Zweiteilung des Ortes von 1660 bis 1945; die feudale Zerrissenheit des thüringischen Landes bescherte dem winzigen Ort zwei Verwaltungen, zwei Schulen, zwei Feuerwehren, zwei Kirchen (dabei eine barocke mit gewölbter Holzdecke) und zwei Kuhherden. Die Landesgrenze zwischen den Gebieten der Herzöge von Sachsen-Weimar (Ernestiner) und den der sächsischen Kurfürsten (Albertiner) verlief entlang dem Lengwitzbach. Zwischen 1776 und 1780 suchte J.W. Goethe wiederholt Stützerbach auf und bekam auch bald sein Goethehaus.
Stützerbach hatte die erste deutsche Glühlampe und ist seit 1933 Kneippbad.

Stadtilm

Stadt mit rund 6.000 EW (1985), Stadtrecht seit 1224;
Stadtbefestigung (15./16. Jh.), Rathaus (um 1600)

Wachsenburggemeinde und die Drei Gleichen

Gemeinde mit rund 2.600 EW (2005) auf 31,99 km² bei Arnstadt.

Das Burgenensemble Drei Gleichen wird so genannt, weil im Mittelalter alle drei Burgen während eines schweren Gewitters vom Blitz getroffen und in Brand geraten sein sollen. Wahrscheinlicher wurden sie nach den Gleichengrafen benannt.

Arnstadt. Die Wachsenburg ist eine der Drei Gleichen © LianeM

Die am besten erhaltene der Drei Gleichen ist die auf einem 421 m hohen Keuperkegel gelegene Wachsenburg, die schon um 900 eine befestigte Anlage war später häufig umgebaut wurde. Die Burg gewährt einen schönen Rundblick ins Thüringer Land.

Westlich der Wachsenburg erhebt sich die Mühlburg, die älteste Burganlage Thüringens, wie Arnstadt schon 704 urkundlich erwähnt. Seit dem 17. Jh. ist sie dem Verfall preisgegeben. Ihr Bergfried steht noch. Unweit der Mühlburg auf der anderen Seite der Autobahn steht die Ruine vom Schloss Gleichen (Wanderslebener Gleiche), eines der mächtigsten und reichsten Grafengeschlechter Thüringens. Die sagenumwobene Schlossanlage (Gleichengraf mit den beiden Ehefrauen) wurde 1034 erstmals erwähnt. Wie die Mühlburg ist diese Burg seit dem 17. Jh. verfallen. Am Fuße der 370m hohen Wanderslebener Gleiche liegt die historische Raststätte Freudenthal.

este Wachsenburg - Romantikhotel

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