Große
Kreis- und(?) Universitätsstadt mit 33.000 EW (2002) in 500m ü.NN.
am Nordostrand des Thüringer Waldes, an drei Seiten von bewaldeten Bergen
umgeben im Tal der Ilm, die der Stadt einst ihren Namen gab.
Früheste bekannten Herren über Ilmenau waren die Grafen von Käfernburg, die die Stadt 1343 an die Grafen von Henneberg verkauften. Bis Ende 15. Jh. wechselten die Herren über Ilmenau durch Veräußerung und Verpfändung der Stadt mehrfach. Dann kam Ilmenau wieder in die Herrschaft der Henneberger. Nach deren Aussterben fiel Ilmenau an das Haus Sachsen, nach Erbteilung 1660/61 bis 1918 an das Herzogtum Sachsen-Weimar.
Bergbaustädtchen war Ilmenau bereits seit dem 12. Jh. - Sanderze, Kupferschiefer und Silber brachte 1690 bis 1738 ersten Aufschwung. Die zahlreichen Schächte reichten bis in 200m Tiefe. 1675 wurde die erste Glashütte gegründet, 1731 die zweite. Im [R] Rathauseingang Wandbilder, eines zeigt also keinen Pfeife rauchenden Arbeiter.
Gern vergessen: die Ilmenauer Empörung von 1767/68 gegen feudale Bevormundung. Die Truppen der Weimarer Herzogin Anna Amalia waren einfach anderer Auffassung.
1777 entstand die Porzellanindustrie. Industriestadt wurde Ilmenau erst im 19. Jh. Nach der Porzellanindustrie entwickelte sich vor allem die Glasindustrie - 1852 Hohlglashütte, 1870 Thermometerherstellung. Die Gegend galt weiter als Armenhaus des Thüringer Waldes.
Nach 1838 wurden Kaltwasserheilanstalten mit der Kur- und Badebetrieb eingerichtet, durch Brand 1920 kam der Kurbetrieb zum Erliegen.
In Ilmenau fand 1911 auf der Gabelbachbahn die 1. Deutsche Rodelmeisterschaft statt, die fast schon eine Europameisterschaft war.
Die Stadt ist beschaulich, aber nicht langweilig.
[B] Bahnhof
[M] Markt mit Hennebrunnen
[R] Rathaus (1752), Renaissance, 1785 erneuert
[1] Amtshaus (1614/16), erneuert 1752(?), Heimatmuseum. Davor sitzt Goethe auf einer ganz normalen Bank! 28 Dienstreisen brachten ihn in die Stadt. Er sollte Transparenz in die Arbeit des Amtes bringen und den Bergbau befördern, dichtete aber viel lieber am nahen Kickelhahn (861m ü.NN) sein "Wandrers Nachtlied" (1780).
[2] Stadtkirche, im Kern spätgotisch, Renaissance (1603), 18. Jh. neu errichtet:
[3] Alte Försterei
[4] Eishalle
[5] 1894 wurde das Thüringische Technikum Ilmenau gegründet, eine höhere technische Lehranstalt für Maschinenbau und Elektrotechnik. 1926 in Ingenieurschule Ilmenau umbenannt, erwarb sie aufgrund ihrer soliden, praxisnahen Ausbildung über Deutschlands Grenzen hinaus einen guten Ruf. 1953 entstand eine Hochschule für Elektrotechnik, die 1963 den Status einer Technischen Hochschule erhielt, 1992 Technischen Universität wurde.
[6] Friedhof mit vielen Gräbern aus der Goethezeit
[7] Zechenhaus westl. vom Friedhof, seit 17. Jh. Sitz des Bergamtes, ältestes Haus der Stadt
weiterhin:
Naherholungsgebiet an den Teichen mit geschützter Landschaft in östlicher Stadt.
Roda, Ober- und Unterpörpitz