Rudolstadt - charmanter Schimmer

Stadt mit rund 25.000 EW (2008) , 31.000 EW (um 2004) im Saaletal;

Im 8. Jh. wurde die Ortschaft als Schenkung Karls des Großen erwähnt. Die planmäßige Anlage zur Stadt begann um 1300. Im Jahr 1340 gelangte Rudolstadt, das damals schon Stadtrechte besaß, in den Besitz der Grafen von Schwarzburg, die ab 1571 auch in R. residierten.
Mit Erhebung der Grafen von Schwarzburg-Rudolstadt in den Reichsfürstenstand (1710) wurde Rudolstadt Residenzstadt des Fürstentums Schwarzburg-Rudolstadt und die Heidecksburg entsprechend repräsentativ verändert. Die Fürsten wollten aus Rudolstadt ein kleines Weimar schaffen. Zugleich wurde die Stadt zwischen Schloss und der unterhalb liegenden Altstadt klassizistisch erweitert (Schillerstraße).

Die Entwicklung Entwicklung der Stadt verlief recht zögerlich. Der hiesige Adel war an einer Ausbreitung von Handel und Gewerbe, der den freien Bürgersinn wirtschaftlich stärkte, kaum interessiert und blockierte permanent. So blieb Rudolstadt bis weit in das 18. Jh. hinein ein bescheidenes Ackerbürgerstädtchen, erweckt auch heute noch zuweilen diesen Eindruck.

1736 wurde immerhin eine Fayencefabrik gegründet, 1762 die Volkstedter Porzellanmanufaktur, einige weitere Unternehmen kamen hinzu, aber dann stockte die Entwicklung wieder bis in die Mitte des 19. Jh. Dann war auch hier die Industrialisierung nicht aufzuhalten.

Rudolstadt © Val Thoermer

tBlick über Rudolstadt

sehenswert historischer Stadtkern
Rudolstadt, Stadtplan der Sehenswürdigkeiten der Innenstadt[R] Altes Rathaus, Renaissance
[T] Theater
[1] Lengefeldsches Haus: Renaissance, elegante Portale. Hier begegnete Schiller erstmals seiner Frau Charlotte und traf auch Goethe. Es gibt in der Altstadt noch weitere Renaissance-Wohnhäuser, zum Beispiel den Heienhof.

Rudolstadt, Schloss Heidecksburg[2] Schloss Heidecksburg, Wahrzeichen der Stadt, erhebt sich mit einer schlichten, aber repräsentativen Fassade auf einer Zechsteinscholle hoch über der Stadt.
Die barocke Dreiflügelanlage mit Turm, reichlich rokoko ausgestattet, zählt zu den schönsten Schlössern Deutschlands.
Der Umbau der Burg zur repräsentativen Residenz der Fürsten on Schwarzburg-Rudolstadt erfolgte ab 1710.
Nach einem Brand 1735 wurde mit dem Bau des Schlosses begonnen, wobei Reste des alten Schlosses im Renaissancestil mit einbezogen wurden. Schlurft man im Winter vom Süd- in den Nordflügel, wird klar, weshalb damals halbjährlich umquartiert wurde. heute:
Museum für Schwarzburgische Geschichte, berühmte Waffensammlung im Schwarzburger Zeughaus; Schlosspark mit Horentempel und Schallhaus (barocker Musikpavillon).
[3] Schloss Ludwigsburg: barocke Dreiflügelanlage in der Altstadt, Festsaal im Stil des Rokoko ausgestattet.
[4] Stadtkirche St. Andreas: im wesentlichen Renaissance mit gotischen Elementen, im 17. Jh. umgebaut.
[5] Thüringer Bauernhäuser: das Volkskundemuseum im Heinrich-Heine-Park, Große Wiese 2 ist ältestes Freilichtmuseum in Deutschland. 1914 wurden zwei alte typisch Thüringer Fachwerk-Bauemhäuser der Umgebung (Birkenheide und Unterhasel) abgebrochen und im Park am rechten Saaleufer wieder aufgebaut. Hilfreich die Dorfapotheke, vielleicht.

persönlich

Schiller und Goethe trafen sich im September 1788 im Hause der Frau Luise v. Lengefeld das erste Mal. Eine Glockengießerei in der Nähe der Stadt, die heute allerdings nicht mehr besteht, soll Schiller zu seinem Lied von der Glocke angeregt haben. Eine bescheidene Gedenkstätte im Gartenhaus in der Schillerstraße Nr. 25 erinnert daran. Charlotte von Lengefeld wurde 1790 Schillers Frau.

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