Stadt mit 6.900 EW (1980) auf der sogenannten Ohrdrufer Platte im nordöstlichen Vorland des Thüringer Waldes in 365 bis 400m Höhe. Ausgrabungen wiesen die Existenz einer Siedlung bereits zu Beginn unserer Zeitrechnung nach.
724 gründete Bonifatius ein Benediktinerkloster mit Kirche in "Ordorf" (Dorf an der Ohre).
1330 Stadtrechte (?) und/oder 1348 erstmals als Stadt erwähnt
Um 1550/1590(?) baute man die von den Mönchen aufgegebenen Klostergebäude zum Renaissanceschloss Ehrenstein um. Ohrdruf wurde Residenz der Grafen von Gleichen.
Im 16. Jh. entstanden das Rathaus (abgebrannt 1808), die Stadtmauer, Stadttore, Brunnen, Brücken usw.
Großbrände, so 1450, 1653, 1753, 1808, vernichteten weite Teile der Stadt, wirkten sich hemmend auf ihre weitere Entwicklung aus. Der Gründung einer Porzellanfabrik 1835 folgten weitere Industriebetriebe.
Am 2. Juli 1848 fand in Ohrdruf der zweiten Thüringer Volkstag statt. Das war kein fürstlicher.
Im zweiten Weltkrieg bestand in Ohrdruf ein KZ, in dem 1944/45 mehr als 5000 in- und ausländische Bürger den Tod fanden. Hier wurde auch die erste Atombombe der Welt gezündet. Waren die 26(?) Toten Häftlinge?

[R] Rathaus (1546)
[1] Schloss Ehrenstein, Renaissance, heute Heimatmuseum,
[2] Tobiashammer - technisches Museum mit Walz- und Pochwerk

[2] Wasserturm auf dem Goldberg
Johann Sebastian Bach lebte nach dem Tode seiner Eltern in Ohrdruf bei seinem Bruder und besuchte von 1695 bis 1700 das Lyzeum.