Berginsel an hohem Grund

Durch den Lauchagrund zum Großen Inselsberg zu wandern ist ein besonderes Erlebnis. Mit 916m ist der Große Inselsberg der höchste Berg im Nordwestteil des Thüringer Waldes. Wie eine Insel ragt er über die Kammlage hinaus und bietet bei klarer Sicht einen eindrucksvollen Rundblick auf das Thüringer Land. Im Volksmund hieß der Berg früher "Thüringer Rigi". Im 17. Jh. stand eine erste Hütte auf dem Gipfel, seit 1810 ein Gasthaus. Die heutigen beiden Gasthäuser stammen aus dem Jahre 1851. Infolge des Grenzverlaufs zwischen Preußen und Sachsen-Coburg-Gotha auf dem Gipfel des Berges war ein Gasthaus preußisch, das andere gothaisch. 

Aspach

Lehr- und Schaubergwerk Finstertal - ehemaliger Bergbau im Thüringer Wald

Emsetal

Gemeinde mit etwa 3.250 EW (2003) auf 29,87 km²

Finsterbergen

Erholungsort mit 1.650 EW (1985) etwa 500m hoch und mitten im waldreichen Gebirge. Als Disterberg" erstmals 1141 urkundlich erwähnt, war der Ort im 15./19. Jh. ein typisches Fuhrmannsdorf, dessen männliche Einwohner den begehrten Farbstoff Waid mit ihren Fuhrwerken in zahlreiche europäische Länder transportierten. Im 19. Jh., als Indigo den Waid verdrängt hatte, wandelte sich das Dorf zum Puppenmacherdorf. 1905/11 weilte der dänische Schriftsteller Martin Andersen Nexö wiederholt in Finsterbergen. In seiner Novelle "Die Puppe" gibt er eine anschauliche Schilderung der Notlage der Bevölkerung des Thüringer Waldes. Erst mit dem Einsetzen des Fremdenverkehrs begann ein allmählicher Aufschwung des Ortes. 1888 kam der erste Kurgast. 1893 wurde am südlichen Ortsrand ein Kurhaus errichtet, das 1974/76 durch ein modernes Ferienheim ersetzt wurde.

Friedrichroda

ältester Luftkurort Thüringens, Stadt mit 5.900 EW (1980); 400 bis 460m ü.NN. im Nordwestteil des Thüringer Waldes;
im 13. Jh. im Besitz des Klosters Reinhardsbrunn, 1579 Stadtrecht; Garnbleicherei und der Bergbau auf Rot- und Brauneisenstein dominierten lange. Der Kalte Markt ist heute noch ein Symbol der alten Bleicherstadt. Nach 1914 nahm die Lohnwäscherei einen steilen Aufschwung und brachte F. den Beinamen "Waschküche Thüringens".
Erster prominenter Kurgast war der Gothaer Buchhändler J .Perthes, der hier seit 1837 regelmäßig zur Kur weilte.
Marienglashöhle bei FriedrichrodaTipps:
Marienglashöhle
mit ihren seltenen Gipskristallen;
Heuberghaus, Tanzbuche, Spießberghaus.
OT Reinhardsbrunn
Ursprünglich befand sich an der Stelle des jetzigen Schlosses ein Benediktinerkloster, das 1085 von Ludwig dem Springer gestiftet worden war. 1114 wurde das Kloster von Ludwig mit dem Barte gekauft, der dazu noch große Ländereien mit über 100 Dörfern erwarb. Bestochene Mönche hatten zur Begründung von obrigkeitlichen Ansprüchen auf Landbesitz zehn kaiserliche und zwei erzbischöfliche Urkunden gefälscht. Die "Reinhardsbrunner Urkundenfälschung" wurde aber erst 1883 entdeckt. Anstelle des im Bauernkrieg 1525 zerstörten Klosters wurde 1600 ein Amtshaus errichtet, das später in ein herzogliches Jagdhaus und 1827 in ein LustSchloss umgewandelt wurde.

Georgenthal

Mit dem Anschluß an das Eisenbahnnetz 1876 begann eine rege Bautätigkeit und ein Anstieg der Einwohnerzahl, seit 1879 Kurort.
sehenswert:
Schloss (16. Jh.); der Teiler - eine künstliche Teilung des Flusses Apfelstädt mit Abflüssen zur Elbe und zur Weser

Laucha

Stadt an der Unstrut mit rund 3.000 EW; Stadtrechte seit 1344, Teile der Stadtbefestigung mit Obertor (15. Jh.), Rathaus (1563)

Luisenthal

Erholungsort mit 2.000 EW (1980) im Ohratal.
Um die Mitte des 16. Jh. ging hier Bergbau auf Kupfer und Mangan um, weshalb ein Schmelz- und Hammerwerk entstand. Herzog Friedrich III. kaufte es 1753 und gab ihm den Namen seiner Frau Louise. Eisenhütte und Hammer waren bis 1877 in Betrieb.
1881 kamen die ersten Feriengäste. Früh organisierte sich hier die Arbeiterschaft. 1922 erlangte die KPD die Mehrheit im Stadtrat.

Luisental Ohratalsperre © Henry Czauderna

Oberhalb Luisenthal wurde die Ohra durch eine 56m hohe Sperrmauer (1966) gestaut. Die Ohratalsperre versorgt über ein ausgedehntes Rohrleitungsnetz zahlreiche thüringische Städte mit Trinkwasser.

Mühlberg

Burg Mühlberg

Petriroda

- 365 EW (2005) auf 3,15 km²

Tabarz

Ferienort mit 4.250 EW (1980) am Nordostrand des Thüringer Waldes, durchschnittlich 420m hoch. Das milde Reizklima, die ausgedehnten NadelWälder südwestlich des Ortes sowie eine Vielzahl geschützter Parks und Naturdenkmäler laden zum Wandern und geruhsamen Verweilen ein. Der Lauchagrund, ein 4 km langes, landschaftlich reizvolles Tal mit bewaldeten hochaufragenden Porphyrwänden ist ebenso Anziehungspunkt wie die hochgelegenen Waldwiesen im Inselberggebiet, auf denen zahlreiche seltene Pflanzen wachsen. Ursprünglich waren für Tabarz vorwiegend Waldgewerbe charakteristisch (Holzfäller, Harzer, Köhler, Zapfensteiger). Etwas Heimindustrie gesellte sich später hinzu. Erst nach 1870 setzte der Kurbetrieb ein.

Tambach-Dietharz

5.800 EW (1980), Stadt seit 1919, hervorgegangen aus dem 1251 erstmals erwähnten Tambach und dem 1246 erstmals ur- kundlich genannten Dietharz. Beide Orte gehörten im Mittelalter der Burg Waldenfels. 1537 kam Martin Luther nach Tambach, als er vom Schmalkaldener Konvent nach Gotha zurückkehrte. Großfeuer 1684, 1759, 1842 u. a. zogen den Ort stark in Mitleidenschaft, so daß nur wenige alte Häuser vorhanden sind. Um 1900 begannen die industrielle Entwicklung in beiden Waldorten.
reizvoll:
die Umgebung mit zahlreichen stillen Tälern wie dem Apfelstädtgrund, dem Schmalwassergrund u. a. und ist zugleich Ausgangspunkt erholsamer Wanderunge zum Rennsteig mit der Ebertswiese, den Hühnbergen, zum Sperrhügel und zum Donnershaugk (alle über 800m hoch).

Tonna

rund 2.950 EW (2003) auf 30,45 km²

Waltershausen

Industriestadt mit 13.600 EW (1980) vor dem Rand des Thüringer Waldes nahe Tabarz und Friedrichroda. 1209 erstmals erwähnt, wohl aber 300 Jahre älter mit Burg Tenneberg an der Kreuzung der alten Salzstraße Salzungen-Erfurt und der Straße Eisenach-Ilmenau. Die Stadt war im Mittelalter ein Markt-, Gerichts- und Verwaltungszentrum. 1525 erhoben sich die Bürger im Bauernkrieg gegen den Rat und zogen in einem gemeinsamen Zug mit den Bauern gegen das Kloster Reinhardsbrunn. Woll- und Leineweberei breiteten sich um 1800 aus.
Seit 1810 Puppen- und Spielwarenindustrie mit weltweitem Export. Im Ortsteil Ibenhain wurde 1759 J.Chr.F.Gutsmuths geboren. Er war an der 1784 von Chr. G. Salzmann gegründeten Erziehungsanstalt im heutigen Ortsteil schönepfenthal tätig und richtete dort um 1800 den ersten deutschen Turnplatz ein (Gedenkstätte).
Die Weimarer Republik brachte einen rapiden Rückgang der Industrie. Die Inflation 1923 traf besonders die Puppenindustrie. 1930 kam es auch zur Stillegung der Gummiindustrie. Gegen die Erwerbslosendemonstration 1932 schritt die Polizei brutal ein.
sehenswert:
Schloss Tenneburg mit Heimatmuseum (Puppenherstellung). Der Burgberg mit seiner seltenen Kalkflora befindet sich unter Naturschutz. Die Stadtkirche am Markt (1719/23) ist der erste Thüringer Spätbarock-Zentralbau. Das Nikolaustor ("Klaustor") ist ein Rest der Stadtbefestigung, sein Unterteil stammt von 1562, sein Oberteil von 1728/68.
Stadtteil Ibenhain: ab 1958 umfassender Wohnungsneubau.

Wandersleben

Burgruine Gleichen - eine von dreien. Angeblich sind alle drei Burgen vom gleichen Gewitterblitz getroffen worden. Die Anlage stammt aus der zweiten Hälfte des 11. Jh., war kurmainzsche Schutzburg, erhielt im 13. und 16. Jh. Renaissancebauten, ruinös seit 1842

weiter im Kreis:

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