Gemeinde mit 8.978 EW (1999), Fläche ca. 21,17 km²; 280-415m ü.NN.1771-72 Hungerjahre durch widrige Witterung. Christian Weiß gest.1776, Lehnsbesitzer in Reinsdorf, führte den Anbau von Tabak, Klee und Runkelrüben in dieser Gegend ein, trieb Versuche mit Maulbeerbäumen zur Seidenraupenzucht und verfaßte Schriften über Ackerbau und Viehzucht.
1820 wieder Steinkohlenbergbau in R. und die aufstrebende Industrie; die stieg
von der viele Jahrhunderte etwa konstanten Zahl von 700 (um 1800) auf über
7000 (bis zum Jahre 1900). Kohlebauern aus R. wurden zu Konkurrenten der Oberhohndorfer
und Zwickauer Schächte. Der Morgensternschacht wurde bis in 512 m Tiefe geteuft.
Sein Ziegel-Förderturm ist seit 1999 Heimatmuseum.
Anfang der 90iger Jahre erschlossenes Gewerbegebiet.
attraktiv:
der Friedrichsgrüner Park (1902); im Ort gut erhaltene frühdeutsche
Wallanlage, der Wohl (Wall).
(be-)suchenswert:
in Stein und Holz getriebene Verse des 1813 verstorbenen Mediziners Dr. David Zenner, vielleicht im Behandlungszimmer?
OT Friedrichsgrün
Erst 1755 entstanden als gräfliches Amtsdorf, benannt nach dem leuchtenden Grün von Wald und Wiese; einer der dichtbesiedeltsten Orte Sachsens. 1999 zu Reinsdorf
OT Vielau
In den 90igern konnte Vielau auf stetig wachsende Einwohnerzahlen verweisen, 1997
ca. 2.500. Dazu beigetragen haben zwei neuebebaute Wohngebiete. Eine wichtige
Einrichtung ist das Jugend- und Rüstzeitheim Lutherhöhe über dem
Tal der Zwickauer Mulde.
1238 Ersterwähnung Vielaus; als zweiseitiges Reihendorf mit Waldhufen angelegt,
in dessen Mittelteil der Edelhof lag. Einer der Feudalherren an diesem Hof, auch
Rittergut genannt, war Bruno von Bilowe - eingedeutscht: Vielau.
1480 bestand ein Bergwerk mit geringer Ausbeute. 1608 Verkauf des Ortes durch
die Herren von Schönburg an die Stadt Zwickau, seitdem Verpachtung des Ritterguts
samt Brauerei. 1920-21 entstand an der heutigen Bergstraße eine Bergarbeitersiedlung
mit 64 Wohnungen, 1937 die Siedlung am Vielauer Wald. 1923 lehnte der Vielauer
Gemeinderat die Eingemeindung des Ortes nach Zwickau ab, obwohl doch die meisten
Einwohner in Zwickau Arbeit fanden.
sagenhaft: der Kiefericht, ein Wald am Südhang des Zwickauer Muldentales.
Geschichten um ein Raubschloss, unterirdische Gänge und unheimliche Begebenheiten
raunen durch die Ewigkeit. Im Vielauer Wald befindet sich das Tierheim des Landkreises
Zwickauer Land.