Treuen

Stadt mit 7.902 EW 1999, 450 ü.NN. in waldreicher Umgebung; 14 km nordöstlich von Plauen, nahe A 72 Hof-Plauen-Chemnitz, auch über Eisenbahnlinie Herlasgrün-Falkenstein zu erreichen.

Nach Kelten (Kupferbeil im Vogtlandmuseum Plauen, etwa 3.800 Jahre alt; Treuener Würfel - behauener Opferstein der Druiden, verschwunden) drangen etwa im 6. und 7. Jh. Sorben vom Südosten her ein, bauten die ehemalige Burg Drewen als eine sorbenspezifische Schutzbastion auf, indem sie mehrere große Teiche um sie anlegten, die heute noch in Flurnamen und Dammresten nachweisbar sind. Die ehemalige Burg lag auf einem flachen Höhenrücken zwischen den Teichen. Der recht umfangreiche Burgbezirk ist heute von den Anlagen des Treuener Rittergutes oberen Teils überbaut. Ein Schuttkegel im Gutsgelände läßt den Standort eines Teiles der mittelalterlichen festen Burg Drewen, deren Ruine vor etwa 100 Jahren eingeebnet wurde, noch erkennen. Nach mindestens 500jährigem Bestehen wurde die Burg im 30jährigen Krieg zerstört.

1263 erste urkundliche Nennung von "Drune" einer Kaufurkunde zwischen Kloster Mildenfurt Komturei Plauen des Deutschen Ritterordens.
1390 Stadtrecht; Der älteste Teil der Stadt liegt auf beiden Seiten des Trebabaches. Es war eine Ackerbürger- und Handwerkerstadt mit etwa 400 Einwohnern und einem handelsoffenen Markt. In zwei Eisenhammerwerken wurde Eisen verhüttet und verarbeitet.
Im 17. Jahrhundert gewann neben Landwirtschaft und Handwerk die Weberei zunehmend an Bedeutung. Nach der Gründung einer Weberinnung 1694 entwickelte sich Treuen zu einer Weberstadt. Es wurden viele kleine, ebenerdige Weberhäuschen in verschiedenen Stadtteilen gebaut, die noch heute das Stadtbild mit prägen. Ende des 19. Jh. wurden die Handweber durch mittelständische mechanische Webereien abgelöst. Treuener Tücher wurden Jahrzehnte weltweit exportiert - viel Beschäftigung bei geringem Lohn: Treuener standen in den bürgerlich-demokratischen freiheitlichen Bewegungen seit 1830 an vorderer Stelle. Bürger stürmten die Fronfeste. Hier wurde 1848 die Zeitung "Der Voigtländer - ein revolutionäres Blatt für das freie Volk" herausgegeben.
Mit einem Bahnhof in Treuen wurden für einen neuen wirtschaftlichen Aufschwung die Weichen gestellt. Treuen entwickelte sich rasch zu einer industriell und handwerklich vielseitigen Kleinstadt. Neue Fabriken entstanden in Bahnhofsnähe. Die Stadt steigt von der Trebatalsohle bis zum Wasserturm an der Hartmannsgrüner Straße auf der Hochfläche um 70 m an. Der obere Teil der Stadt wurde erst nach dem Eisenbahnbau von 1865 angelegt und zeigt deutlich die Bautätigkeit der Gründerjahre in der Stadt.

Schloss Treuen:
Rittergutsherrenhaus (um 1600) der Spätrenaissance mit barockem Einfluss. Baudenkmal
Rathaus
Nach 1846 entstand der große, rechteckige Marktplatz und eine Bürgerschule, ein asymmetrischer, stark gegliederten Bau. 1910 erfolgte der Umbau zum Rathaus mit Turm und Laubengang
Stadtkirche St. Bartholomäus.

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