Torgau

Renaissancestadt mit rund 21.000 EW (2004). Noch zur Errichtung einer Burg - 973 urkundlich erwähnt - war der über die Elbe ragende Porphyrsockel slawisch besiedelt. Torgove ist sorbisch und bedeutet einfach Markt.

Die Marktsiedlung erhielt zwischen 1255 und 1267 Stadtrecht.
Zwischen 1285 und 1547 war T. bevorzugte Residenz sächsischer Kurfürsten und Zentrum fortschrittlicher Ideen und Zentrum der Reformation. Kurfürst Friedrich der Weise von Sachsen war beispielsweise Schirmherr des Reformators Luther, der hier (1530) mit Melanchton und anderen die Torgauer Artikel verfaßte;

Nach der Niederlage von Kurfürst Johann Friedrich gegen Kaiser Karl V. im Schmalkaldischen Krieg 1547 wurde in Dresden residiert. Die Stadtentwicklung - Torgau war mit rund. 5.000 EW für damalige Verhältnisse Großstadt - wurde weiter durch den Ausbau zur napoleonischen Landesfestung gebremst, woran sich auch 1815 als preußische Garnison nichts änderte. In diesem Klima entstanden erst spät kleinere Fabriken (1925 Steingutfabrik, Papierwaren, Glashütte).

denkwürdig:
Nachdem die Deutschen hier ihre eigenen Elbbrücken sprengten, ließ sich das Zusammentreffen der Roten Armee mit den amerikanischen Truppen am 25. 4.1945 an dieser Stelle natürlich nicht aufhalten.

sehenswerte Innenstadt

Das Stadtbild ist geprägt vom Stil der Renaissance. Der Altstadtkern ist recht gut erhalten und umfasst rund 280 einzelne Denkmäler, die teilweise auch dem Stil der Spätgotik und des Barock angehören.

Torgau Luftansicht © steschum

[R] Rathaus aus der Renaissance,(1563-65) 1577 fertiggestellt, Eckerker (1577) mit Porträts August I. und seiner Anna, auch weniger Bedeutenden wie Cäsar, Karls des Großen, der Gerechtigkeit...
In den Hof des Rathauses ragt die frühgotische Nikolaikirche..
[M] Markt, großflächig, umstanden von Patrizierhäusern wie Mohrenapotheke, Sträubelsches Haus.

Torgau, Sehenswertes in der Innenstadt

[1] Stadtkirche St. Marien:spätgotische Hallenkirche, mehrfach verändert, romanische Anteile (z.B. Westfassade), barocker Hochaltar, Grabdenkmal für Katharina von Bora, der Frau Martin Luthers, Nothelfergemälde von Lucas Cranach.

[2] Schloss Hartenfels,1485 an Stelle Vorgängerburg erbaut, 1623 in verschiedenen Stilen fertiggestellt - gut erhaltene Frührenaissance. Im Schlosshof Ostflügel der Große Wendelstein, eine Wendeltreppe - künstlerisch-technische Glanzleistung. Vom Wächterturm schöner Blick. Im Schlossgarten ein Rosarium sowie Freigehege für Bären (?).

Torgau Marienkirche mit Schloss Löwen © steschumTorgau Schloss Hartenfels an der Elbe © steschum

Die Schlosskirche im Renaissancestil wurde von Martin Luther eingeweiht. Als erste evangelische Kirche wurde sie vielfach nachgeahmt: Die Kanzel rückte ins Zentrum der Ansprache. Das Schloss selbst ist filmreif,nicht zuletzt wegen spektakulärerer Flucht Kriegsgefangener im Zweiten Weltkrieg.

[3] Gedenkstein an das Zusammentreffen der sowjetischen und amerikanischen Truppen im Zweiten Weltkrieg. Reste der alten Stadtmauer, Pedant zum begrünten NW-Graben
[4] Wasserturm: ein 1904 fertiggestellter Klinkerbau, 45 m hoch.
[5] Kentmannhaus: 1567 errichtet, unten mit Bärenschenke.

ruhig
• Rosengarten südlich von Schloss Hartenfels
• Rund um den Großen Teich, als Fischteich durch Slawen angelegt, mit Freibad
• Glacis vom Nordosten bis zum Südwesten der Stadt reichend
• Elbuferpromenade
• herrliche umgebende Wald- und Heidelandschaft der Dahlener und Dübener Heide

festlich

• Elbe-Day: Ende April, Gedenken an die Begegnung amerikanischer und sowjetischer Truppen
• Auszug der Geharnischten: alle zwei Jahre im Mai
• Mittelalterliches Altstadtfest: Anfang Oktober

Graditz: 5 km so, ehemaliger kurfürstlicher Landsitz (1Jh.) mit bekanntem Gestüt und Barockpark (1722) mit Teehaus

Stadtteile/Eingemeindungen

Lage einiger Ortsteile von  Torgau Entenfang
Niedernaunsdorf
Lünetten beidseits vom Brückenkopf

Beckwitz
Bennewitz
Graditz
Kranichau
Kunzwerda
Loßwig
Mehderitzsch
Melpitz
Staupitz
Torgau
Weißnig


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