fotos © fotobee.de - Vom Eilenburger Schlossberg hast du eine großartige Sicht über die Stadt und Umgebung.
Eilenburg ist ein Stadt mit 19.895 EW (1995) auf 32.35 km² an der Mulde
961 wurde Eilenburg erstmals als Illburg (Il - slawisch: Lehm) urkundlich erwähnt. Der noch erhaltenen Sorbenturm stammt noch aus jener Zeit, in der sich die gewaltsamen Einverleibung sorbischer Gebiete vollzog. König Heinrich l. ließ anstelle der einstigen Ringburg der Sorben einen militärischen Stützpunkt errichten. Deren Burgherren nannten sich bald Grafen zu llburg.
1089 wurde die Mark Meißen an Heinrich zu Ilburg belehnt. Als Grafen Heinrich l. zu Eilenburg wurde er zum Mitbegründer des wettinischen Territorialstaates, des heutigen Landes Sachsen.
1161 wurde erstmals eine Ansiedlung auf einer Muldeninsel im Schutze der Illburg erwähnt. Der ovale Umriss dieser planmäßig durch flämische Kolonisten erschlossenen Stadt ist noch heute ersichtlich.
Um 1400 erwählten die Markgrafen von Meißen die Burg als Verwaltungssitz des Amtes Eilenburg. Sie verliehen damit auch wichtige Privilegien. Dazu gehörten auch Braurechte. Riesigen Bergkeller sind ein Relikt dieser Zeit, aber auch überirdisch repräsentative Bauten.
Mit dem Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) brach die Wirtschaft zusammen. Nur wenige Einwohner überlebten und verdankten das vielleicht auch engagierten Wortführern wie Martin Rinckart. Der Siebenjährige Krieg und Napoleons Herrschaft und Quartiernahme in Eilenburg kurz vor der Völkerschlacht bei Leipzig waren kein guter Boden für Ackerbürger.
1815 kam Eilenburg durch den Wiener Kongreß mit an Preußen, was einer Entwicklung vom Landstädtchen zur Industriestadt förderte. Nicht nur Zollfreiheit und das Wasser der Mulde bewogen ausgerechnet sächsische Textilunternehmer dazu, sich massiv in Eilenburg anzusiedelten und das bedeutendste preußische Zentrum der Textilindustrie mit zu schaffen. Die Stadt wuchs rasant über die alten Stadtmauern hinaus. Die Mauer musste 1820 weichen, die Stadttore wurde 1835 beseitigt. In der Gründerzeit siedelten sich bedeutende chemische, metall- und holzverarbeitende Firmen an. 1872 erfolgte die Anbindung an das Schienennetz der Bahn. Dr. A. Bernhardt erfand den Kalksandstein und begründet die Eilenburger Baustoffproduktion.
Wenn diese explosive Industrialisierung bald mit sozialen Spannungen einher ging, verwundert das kaum. Eilenburg war eine Wiege der deutschen Genossenschaftsbewegung und Betriebsräte...
Zwei Wochen vor Beendigung des 2. Weltkrieges wurde die Stadt durch amerikanischen Artilleriebeschuß in Schutt und Asche gelegt. 65 % der Bausubstanz wurde vernichtet.
2002 wurde das Chemiewerk an der Mulde gesprengt, einst größter Arbeitgeber der Stadt und wichtiger Zulieferer für die Filmindustrie.
[R] Rathaus (1545)
[m] Stadtmuseum > Am Mansberg 26, gegenüber: Sternwerte
[1] Stadtkirche (1444/1545)
[2] Bergkelleranlagen. Darin wurde seit dem Mittelalter das Eilenburger Bier gelagert, Pilze gezüchtet und zuletzt Flugzeugteile produziert.
[3] Torhaus am Schlossberg: gotische Burgruine (12/14. Jh.) mit Sorbenturm (12. Jh.), Kräutergarten und reichlich Bezug zur Heinzelmännchen-Sage.
[4] Bergkirche St. Marien (16. Jh.)
[5] Neuapostolische Kirche
[6] Bürgerhaus am Bürgergarten > Kranoldstr.
Berg, Teufelswinkel und Karl-Marx-Siedlung mit vielgepriesener Spielwiese
Behlitz, Eilenburg, Hainichen, Kospa, Pressen, Wedelwitz, Zschettgau und damit verbundene Ortschaften