Stadt mit rund 10.000 EW (2007) auf 63,32 km² in 220m ü.NN.
Die Siedlung hatte slawische Wurzeln.
1004 wurde sie als Wissepnig (Hohenstockburg) genannt.
1170 - 1329 erfolgte die planmäßige Formung der Ansiedlung zu einer Stadt durch die Burggrafen von Altenburg, Lehensherren des Gebietes. Förderlich war dabei die Lage an der alten Salz- und Handelsstraße von Halle nach Prag und an einem Muldenübergang.
1301 war bereits ein Marktflecken vorhanden (civitas forensis) und im Jahr 1313 wird der Ort urkundlich erstmals als Stadt genannt.
Das Alte Schloss wurde als Wasserburg etwa um 1300 - 1320 erbaut und war der Sitz
der Burggrafen von Leisnig.
Handwerk und Gewerbe entwickelten sich frühzeitig. Die Schuhmacher bildeten
1353 die erste Zunft.
Im 15./16. Jh. erlangte die Töpferinnung besondere Bedeutung. Das sogenannte
Peniger Steinzeug war von hoher künstlerischer Qualität und wurde weithin
exportiert.
Stand mal ein gewaltiger Topf im Rathaus. Bis 1483 der Erbprinz
Friedrich III., späterer Kurfürst von Sachsen, aufkreuzte, begierig
mit Hilfe einer Leiter in den Topf stieg, um den Topf von innen zu besehen. Einer
seiner Begleiter erlaubte sich nun einen Scherz (war arbeitsmäßig wohl
nicht recht ausgelastet), indem er die Leiter herauszog. Als Prinzlein rauswollte
und nicht konnte, hat er den Topf einfach zerschlagen. Na prima, das hat die Peniger
bestimmt sehr amüsiert, Wahrzeichen futsch. 1611 soll nochmals ein großer
Topf von den hiesigen Töpfern Peter und Valentin Förster sowie zwei
Claußnitzer Töpfern gebrannt und in einem dafür gebauten Häuslein
aufgestellt worden sein. Auch der steht längst nicht mehr. Nun sieht man
einen an der B95.
Der Grundriss aus dem 13. Jh.wurde bis heute kaum überformt. Der Markt mit Renaissance-Rathaus, das Alte und Neues Schloss sowie die spätgotische Saalkirche sind herausragende Bauwerke der Stadt, die allerdings auch durch ihren schlichten Charme besticht.
Die Stadt wird auch stark durch die Vielfalt an Platzräumen geprägt. Diese wurden ursprünglich zu wirtschaftlichen Zwecken verwandt - Topfmarkt (Obergasse), Rossmarkt (Lutherplatz).
Typisch auch die engen Gassen wie Brauhausgasse - Brauerei; Badergasse - Badestube an der Mulde. Ein System von schmalen Gassen verbindet die höhergelegene Stadtkirche "Zu unser Lieben Frauen".
Der Bergkeller im Kellerberh wurde mehr aus Spaß an der Freude um 1511 vor den Toren der Stadt in felsigem Gebirge bergbau-fachmännisch mit Entwässerung und Bewetterung angelegt. Laut Chronik trank man hier das im Kellerberg gut gekühlte Lagerbier. Nicht zu bestreiten, daß das labyrinthartig angelegte Gangsystem bei Gefahr auch ausreichend Schutz geboten hat, zumeist wohl vor Ehefrauen. Die Gänge sind wieder passierbar und können besichtigt werden. Und das Bier? Die alte Familienbrauerei wechselte zu oft den Besitzer. Und der Tag der Sachsen in Penig mit seiner Flutkatastrophe ist längst Historie.
Stadtteile/Eingemeindungen:
OT
Churchsdorf 1357 genannt, als die Siedlung Chursdorf
neben anderen Orten der Umgebung der Burggräfin Elisabeth von Leisnig zum
Leibgedinge (als Heiratsgut) vermacht wurde.
sehenswert: Höllmühle, Höllteich, Kapelle zur elenden Maria; Der
Höllteich ist kein natürliches Gewässer, sondern der Anstau des
Johannesbaches. Vorher schlängelte sich der J durch diesen weiten, versumpften
Kessel, früher wild und undurchdringlich. An solchen Stellen hatten die Sorben
ihre Heiligtümer. Vielleicht stand ja hier einst ein Götzenbild der
Hella oder Hellana und daraus wurde Höllmühle ableitet?