Oederan mit Klein-Erzgebirge

Stadt mit rund 7.800 EW (2007), 17.606 (2000); 17.000 (1985) auf 55,85 km² in ü. NN: 385 m

1227 wurde Oederan erstmals urkundlich erwähnt. Um diese Zeit entwickelte sich Oederan zur Marktsiedlung mit rechteckigem Markt und gitterförmigem Straßennetz.
1286 erhielt Oederan die Stadtrechte verliehen.
1583 wurde Oederan eine der ersten freien Bergstädte im Erzgebirge.

Marktplatz im sächsischen OederanZeitung "AUS dem Zwönitztale" Juni 1897 Nr. 5

"... Seine (Samuel Pufendorfs) Erinnerungen hafteten an den Schandtaten des wilden Heeres des entsetzlichen Holck. Noch in späten Jahren klang in ihm das Grauen und die Entrüstung wieder, die er als Knabe gefühlt hatte, wenn man ihm erzählte, wie diese Mordgesellen im Jahre 1632 das nahe Augustushurg und Zsohopau heimgesucht hatten oder wie sie Oederans Bürger, die sich in unbesonnener Kühnheit der Übermacht entgegengeworfen, niedergeschlachtet und den ganzen Ort mit Feuer vertilgt hatte. Auch im Jahre 1634 waren sie wieder im Erzgebirge erschienen..."


Seit 1933 gibt es die Schau von Miniaturen in Oederan, die damit die älteste dieser Art in Europa ist. Von den damals meist arbeitslosen Pionieren der Anlage wurden prägnante Gebäude nachgebildet - das Klein-Eerzgebirge war entstanden mit anfangs 28 Objekten, darunter die Feuerspritze von Oederan, eine kleine Bauernwirtschaft von Dörnthal, ein Huthaus aus Zug bei Freiberg, Nachbildungen von Wohnhäusern aus Gottesgab und Sayda, die alte Holzbrücke von Hohenfichte, eine Wehrkirche und eine Dorfschmiede
1934 im Mai zur Wiedereröffnung stieg die Anzahl der Objekte auf 48 und 1935 auf 60. 1952 fanden sich erneut Oederaner, diesmal unter der Leitung von Willi Schramm, Hans Wiebigke und Max Steier zusammen, um nach den Kriegsjahren einen neuen Anfang für das Klein-Erzgebirge zu schaffen. Wieviel Objekte sind es denn inzwischen? mindestens 110.

erbaulich:

Historische Altstadt mit schlichter Wohnbebauung 18./19. Jh.
- Stadtkirche "Zu Unseren Lieben Frauen" (13. Jh.), Umbau um 1500, mit Silbermannorgel
- Renaissance-Rathaus (um 1400) am Markt war zig mal abgebrannt; mit netten Menschen in der Information.
- Altmarkt (1200 Kaufmannsiedlung u. 1300 Bergmannsiedlung). Vom Rathaus aus gelangt man da hinab über die Große Kirchgasse
- altes Oederaner Stadtbad
- Brauhaus Einsiedel

museal

- 1. Webereimuseum - 1624 hatte nur Zschopau noch mehr Tuchmachermeister
- Heimatmuseum - zuvor Spital zum Heiligen Kreuz, welches schon 1564 bestand.

Ortsteile/Eingemeindung

Breitenau ist neuer Ortsteil. Dort ist auch gleich die Hetzdorfer Schweiz mit dem höchsten einetagigen Bahn-Viadukt, das jetzt unter Denkmalschutz Mauersegler, Turmfalken und Dohlen als Brutsätte nutzen.

Gahlenz

Eines der schönsten Waldhufendörfer Sachsens lmit rund 1.000 EW iegt am Landschaftsschutzgebietes Flöha - Lößnitztal mit seinen laubholztragenden Hangwäldern, Fichtenwäldern und naturnahen Flussuferräumen. Auch die Gahlenz blubbert als Bächel ins LSG.

Engel und Bergmann Fa. Sternkopf aus Gahlenz, etwa 1950

Gahlenz wurde wohl im 12.Jh. gegründet als Waldhufendorf. Das landwirtschaftliche Lehen zinste 1378 dem Markgrafen.

Auch Handwerk war und blieb hier immer wichtig. Die Holzkunst Gahlenz GmbH RuT (seit 1896) produziert Nußknacker, Räuchermännel usw. zwischen 1cm und 2,50m groß, auch Spielzeugpyramiden.

Abb. Sternkopf-Originale aus den 1950ern.
beachtlich:
- größte Golfanlage Mitteldeutschlands (?)
- Greifvögel könnten als Ballholer abgerichtet werden
- sehr anschauliches Dorfmuseum

Frankenstein

Gemeinde mit 1.219 EW 1/2000; 21,5 km²
bereits 1185 in eine Urkunde des Klosters Altzella genannt, zwischen 16. bis Anfang 19.Jh. reger Bergbau, davon natürlich viele verbliebene Zeugnisse. Sehenswert die vielen Bauernhöfe. Hörenswert die Silbermann-Orgel. Doch wo blieb der Stein, von dem der erste Franke behauptete: das ist mein Frankenstein! Zwischen Körnerberg und den alten Kalkbrüchen? Wichtiger ist: im Norden an OT Wingendorf grenzt das Nuturschutzgebiet Oberes Striegis- und Kirchbachtal.

1994 schlossen sich Frankenstein und Memmendorf zur neuen Gemeinde Frankenstein zusammen, die wiederum zum 1. Januar 2012 nach Oederan eingemeindet wurde.