Freiberg - alte Bergstadt

Große Kreisstadt, Berg- und Solarstadt mit rund 42.800 EW (2006), 46.027 EW (2000)

ortsgeschichtlich

Um 1168 wurde in den Wagenspuren der Handelswege bei Christiansdorf am Freien Berg, an dem Bergleute frei schürfen durfte, Silber gefunden. Daher stammt auch der Name der Stadt.

1185 haben die Wettiner als Markgrafen von Meißen die Stadt Freiberg als älteste Bergstadt gegründet und als Herzöge, Kurfürsten und Könige von Sachsen das Schicksal des Freiberger Reviers über 700 Jahre mitbestimmt. Sie waren stellvertretend für den römisch-deutschen Kaiser Eigentümer der Silberschätze in der Erde.ündet oder erstmals urkundlich erwähnt.

Bereits 1218 wurde Freiberg erstmals als Stadt erwähnt, galt um 1300 als größte und bedeutendste Stadt im Land der Wettiner.

1535 gab es bei Freiberg fast 700 Gruben, und 1765 wurde die Bergakademie gegründet, die erste Bergbauuniversität. Die in Tradition des sächsischen Berg- und Hüttenwesens hervorgegangene Bergakademie Freiberg hat sich zu einer modernen Technischen Universität entwickelt, mit Historischem Kabinett, Mineralogischer und Lagerstättensammlung.

Hier findet man ebenso wie in der historischen Altstadt Bezüge zum Silberbergbau und zum Fürstengeschlecht der Wettiner, unter deren besonderer Obhut Freiberg als sächsischer Hauptlieferant des begehrten Münzmetalls vom 12. bis 19. Jh. stand. Die meisten berühmten Freiberger Geschlechter haben ihren Reichtum durch Beteiligung am Silberbergbau erworben.

in Dankbarkeit für die Quelle der Wohlstands - HausdetailFreibergauch Freiberg in SachsenFreiberg4FreibergFreiberg. Blick ins Schloss

Oft wurde die reiche Silberstadt belagert, weshalb sie zu den stark befestigten deutschen Städten zählte. Viel von der Stadtmauer mit ihren Türmen, dem Zwinger und vorgelagerten Befestigungsteichen ist noch zu sehen.

Das Schwedendenkmal vor dem Peterstor erinnert an die erfolgreich abgewehrte Belagerung von 6.000 schwedischen Soldaten während des Dreißigjährigen Krieges. Im Süden der Stadt an der B 101 markieren in einer historischen Bergbaulandschaft die "Drei Kreuze" das Gebiet, in dem die verlustreiche letzte Schlacht des Siebenjährigen Krieges zwischen deutschen Reichstruppen und dem Preußenheer ausgetragen wurde. In der Fischerstraße 21, im Haus des Preußenkönigs, war 1759 bis 1762 die Winterresidenz von Friedrich dem Großen.

Zum Glück blieb Freibergs Altstadt im Zweiten Weltkrieg von Bomben verschont. Sie steht unter Denkmalschutz und zeigt sich als geschlossenes Ensemble mit vorwiegend Bebauung aus Spätgotik und Renaissance, aber auch einigen Zeugnisse der Romanik.

sehenswerte Innenstadt

Der Grundriss der Altstadt weist noch viel unregelmäßige Struktur des späten 12. Jh. auf, doch das Straßenraster um Obermarkt ist planmäßig geordnet und mit Bausubstanz 16. Jh. gesäumt.
Viele Patrizierhäuser zeigen bis heute noch ihren Schmuck aus dem 15. und 16. Jh., beispielsweise die Renaissanceportale am Obermarkt. Hauszeichen und Wappen informieren über Stand und Herkunft der früheren Hauseigentümer. So gehört der silberne Bär mit dem goldenen Zirkel zum Wappen des Hilliger-Geschlechtes, das in Freiberg und später auch in Dresden Glocken und kurfürstliche Kanonen gegossen hat.
Am Rathaus auf dem Obermarkt findet man die drei Erzkreuze als Wahrzeichen der Bergstadt oder Wappen, die an die Herrschaft der Wettiner..

[O] Obermarkt mit Rathaus und ein vom Löwen bewachtes Brunnendenkmal
[R] Rathaus (1470/77), spätgotisch, original erhaltene Innenräume. Am Markt Brunnen mit dem Stadtgründer Markgraf Otto, ringsum schöne Bürgerhäuser verschiedener Stilepochen, zum Beispiel Gotik, Barock und Renaissance. Kaufhaus von 1445, Portal aus der Frührenaissance (1530), Festsaal.

Freiberg in Sachsen, Stadtplan der sehenswürdigkeiten in der Innenstadt[1] Nikolaikirche: dreischiffigespätgotische Hallenkirche, 14./15. Jh., Türme, Innenraum barockisiert mit Hochaltar, Kanzel und Taufe. In der Sakristei Abendmahlsrelief von 1520.

[2] Petrikirche: romanisch um 1280, im 15. Jh. gotisch verändert, um 1730 umgestaltet, Silbermann-Orgel.
[3] Bergakademie
[4] Schloss Freudenstein: Renaissanceanlage aus dem späten 16. Jh., zwei Innenhöfe.
[5] Freiberger Dom St. Marien: eine der bedeutendensten gotischen Hallenkirchen Sachsens (1484 bis 1501), mit romanischen Bestandteilen, z.b. der Goldene Pforte. Beachtlich die Innenausstattung: Tulpenkanzel von Hans Witten (1510), Bergmannskanzel, spätromanische Triumphkreuzgruppe, Apostelzyklus an den Strebepfeilern, Hauptaltar, größte noch bestehende Orgel von Gottfried Silbermann (um 1714), Grabdenkmäler. Neben dem Dom die zweischiffige Annenkapelle (1512) und die Begräbniskapelle der Familie Schönberg.

Goldene Dompforte

Die Goldener Pforte, geschaffen um 1225/30, ist nach Kunsthistoriker Georg Dehio (1850 - 1932) ein "Werk der dekorativen Architektur, das in Deutschland an Pracht selten, an innerem Adel niemals mehr überboten wurde". Sie hat den Namen der Domstadt Freiberg und des Domes St. Marien in der Kunstfachwelt berühmt gemacht. Urkundlich wird das Portal erstmalig Anno 1524 in einem Schriftstück als gülden thure erwähnt. Die Bezeichnung ist auf die einst reiche Farbfassung (Polychromie) zurückzuführen. Mit der Errichtung des Kreuzganges (1507/14) umschloss ein kapellenartiger Kreuzgangabschluss das Portal und schützte dieses für lange Zeit. Mit Abbruch des Ostteils des Kreuzganges 1861 entfiel dieser Schutz. Bereits 1889 forderte Richard v. Mansfeld "...das Denkmal durch einen umfassenden Vorbau vor weiterer Zerstörung zu schützen, ohne solchen würde dasselbe dem rauhen, wechselvollen Klima der Bergstadt, ihrer durch die Schlote der Muldenhütten mit ätzenden Substanzen gefüllten Atmosphäre schnell zum Opfer fallen." 1902/03 wurde durch die Architekten Graebner und Schilling ein Schutzbau errichtet.

[6] Untermarkt: Ensemble mit dem Dom und schönen Bürgerhäusern; besonders bemerkenswert derspätgotische Domherrenhof (1484), heute das Stadt- und Bergbaumuseum, Plastik und Kunsthandwerk vom 16. bis 18. Jh., Freiberger Bergbau. Gleich um die Ecke die Mineraliensammlung der Bergakademie.
[7] Ingenierschule
[8] Donatsturm und Reste des mittelalterlichen Stadtmauerringes
[9] Jakobikirche: neugotisch um 1890, Innenausstattung aus der Vorgängerkirche, 16. bis 18. Jh., darunter eine Silbermannorgel.
Außerhalb des Zentrums:
[10] Städtisches Lehr- und Besucherbergwerk mit der Lehrgrube Alte Elisabeth, bereits im 16. Jh. abgeteuft, zwei Schächte mit verzweigten Stollensystemen, Dampförderanlage von 1850, Betstube, Schornstein und Gebläse in neugotischem Gebäude von 1830

museal

Naturkundemuseum, Waisenhausstraße 10: u.a. Einfluß des Bergbaues auf die Landschaft

ruhig

- Kreuzteich und Scheringpark westlich der Altstadt
- Freiberger Stadtwald im westlichen Stadtgebiet

event

- Historische Berg- und Hüttenparade: 25. bis 27. Juni
- Orgelkonzerte im Dom: Donnerstagabend von Mai bis Oktober

Stadtteile/Eingemeindung

Freiberger Kernstadt, Freiberg Ost, Süd und Nord
Friedeburg, Halsbach, Kreuzemark, Langenrinne, Rosine, Seilerberg, Wasserberg, Zug