mit rund 42.000 EW (2005), 52.000 EW (1980) an der Saale.
Bereits Heinrich I. hatte hier eine Pfalz angelegt, und sein Sohn Otto l.
gründete in M. ein Bistum. Dom und Schloss überragen seitdem auf
einem Buntsandsteinfelsen den Fluß.
In der Geschichte spielte Merseburg eine recht bedeutende Rolle. Bis ins 13.
Jh. hinein fanden hier Reichstage statt. Der Stadt war dann jedoch keine außergewöhnliche
Entwicklung beschieden. Seit dem Wiener Kongreß 1815 preußisch,
war sie zwar Sitz der Regierung eines Regierungsbezirkes und der Verwaltung
der gesamten Provinz Sachsen, blieb aber im Grunde recht unbedeutend.
Anfang des 20 Jh. kam eine tiefgreifende Industrialisierung durch den Braunkohletagebau
im Geiseltal und durch die Gründung des Leuna- und des Bunawerkes. Merseburg
wurde zu einer Arbeiterwohnstadt.
Das Bunawerk wuchs seit 1936 nördlich von Schkopau schlagartig zum Großbetrieb
und machte Deutschland von den (rüstungswichtigen) Kautschukeinfuhren
unabhängig. 1942 zählte der Betrieb bereits 14.000 Beschäftigte,
ohne seinen geplanter Gesamtumfang zu erreichen. Nach dem zweiten Weltkrieg
ist die Beschäftigtenzahl noch auf rund 18.000 gestiegen und Buna wuchs
zum weltgrößten Karbiderzeuger. Merseburg aber wurde deshalb zum
Zentrum der Region entwickelt. Hier wurde auch die Alufolie für die DDR
gewalzt, Papier und Zellstoff produziert.
Trotz der schweren Schäden des Zweiten Weltkrieges ist Merseburg noch reich an geschichtlichen Zeugnissen und hat eine schöne Altstadt.
[A] Altes Rathaus: im wesentlichen ein Renaissancebau, auf dem Markt der Staupenbrunnen.
[1] Stadtpfarrkirche St. Maximi: dreischiffge Hallenkirche, 15. Jh., Türme neugotisch, Kreuzigungsgemälde, Schnitzaltar
[2] Domburg mit Bischofskirche. Vom ursprünglich romanischen Dom stammt nur noch der Grundriss aus dem 11. Jh.. 1515 erfogte ein Umbau zur dreischiffige Hallenkirche mit vier Türmen. Sie enthält zahlreiche kulturhistorische Kostbarkeiten. Berühmt ist das Domstiftsarchiv für seine mittelalterliche Handschriften, darunter die Merseburger Zaubersprüche:
"Ben zi bena, bluot zi bluoda, lid zi geliden, sose gelimida sin". Diese Merseburger Zaubersprüche gehören zu den ältesten deutschen Spruchdenkmälem und stammen wahrscheinlich aus dem 9. Jh. Ihre Wurzel ist rein heidnisch, eine germanische Beschwörung.
Stadtbefestigung zum Teil erhalten
Baulichkeiten des Klosters
weiter nördlich
Burgberg Altenburg: ehemaliger Siedlungskern der Stadt, heute nur Ruinen des Petersklosters und der Viikirche.
event:
Schlossfestspiele im Juni/Juli.