Stadt mit rund 6.700 EW (2008) auf 12,71 km² in 100m ü.NN.
Am Saaletal zwischen Halle und Leuna wuchs an der Basis der Rohstoffvorkommen Salz, Braunkohle und Wasser 1916 schlagartig das Leunawerk. Die umgebenden Feldwirtschaften konnten so auf kürzestem Wege mit eigenem statt mit Chilesalpeter versorgt werden. 1929 zählte das Leunawerk bereits 29.000 Beschäftigte. Im zweiten Weltkrieg war das Werk bedeutender Zulieferer für die Rüstungsindustrie, daher auch die gezielte Zerstörung. Der Neuaufbau nach 1945 zum Chemiegiganten auf 25 km Länge war eine damals dringliche und bedeutende Leistung zur Produktion von Stickstoffdünger, Benzin (aus Braunkohle!), Lösungsmitteln und dergleichen. Leuna II wurde völlig neu und für die Verarbeitung von Erdöl errichtet. Der VEB zählte über 30.000 Beschäftigte, die Treu unter der Hand Filets zu Altlasten end werden ließen.
Die mit Errichtung des Leunawerkes entstandene Wohnstadt unter Einbeziehung
einiger kleiner Gemeinden der Umgebung, darunter auch Leuna, nach dem Werk die
neue Stadt benannt wurden. Trotz ihrer etwa 10.100 EW um 1985 hatte die Stadt
den Charakter einer Arbeiterwohnsiedlung mit starkem Pendlerstrom behalten,
der sich mehr und mehr beruhigt.
3 km nördlich von Leuna, erreicht das Geiseltal, aus westlicher Richtung
kommend, die Saale. Im Bereich dieses kleinen Tales liegt ein etwa 60km²
großes Braunkohlerevier. Das tertiäre Kohleflöz erreicht hier
in einer etwa 10km langen und bis zu 5 km breiten Senke, die durch Auslaugung
von Zechsteinsalzen im Untergrund entstanden ist, eine mächtigkeit bis
über 100m. Sein Abbau erfolgt seit Ende des 18. Jh. in steigendem Umfang.
Es entstanden außer größeren Tagebauen Brikettfabriken und Schwelereien.
Neben Leuna und Buna wurden auch das Großkraftwerk Kayna und das Mineralölwerk Lützkendorf mit Kohle versorgt. Die ständige Vergrößerung der Tagebaue hat das Landschaftsbild des Geiseitales vollkommen verändert. Aus einer unberührten bäuerlichen Kulturlandschaft war im Laufe weniger Jahrzehnte eine extreme Bergbau- und Industrielandschaft geworden. Mehrere Ortschaften mußten dem Bergbau weichen, es entstanden aber - zuerst im südlichen Tal - auch neue Siedlungen.
Aus den Kohlenschichten des Geiseltales sind 40 Millionen Jahre alte Pflanzen- und Tierreste geborgen worden.