kleine Industriestadt mit 7.400 EW (1985) im tief eingeschnittenen Tal des Erb River und eingeengt durch das schmale Tal, 4km Lang und weniger breit. Die bis hoch in den Hängen hängenden Häuser bieten den malerischen Anblick eckiger Trauben. Das Tal weist hier eine geologische Besonderheit auf: Der obere Teil besitzt eine U-Form (Granit), im unteren Stadtteil hat es eine charakteristische V-Form (Glimmerschiefer). Nach Norden zu folgen bis zum Hörseltal Rotliegendes, Zechstein, Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper hintereinander. Der als Ruhlaer Sattel" bezeichnete Gesteinsaufbau verläuft quer zum Thüringer Wald.
1161 erstmals erwähnt wurde der Ort von einem Chronisten im Zusammenhang mit der Sage vom Schmied zu Ruhla: Damals regierte der unerfahrene und die Regierungsgeschäfte vernachlässigende Landgraf Ludwig II. auf der Wartburg. Als er sich während einer Jagd nach Ruhla verirrte, soll er vom Schmied zu Ruhla zum eisernen Landgrafen hartgeschmiedet worden sein - Landgraf werde hart (zu Eisen)! Seine das Volk pausenlos pisackenden Gefolgsleute bekamen die neue Härte des Herrn umgehend zu spüren. Die Untertanen aber konnten aufatmen.
Anlass für die ersten Ansiedlungen waren die Erzvorkommen, der Holzreichtum der Umgebung sowie die Möglichkeit, das Gebirgswasser zu nutzen.
Bereits im 12. Jh. war Ruhla als Ort von Waffenschmieden bekannt. Im 16./18.Jh.
wandelte sich die Produktion von der mittelalterlichen Schwert- und Harnischerzeugung zur Messerherstellung. Bis 1740 stand diese in großer Blüte. Um die am gesamten Wasserlauf und Wald verteilten Hammerwerke, Holzkohlenmeiler. Schleifmühlen und Schmelzfeuer bildete sich schließlich die Ortschaft heraus. 1750 erließ Preußen als Hauptabnehmer der Ruhlaer Erzeugnisse ein Einfuhrverbot. Und da gleichzeitig die Schmalkaldener und Solinger Konkurrenz aufkam, war das Ende der Messerschmiedezunft gekommen. Die Ruhlaer stellten sich jedoch bald auf das Tabakpfeifengewerbe um. Im 18./19.Jh. wurde der Ort dadurch weltbekannt, aber auch dieses Gewerbe ging wieder ein und machte der Uhrenproduktion Platz. Nach der Entdeckung heilkräftiger Mineralquellen im 18. Jh. war Ruhla Badeort, nach 1900 Luftkurort.
Nach 1945 wurde die industrielle Entwicklung fortgesetzt durch die exportintensiven Uhrenwerke und die Fahrzeugelektrik.

Fachwerkhäuser, Schieferplattenhäuser, viele historische Werkstätten der Pfeifenmacher und Messerschmiede
Kirchen St. Concordia und St. Trinitatis