Stadt mit rund 34.000 EW (um 2005), 44.000 EW (1980) 1209 erste urkundliche Erwähnung, als sich am Fuss einer alten (967?) Burg eine Stadt "de Grouz" entwickelte. Diese erhielt 1147 Stadtrechte.
1306 begründete Vogt Heinrich II. Reuß von Plauen die Linie Reuß-Greiz und die Stadt wird Herrschaftssitz der Reußen.
1449 zerfiel das Gebiet durch Erbteilung in ein Obergreiz und ein Untergreiz. Die Reuß wurden vom Kaiser 1673 in den Reichsgrafenstand, und 1778 in den Fürstenstand erhoben. Vielleicht brauchten sie deshalb ein Oberes und ein Unteres Schloss?
1786 wurden Ober- und Untergreiz wieder vereinigt und Residenz des Fürstentums Reuss älterer Linie, das bis 1918 Bestand hatte.
1802 wurde fast die ganze Stadt durch einen Brand zerstört. Seitdem überwiegen
klassizistische Bauten.
Wahrscheinlich waren es Tuchweber aus der Lausitz, die sich in Greiz ansiedelten
und die Stadt zum Textilzentrum machten. Heute dominieren chemische Industrie
und Papierverarbeitung.
[R] Rathaus (1909) am Markt, Bürgerhäuser des 16./18. Jh.
[1] Oberes Schloss. Auf dem 50 m hohem Fels stand schon eine Vorgängerburg. Dem Moritz seine Burg wurde um 1550 errichtet, im 18. Jh. umgebaut. Einige Säle enthalten noch die Ausstattung aus der Zeit der Renaissance, des Barock und des Rokoko.
[2] Alte Wache
[3] Röhrenbrunnen: Quellwasser aus 3 km langer Holzleitung
[4] Stadtkirche: nach dem Stadtbrand von 1802 neu errichtet
[5] Unteres Schloss: in der Altstadt gelegen, nach dem Stadtbrand 1802 klassizistisch wieder aufgebaut, schmiedeeisernes Kronentor; heute Kreis-Heimatmuseum.
[6] Greizer Landschaftspark mit Sommerpalais, einem klassizistischen Bau (17797/89), darin die Staatliche Bücher-, Kupferstich- und Karikaturensammlung. Der 40 ha großen Park wurde nach englischem Vorbild angelegt.
Zwischen Elster und Schlossberg gefallen viele Jugendstil-Häuser.
Teile der Stadtbefestigung aus 15./16. Jh. blieben erhalten, so im Norden der Pulverturm: Weder flog er mitsamt Pulver in die Luft, noch konnten die Stadtbrände von 1902 und 1908 dem Türmchen was anhaben.
nordwestlich:
Nitschareuth - Das Angerdorf wurde 1441 erstmals urkundlich erwähnt und gehörte bis 1918 zum Fürstentum Reuß ältere Linie;
Bauernmuseum Gehöft Nr. 13, vielen Drei- und Vierseitenhöfe des 18. Jh. meist als fränkisches Fachwerk ausgeführt, schiefergedecktes Leiternhaus am Spritzenteich, Kirche Neubau 1658
