Freie Stadt Hamburg - Bundesland und Tor zur Welt

Stadt mit 1.705.000 EW (2002), heute zweitgrößte Stadt Deutschlands;
6m ü. NN. an der Elbmündung

stadtgeschichtlich

Der König als Bettler, das Volk kehrt ihm den Rücken zu. Hamburg832 erfolgte die erste Erwähnung des Ortes Hamburg. Hier entstand eine spätkarolingische Fluchtburg als Zentrum der christlichen Missionierung Nordeuropas unter der Leitung von Bischof Ansgar. Trotz mehrfacher Zerstörung wuchs die Siedlung im Frühmittelalter zur Stadt heran. Friedrich Barbarossa soll ihr angeblich (?) im Jahr 1189 Zollfreiheit für Handel und Schiffahrt auf der Unterelbe zugesichert haben. Von da an nahm Hamburgs Aufstieg zur deutschen Seehandelsmetropole seinen Lauf...

Bereits um 1270 bezeichnete sich Hamburg als freie Stadt.Die erste Blütezeit kam im 14. Jh., als Hamburg Mitglied der Hanse wurde.
Die Stadt hatte schon damals eine Ausdehnung, wie sie noch 1937 bestand.

Der Dreißigjährige Krieg konnte Hamburg nichts anhaben. Ende des 17. Jh. war Hamburg die stärkste Festung Europas. Die Napoleonische Zeit hingegen ist nicht in guter Erinnerung.

Die große Aufwärtsentwicklung kam mit der Industrialisierung und der Entwicklung der Dampfschiffahrt Mitte des 19. Jh., obwohl 1842 ein großer Brand die Stadt verheerte. Auch der Zweite Weltkrieg hinterließ schwerste Schäden. So ist die Stadt zwar ein quirliges Zentrum des Handels und der zeitgenössischen Kultur, aber kein Sammelsurium protziger Prachtbauten, dafür aber voller paragmatisch wegweisender, moderner Architektur.

sehenswerte Innenstadt
Hamburg Innenstadt Plan der Sehenswürdigkeiten[M] Millerntor
[D] Deichstraße
[E] Esplanade
[L] Lombardsbrücke
[R] Rathaus: historistisches Stilgemisch, 1897 fertiggestellt. Südlich davon die Börse, klassizistisch, zweimal zerstört, verändert wiederaufgebaut.
[D] Deichstraße: alte hamburgische Bürgerhäuser, jenseits des Nicolaifleets der Straßenzug Cremon mit alten Speichern.
[1] St. Katharinen: gotische Hallenkirche, im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, restauriert, z.T. neue Innenausstattung.
[2] Speicherstadt: Ende des 19. Jh. erbaut, wobei ein ganzes Stadtviertel mit 25.000 Einwohnern weichen musste, neugotische Backsteinfassaden.
Vor der Brücke der "Neue Krahn" von 1858 anstelle eines hölzernen Krans von 1657. Östlich davon Reimerstwiete, kleine Fachwerkspeicher aus der zweiten Hälfte des 18. Jh.
[3] St. Pauli-Landungsbrücke mit Empfangsgebäude und Turm im "kolonialen" Jugendstil, Ausgangspunkt für Hafenrundfahrten. Sehenswert der Alte Elbtunnel, 1911 eröffnet. An den Landungsbrücken der Stückgutfrachter Cap San Diego, Museumsschiff.
Das nicht nur durch die Reeperbahn berühmte Viertel glänzt auch durch ein Theater und das Ernst-Barlach-Haus (1962) mit Plastiken, Drucken, Grafiken und Handzeichnungen des Künstlers. Und häufig durch seinen FC.
[4] Krameramtswohnungen, 17. Jh., Ziegelfachwerk.
[5] Michel, Kirche St. Michaelis (Schiff: 1750/62, Turm 1776/86), mehrfach niedergebrannt und wieder aufgebaut; Die schönste Barockkirche Norddeutschlands zeigt geschwungenen Emporen und Stuckharmonie in Weiß und Gold im Kirchenraum. Der Turm ist 132 m hohes Wahrzeichen und bietet auf seiner Plattform in 82 m Höhe lebhaftes Getümmel und einen prächtigen Ausblick auf die Alster, über die Elbbrücken, in Richtung Mündung, auf die Stadt.
[6] Peterstraße: alte Häuser in Fachwerk und Backstein.
[7] Bäckerbreitergang: Fachwerkbauten aus dem 18. und 19: Jh. (Nr. 49-58).
[8] Haus der Überseeclubs: spätklassizistischer Bau von 1833 an der Binnenalster.
[9] Alsterarkaden: um 1843 in historisierendem Stil gebaut, Rundbogen. Blick vom Michel zur Alster

[10] Bischofsturm - Steinfundament eines Burgturmes (um 1040), ehemals Wohnturm für den Erzbischof, Mauern 4m dick, Schauraum zur Geschichte der Hammaburg. Gleich nebenan die Petrikirche, mehrfach zerstört, 1949 erweitert, Türschieber in Form eines Löwenkopfes.
Das markante Chilehaus, ein spitz zulaufender, expressionistischer 10geschossiger Backsteinbau mit geschwungener Fassade, geschaffen von Fritz Höger (1924), ist etwa 300 m südlich (nahe Ost-West-Straße) nicht zu übersehen.

Kontorhausviertel, ein für Hamburg typisches Architekturensemble zwischen Steinstraße und Meberg (neben Chilehaus). Es entstand in den 19zwanziger Jahren unter Stadtbaumeister Fritz Schumacher als geschlossene Blockbebauung von Kontorhäusern in niederdeutsch-expressionistischer Klinkerbauweise.
Gegenüber der Meberghof (1923/24) , ein Werk der Architekten Hans und Oskar Gerson mit imposantem Treppenhaus. Das größte Kontorhaus ist der von drei Straßen durchzogene Sprinkenhof (1928) am Burchardplatz. Eine Reihe schöner Kaufmannshäuser aus dem 17./ 19.Jh. lassen erahnen, wie Hamburgs Altstadt einmal ausgesehen hat. Die Rückseiten der schmalen Backstein- oder Fachwerkhäuser liegen direkt am Nikolaifleet.

Überseehafen und Speicherstadt

Start zur Haburger HafenrundfahrtAn der Einmündung des Nikolaifleets in die Elbe war die Keimzelle des Hafens. Die Deichstraße, heute eine beliebte Kneipenmeile, wurde nach dem großen Brand 1842 wieder neu aufgebaut. Gegenüber der Nikolaifleetmündung, auf der anderen Seite des Zollkanals, bildet die Speicherstadt (1888) einen eindrucksvollen Block aus hoch aufragenden Backsteinhäusern. Auf über 350.000 m Fläche lagert, was auf dieser Welt begehrt ist: Tabak, Kaffee und Gewürze, Teppiche, Seide und modernste Elektronik. Wie vor 100 Jahren wird die Ware mit Seilwinden vor den Fassaden hochgehievt und in den Luken verber die Brücke Auf dem Sande gelangen Sie zum Sandtorkai, wo das Hot Spice-Gewürzmuseum, ein wahres Festival für den Geruchssinn, über Anbau, Verarbeitung und Handel mit den kostbaren Geschmacksveredlern informiert.

Der Hafen mit der Speicherstadt nimmt ein Neuntel der Fläche des Stadtstaates ein. In 60 Hafenbecken werden Jahr für Jahr bis zu 14.000 Seeschiffe und noch mehr Binnenschiffe abgefertigt. Hafen, Schiffbau und Seehandel haben die Stadt und ihre Bewohner geprägt.

kulinarisch

Englischen Kuchen, Fisch und andere Leckereien gefragt? Dann zum alten Senator Neanderstraße 27! Die Neandertaler nennt man in H. Neander, weil es keine Täler gibt. Dafür gibt es viel Wasser, auch wenn es bis zur Nordseeküste noch rund 100 km sind. Die Alster gibt es im Dreierpack: Als Alsterwasser (Bier mit Limonade), kleine Binnenalster mit ihrer Shoppingmeile am Jungfernstieg und die Außenalster, ein schon stattlicher Binnensee, auf dem man die kleine Seefahrt üben kann.

event:

jährlich begangener Hafengeburtstag zur Erinnerung an die durch Barbarossa am 7. Mai 1189 zugesicherte Handels- und Zollfreiheit

persönlich

Klaus Störtebeker - am Brooktor in Höhe Magdeburger Brücke erinnert ein Denkmal an den Seeräuber, der hier 1400 enthauptet wurde.
Zitronenjette - wunderschöne Frau, gelebt um 1900. Scharfe Waffe gegen Reisende.

universell:

Uni Hamburg, Uni Hamburg (BW), TU-Hamburg-Harburg, FH Hamburg

Bezirke/Ortsteile

Hamburg - Lage der Stadtbezirke / einiger Stadtteile

Alsterdorf Altona Barmbeck Billstedt Eilbeck Eimsbüttel Eppendorf Feorgsweiher Hamm Harburg (Süd) Harvestehude Hoheluft Horn Ottensen Rotherbaum (Außenalster), Uhlenhorst Wandsbeck Wilhelmsburg


Altona

erhielt 1664 Stadtrecht, kam 1937 zu Hamburg, schon großstädtisch und nah der City

Barmbeck

Jarrestadt (Barmbeck-Süd) besteht ein bauliches Ensemble aus der Zeit der Weimarer Republik - ansehen.

Bergedorf

Stadtkern in historischer Straßenführung und Parzellierung (ab 16. Jh.?). Hier befindet sich das einziges Schloss im Stadtgebiet. Die Vierflügelanlage anstelle der vorherigen Wasserburg am schönen Park ist heute Museum für Bergedorf und die Vierlande, Standesamt und beliebtes Café. sehenswert: Sachsentor, bedeutend: die Sternwartenanlage

Ehestorf

nahe, Südwest. Ob Torfscheune, Schafstall, Backstube, Bienenkörbe, kleine Katen und behäbige Bauernhöfe - alles, was zu den alten Dörfern der Nordheide gehört, ist im Freilichtmuseum am Kiekeberg auf einem 12 ha großen Gelände zu finden.

Fischbeck

im Südwesten am Naturschutzgebiets Fischbecker Heide. Die Heideflächen, die von einer Heidschnuckenherde kurz gehalten werden, gehören zum Landschaftsmosaik der von eiszeitlichen Trockentälern zerkerbten Harburger Berge.

Fuhlsbüttel

Flughafen im Norden der Stadt

Harburg und die Harburger Berge

Binnenhafen. Der Siedlungskern um die Schlossstraße und Karnapp - Zitadelleninsel, Schloss und Industriebauten des 19./20. Jh.
Harburger Berge - sie gehören nicht zum Stadtgebiet:
Sie werden wegen ihrer dunklen Wälder auch die "Schwarzen Berge" genannt. Die Rundwanderwege, die das Naturschutzgebiet durchziehen, führen z.B. zu Eichen- und Buchenwäldchen, in denen die Bäume früher alle paar Jahre gekappt wurden. Die ständigen Eingriffe haben deutliche Spuren hinterlassen - solch bizarre, manchmal wie Korkenzieher gedrehte Baumgestalten sieht man selten.

Neuwerk

Vor Cuxhaven in der Nordsee befindet sich die zu Hamburg gehörende Insel Neuwerk mit Leuchtturm. Sie ist zu Fuß oder per Wattwagen zu erreichen (bei Ebbe), bei Flut mit einem Schiff. Gemeinsam mit der Insel Scharhörn gehört sie zum Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer.

Övelgönne

größter Oldtimerhafen Deutschlands mit 30(?) Oldtimern - Fischkutter, Tjalken, Torfschiffe, Polizeibarkasse, Eisbrecher

Vierlande

fruchtbares Marschenland nördlich der Elbdeiche zwischen Geesthach, Börnsen und Hamburg, begrenzt durch die Stormarner Geest. Bei schweren Sturmfluten standen hier ganze Landstriche unter Wasser. Nach der letzten Flutkatastrophe 1962 wurden die Elbdeiche umgebaut.
Die vier(!) ehem. Gemeinden (heute Ortsteile von Hamburg) der Vierlande - Curslack, Altengamme, Kirchwerder und Neuengamme - besitzen stattliche alte Marschenbauernhöfe, die sich mit den Höfen im weiter elbabwärts gelegenen Alten Land durchaus messen können.
Vierländer Freilichtmuseum am Curslacker Deich 284. Das Rieck-Haus, ein stattliches, reichhaltig ausgestattetes Hufnerhaus mit prächtiger Döns (beheizbare gute Stube im Bauernhaus) und Nebengebäuden wie Scheune und Schöpfmühle erhellt uns die Wohn- und Arbeitswelt der Vierländer Bauern. Im Ortszentrum die hübsche Fachwerkkirche St. Johannis mit freistehendem Glockenturm (18. Jh.)
Altengamme - herrlich schlichte Feldsteinkirche St. Nikolai (13. Jh., Mitte 17. Jh. erneuert) mit farbenprächtigem Rokoko im Inneren und pfiffigen schmiedeeisernen Hutständern an den Männerbänken.
Neuengamme, gelegen auf der anderen Seite des hier Dove Elbe genannten Fluarms, bezeugt mit imposanten Bauernhäusern einstigen Reichtum. Auch die Johanniskirche, ein Feldsteinbau aus dem 13.Jh., beeindruckt mit reich verziertem Gesthl.
KZ-Gedenkstätte Neuengamme mit Dokumentenhaus im 1938 eingerichteten Lager.

Wandsbek

erhielt 1870 Stadtrecht, ging 1937 in Hamburg auf

 

Bildband über Hamburg