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als deutsche Niederlassung (Furt einer Handelsstraße) neben einer slawischen Siedlung entstanden, 1216 erstmalig als Stadt genannt, mit quadratischem Markt und einem Netz rechtwinklig kreuzender Straßen in enger Bebauung mit kleinen Holz- und Fachwerkhäusern - eine typische Stadt der deutschen Osterweiterung.Schön und nahe an Geldquelle Erzgebirge, wurde Dresden 1485 Residenz der Albertinischen Linie der Wettiner (bis 1918), entwickelte sich zu einer künstlerisch bedeutenden Stadt der Renaissance.
Das höfische Dresden erreichte im 18.Jh. unter August den Starken (Friedrich August l., 1694 -1733) und seinem Sohn Friedrich August II. seinen Höhepunkt. Reichtum, Macht und Schönheitswille brachten weltberühmte Bauten hervor:
Zwingers, Katholischen Hofkirche, Japanisches Palais, zahlreiche Adelspalais, ganze Straßenzüge reich verzierter Bürgerhäuser, die Frauenkirche ...
Es entstand das sagenhaft harmonisch geschlossene barocke Ortsbild. Das Stadtzentrum war damals übrigens kleiner als das von Freiberg und entspricht heute fast weniger als 3%! des Stadtgebietes.
Reichtum und politischer Macht - beides vergeigte August III. (Sohn des zweiten August) gründlich, weil er eher dem durchtriebenen Graf Brühl als eigener Vernunft traute. Aber das ist nur noch ein Stück europäische Historie.
Verwaltungs- und Industriestadt ab 19. Jh.:
Zunächst langsam, nach 1870 aber umso stürmischer entwickelte sich Dresden zur Industrie- und Verwaltungsstadt. Industriewerke entstanden in allen Stadtteilen, verstärkt aber entlang der Eisenbahnstrecken im Westen und Südwesten, daran anschließend große Wohngebiete. Auf Grund der Baugesetze sowie der dadurch gestaffelten Mietpreise erfolgte eine starke soziale Differenzierung der Wohnviertel. Einerseits gepflegte, von Gärten und Parks durchsetzte Villenviertel wie Strehlen, Blasewitz, Weißer Hirsch, andererseits Areiterwohngebiete, die bei steigenden Bodenpreise immer mehr zu Mietskasernen mutierten und bald auch um industrielle Neuansiedlung außerhalb der Stadt wuchsen: Niedersedlitz und Heidenau waren solchen Wohnviertel. Solche Kontraste provozierten Spannungen - da gab es denn auch einen "Dresdner Aufstand".
Als bereits feststand, Dresden wird Sowjetische Besatzungszone, bombardierten britisch-amerikanische Flugzeugverbände in der Nacht vom 13. zum 14. Februar die Stadt ohne jede militärische Notwendigkeit. Das in Jahrhunderten geformte Stadtbild wurde in einer Nacht völlig zerstört, mehr als 35.000 Menschen starben grausamen. Alle bekannten historischen Bauwerke wie Schloss, Oper, Zwinger, Gemäldegalerie, Schauspielhaus, Japanisches Palais, Frauenkirche, Kreuzkirche, Annen-, Sophien- und Dreieinigkeitskirche... wurden ein Raub der Flammen. Viele Wohnhäuser wurden total zerstärt, nur etwa jedes fünfte Haus blieb unbeschädigt. Eine Leben erstickende Trümmerwüste blieb zurück. Die Elbbrücken allerding waren von Deutschen selbst gespengt worden. An Stelle der Augustusbrücke gab es bereits 1275 eine erste Brücke. Sie wurde 1910 verändert neu gebaut und in dieser Form nach 1945 wieder hergestellt.
zwischen Nachkrieg und Gegenwart:
Nach dem Wiederaufbau der Stadt entstanden besonders in den 70iger Jahren
große Neubaugebiete wie in Zschertnitz, Leuben und Prohlis, auch zentrumnah,
so vor allem in Johannstadt, der Südvorstadt, der inneren Neustadt und
in Bahnhofnähe.
Im Zentrum blieb noch Leere genug, die mit urbaner Lebensqualität zu füllen ist. Das erhält man nicht allein durch Gebäude! Noch etwas altes Flair in den Stadtkern zu retten dürfte richtig sein. Nahe der auferstandenen Frauenkirche wurde der Neumarkt mit historischer Fassade und lebendiger Nutzungsvielfalt verbessert (um 2005).
[R] Neues Rathaus (1907/10), nach 1945 neu und verändert
[2] Kulturpalast
[3] Residenzschloss: Renaissanceanlage, im Weltkrieg zerstört, 1985-2007(?) wieder aufgebaut. Der begehbare Hausmannsturm ist über 100 m hoch.
Zum Komplex gehört das Johanneum, ursprünglich Stallgebäude, 1591 fertiggestellt, Renaissance, später mehrfach umgebaut. Heute Verkehrsmuseum, Sammlungen zu Geschichte des Verkehrswesens. Anschließend an das Johanneum der Lange Gang mit Arkaden, daran anschließend der Fürstenzug.
Fürstenzug[5] Semperoper am Theaterplatz, 1871/78 von Gottfried Semper erbaut als Hoftheater im Stil der italienischen Hochrenaissance, zweimal zerstört, zuletzt im letzten Weltkrieg, 1977/85 wieder aufgebaut.
Daneben am Ufer das beliebte Italienische Dörfchen und nördlich der Oper der Sächsische Landtag, ein modern transparenter Bau, geplant von Peter Kulka.
[6] Hofkirche: Spätbarock, 1738 bis 1755, sehenswerte Innenausstattung,
geschnitzte Kanzel, Altarbild und Silbermann-Orgel
[7] Frauenkirche: nach Bähr erste Hälfte des 18. Jh., 95 m hoch, im Zweiten Weltkrieg zerstört, danach zunächst ruinöses Mahnmal. Mit gewaltigem Aufwand an Engagement, Material, Können und Spendemitteln wurde der Aufruf einer Bürgerinitiative (1990) zum Wiederaufbau der Frauenkirche umgesetzt. 2005 wurde sie offiziell wieder eingeweiht.
[8] Albertinum: 1884 bis 1887 errichtet, Sitz der Staatlichen Kunstsammlungen:
a) Gemäldegalerie Neue Meister, 19. bis 20. Jh.; b) Grünes Gewölbe:
Schatzkammer der sächsischen Kurfürsten und Könige, mit Münzen,
Plastiken der Antike, des Mittelalters und der Gegenwart.
[9] HS f. Bildende Künste; Brühlsche Terrasse: 1738 als Garten angelegt, Delphinbrunnen, Freitreppe von 1814, daneben das Ständehaus von 1906 mit dem Staatlichen Museum für Mineralogie und Geologie. Südlich von der Brühlschen Terrasse die Sekundogenitur von 1897 in neubarockem Stil, einst Museum, heute Teil des Hotels "Dresdner Hof".
[10] Goldene Reiter, Standbild Augusts des Starken von 1736, unweit davon das Zollhaus 1730 barock begonnen, 19 Jahre später vereinfacht fertiggestellt.
[11] Japanisches Palais: 1715 als Holländisches Palais erbaut, später
von Pöppelmann erwei- tert, heutiges Aussehen spätbarock und klassizistisch,
beherbergt das Landesmuseum für Vorgeschichte und das Museum für Völkerkunde.
[12] Dreikönigskirche: barock, nach Plan von Pöppelmann errichtet,
im Krieg schwer beschädigt.
Kügelgenhaus: barockes Wohnhaus des Malers G. von Kügelgen, heute
Museum zur Dresdner Frühromantik, Sammlungen zur Malerei, Literatur und
Musik
[13] Jägerhof: Renaissancegebäude eines ehemaligen kurfürstlichen Schlosses, beherbergt heute das Museum für Volkskunst.Hauptbahnhof - das architektonische Glanzstück erhielt eine "Frischzellenkur" für 250 Mio Euro unter Architekt Norman Forster, seit 10.11.06 wieder voll funktionsfähig.
Festung Dresden: Die Kasematten waren zwei Jahrhunderte mit Erde verfüllt. Nun sind sie wieder zugänglich -> Georg-Treu-Platz.
außerhalb des Zentrums:
Matthäuskirche: barock, nach Plänen von Pöppelmann errichtet, Grabkirche des Architekten.
Annenkirche: barocker Bau, 1769 fertiggestellt.
Russisch-Orthodoxe Kirche: 1872/74 im Stil altrussischer Kirchen erbaut, innen Ikonen.
Deutsches Hygiene-Museum: Gebäude von 1930 im Bauhausstil, größtes Gesundheitsmuseum der Welt, berühmt für seinen gläsernen Menschen und die gläserne Kuh.
Christuskirche: 1905 fertiggestellt, Jugendstil.
Blaues Wunder: Die 1893 fertiggestellte Stahlhängebrücke, 141,5 m lang , verbindet Blasewitz und Loschwitz ohne einen Pfeiler.
Schloss Pillnitz: einst Sommerresidenz der sächsischen Könige, Wasserpalais (1721) von Pöppelmann, Bergpalais von 1723, beide chinesisch beeinflusst; Neues Palais aus dem 19. Jh., mit diesen Bauten verbunden. Darin Kunstgewerbemuseum. Großer Park in verschiedenen Gartenstilen, Pavillon, Orangerie.
museal
parkig
- Blüherpark beim Hygiene-Museum
- Großer Garten: Lustgarten der Kurfürsten in französischem Stil, darin das barocke Palais (fertiggestellt 1583), Kavaliershäuschen, Skulpturen, Zoologischer und Botanischer Garten.
event
Wachwitz:
Nur noch der Königliche Weinberg blieb vom ehemaligen Wachwitzer Weinbau erhalten. König Friedrich August I. erwarb 1824 das Gelände, ließ den Weinberg vorbildlich erneuern und im angrenzenden Teil einen botanischen Garten und einen Wildpark anlegen.
Südvorstadt
Sie erstreckt sich vom Stadtteil Strehlen zur heutigen Chemnitzer Straße und vom Stadtteil Plauen bis zum Stadtzentrum. Zwar gab es bereits um 1315 ein Dorf Boskau (nahe Beutlerpark), doch bis Mitte des 19. Jh. erfolgte hier kaum eine Besiedelung. 1828 wurde hier die "Technische Bildungsanstalt" errichtet. Startschuss für eine merkliche Bebauung war 1936 mit dem Bau der Blindenanstalt gegeben. Zahlreiche Villen wurden erbaut und bildeten das heutige Schweizer Viertel - benannt nach dem Lokal Schweizer Häuschen. Der hohe Anteil ausländischer Bewohner spiegelte sich wieder in zahlreichen verschiedenen Baustilen, wovon aber nur noch die 1872 bis 1874 erbaute russisch-orthodoxe Kirche erhalten ist. Über 90% aller übrigen Gebäude dieses Gebietes wurden beim Bombenangriff 1945 zerstört.
Beim Wiederaufbau entstand vom Hauptbahnhof bis zur Nürnberger Straße ein Wohnbereich mit viel Grün in den Innenhöfen.