Bremen - das kleinste Bundesland Deutschlands

Im Norden Deutschlands bilden die beiden Städte Bremen und Bremerhaven mit rund 682.000 EW (2005) und 400 km Fläche das kleinste deutsche Bundesland, zwar rund 60 km von einander entfernt, doch verbunden durch die Weser.

Bremen - Freie Hansestadt

Die Siedlung am Weserufer wurde 782 erstmals urkundlich erwähnt. 787 durch Kaiser Karl dern Großen zum Bistum erhoben, wurde Bremen bischöflich regiert und war Ausgangspunkt der Christianisierung des Ostseeraumes.

888 verlieh Kaiser Otto I. der Stadt das Marktprivileg.
1186 erhielt Bremen das Stadtrecht (Barbarossa-Urkunde). Die wichtige Handelsstadt wurde bald durch einen Wallring geschützt.
1186 Freie Reichsstadt
1260 Beitritt zur Hansestadt,

Mit der Zeit wuchs Bremen immer mehr zu einem wichtigen Handelsplatz, und die Kaufleute wurden reicher und selbstbewusster. So setzten sie den Bischof ab und machten Bremen zu einer bürgerlichen Handelsstadt mit Stadtrechten um 1200.
Als Mitglied der Hanse seit 1358 wuchs Bremen beträchtlich. Da Bremen nicht direkt am Meer liegt, wurde die Anlage eines ersten künstlichen Hafenbeckens um 1619 in Vegesack sinnvoll, die spätere Anlage 1827 an der Siedlung Bremerhaven 1827 weitsichtig. Dem damaligen Bürgermeister Smidt sei es gedankt und nach ihm die wichtige Straße mit Weserbrücke bis zum Bahnhof benannt.

1646 Bremen wird zur unmittelbaren freien Reichsstadt erhoben.
1648 Erzstift Bremen und Dombezirk fallen gemäß dem Westfälischen Frieden an Schweden.
1806 Bremen nennt sich Freie Hansestadt.

Bremen Rathausplatz © kameraauge #36151975 Bremen Giebelhäuser © kameraauge #36151941

Giebelhäuser, Rathausplatz Bremen

sehenswerte Innenstadt
Im zweiten Weltkrieg wurden große Teile der Stadt zerstört, doch die Altstadt um den Marktplatz blieb eher verschont.
Bremen Roland © Findus2000

[M] Marktplatz gilt als einer der schönsten Europas, weitläufig und umgeben von vielen Kaufmannshäusern (um 1600) im Stile der Weser-Renaissance. Auch der frei stehende alte Schütting (1537, Gildehaus der Kaufleute) steht am Markt am Eingang zur Böttcherstraße. Hühnenhaft der 9,60 Meter hohe Roland aus Kalkstein, seit 1404 bodenständig wie die Bremer Stadtmusikanten.

[R] historisches Rathaus, 1405/10 gotisch erbaut, beieindruckte mit prächtigen Giebeln, einladenden Arkaden und dem Ratskeller schon Wilhelm Hauff und Heinrich Heine. Es wurde Anfang 17. Jh. renaissance umgestaltet.

[T] Theater, sinnigerweise(?) am Goetheplatz
[X] Windmühle 19. Jh. am nördlichen Wall

[1] Dom St. Petri, 1041 Baubeginn, doppeltürmig nach und nach in verschiedenen Baustilen errichtet und mit einem Dom-Museum angereichert.
[2] Kirche Unser Lieben Frauen, frühgotischer Hallenbau (13. Jh.) mit bunten Fenstern (1964/79) von Alfred Menassier. Nordwestlich davon liegt die Lloydpassage und die zum Bahnhof führende Sögestraße - alles innteressant genug.
[3] St. Johannis Kirche. Südöstlich davon ist Bremens ältestes Wohnviertel - der Schnoor. Handwerker und Fischer wohnten dicht an der Weser. Noch heute befinden sich in den verwinkelten Gassen Häuschen des 15./16. Jh. mit Galerien, Werkstätten, Boutiquen, Kneipen, Restaurants. Ein Revier für Entdecker.

Bremen mit sehenswerte Altstadt

[4] Böttcherstraße - kurze Augenweide. Kaufmann Ludwig Roselius hatte hier den kunstverständigen Architekten Bernhard Hoetger mit der Ausstattung der mittelalterlichen Häuser im expressiven Jugendstil beauftragt - eine lebendige kunsthandwerkliche Gasse.

[5] St. Martini
[6] Stadtwaage
[7] Haus des Reichs
[8] Kunsthalle, Markshaus


[9] Ostertor und Wallanlage. Die (einstigen) Wallanlagen umringen als hübscher Grüngürtel mit dem Stadtgraben die Altstadt, die sonst von der Wesser begrenzt wird. Von den einst 12 Winmühlen in den Wallanlagen ist eine noch erhalten. Um das Ostertor entstand eine Kulturinsel mit Kunsthalle Am Wall 207 (Sammlung seit 1823, impessionistische und expressionistische Malerei der Spitzenklasse). In der klassizistischen Alten Ostertorwache sind Werke des Exprssionisten Gerhard Marcks (1889/1981) ausgestellt. War der ein Bremer? Um Neue Malerei zu sehen, braucht man nur über die Weser zu springen.

Bremen Hauptbahnhof © kameraauge

Hauptbahnhof Bremen. Gleich neben dem Bahnhof das Überseemuseum - 1896 gegründet, mit vielen exponierten Mitbringseln bremischer Kaufleute aus aller Welt.


museal
ruhig
event
sagenhaft
Bremer Stadtmusikanten Bremer Stadtmusikanten © Findus2000

Bremer Stadtmusikanten - Esel, Hund, Katze und Hahn - mit einer Bronzeplastik 1953 von Gerhard Marcks frei Grimms Märchen nachempfunden. Aber die räuberischen Musikanten gibt es wirklich. Damit Touristen nicht in Gefahr laufen, wurde der Aufenthaltsort bis heute verschwiegen und aus sämtlichen Landkarten und Ortsverzeichnissen entfernt.

Schlechte Musik verrät ihre Location.


wirtschaftlich:

Bremen ist zweitgrößte Hafenstadt Deutschlands, auch Technologie- und Wissenschaftsstandort. Ein 146 Meter hoher Fallturm der Uni Bremen steht wegweisend im Technologiepark.
IU-Bremen,
SV Werder Bremen

genüsslich:
heimisch sind die Kaffemarken Jacobs, Eduscho, Melitta und HAG und die Brauerei Becks.

speziell

Kohl und Pinkel - Gericht aus Grünkohl mit vielen Sorten Fleisch oder besser einfach mit geräucherter Grützwurst. Zu den berühmten Pinkelfahrten ist der Genuss von reichlich Bier angeraten, sonst klappt es mit dem Pinkeln nicht.

Stadtteile/Eingemeindung
Bremen, Lageplan einiger Stadtteile Burglesum
Blumenthal
Borgfeld
Gröpelingen
Hemelingen
Horn-Lehe
Huchting
Neustadt
Oberneuland
Tenever, Vahr, Vegesack, Walle
Bremen - Planzen im Bürgergarten
Horn

Rhododendronpark, einer der schönsten und größten Europas, mit Botanischen Garten und Azalleenmuseum, ist besonders nach Mitte März blütenprächtig und in der Marcusallee 60 (nördlich) zu finden.
Das Bremer Landesmuseum (Focke-Museum) ist im Herrenhaus Riensberg (1768 erbaut) in der Schwachhauser Heerstraße 240 untergebracht.


Oberneuland

im Nordosten - planmäßige Anlage des Marschendorfs mit ihrem regelmäßigen Muster der Straßen und Kanäle, noch klar zu erkennen. Das Land wurde Anfang des 12. Jh. von holländischen Einwanderern besiedelt. Eine nostalgische Windmühle erinnert an die ländliche Vergangenheit; Bauernhäuser sind jedoch nur noch vereinzelt zu finden. Sie mussten prachtvollen Villen weichen, die sich wohlhabende Bremer Bürger seit dem Ende des 18. Jh. als standesgemäße Sommerresidenzen errichten ließen.

Borgfeld

im Nordosten - In dem NSG Borgfelder Wümmewiesen bei dem kleinen Ort ist die Landschaft der Wümme-Niederung noch so erhalten, wie vor 100 Jahren auf den Bildern der Worpsweder Künstlerkolonie dargestellt. Die in Deutschland einzigartige Wiesenlandschaft mit ihrer reichen Flora und Fauna kann man auf dem Weg, der von Borgfeld zum Landgasthof Hexenberg führt, erkunden. Ungefähr 200 Vogelarten sind in der im Winter öfters überschwemmten Niederung zeitweise zu Gast oder brüten hier, darunter Singschwäne und Schnatterenten, Kanadagänse und die durch ihre Turnierbalzkämpfe bekannten Kampfläufer.