Kreis am oberbayrischer Pfaffenwinkel

Die sanfte Hügellandschaft vor alpiner Kulisse in der südwestlichen Ecke Oberbayerns ist berühmt und so benannt wegen der zahreichen Kirchenbauten mit besonders viel bayrischem Barock. Nirgends ragen mehr Kirchtürme in den Himmel als hier. Ja wenn jeder, der lebend aus dem Ausland zurückkehrt, gleich ein ganzes Kloster stiftet - wie 1330 Ludwig der Bayer - dann gäbe es kein Platz mehr für Sterbliche. Oder die Osterseen werden trockengelegt. Aber das wäre - natürlich - ein großer Verlust.

Bernbeuren

Gemeinde mit rund 2.400 EW (2012) am Auerberg (769m) nahe einer Lech-Staustufe mit viel Historischem: Gasthöfe, Dorfschmiede, Käsküche

Bernried am Starnberger See

Gemeinde mit rund 2.100 EW (2012)
- Museum der Phantasie mit Buchheim-Sammlung expressionistischer Malerei, Museumsbau von Günter Behnisch
zugehörig:
Adelsried, Bernried, Gallafilz, Höhenried, Karra, Unterholz

Burggen

Gemeinde mit rund 1.700 EW (2012)
landwirtschaftlich geprägter Ort mit alter Bauernkultur: Viele der Bauernhäuser sind als Denkmal geschützt. Höhepunkt im Gemeindeleben ist der Rosstag, der jedes am zweiten Sonntag im September begangen wird. Pferde dürfen da nicht fehlen beim Festzug entlang der Dorfstraße.

Hohenfurch

Gemeinde mit rund 1.500 EW (2012) im Schönachtal, von Wiesen und Wäldern umgebene Pforte zum Pfaffenwinkel; ländlich geprägt;
erkundenswert: Wo liegt die Alpenquelle?

Iffeldorf

Gemeinde mit rund 2.500 EW (2012)
Schön anzusehen ist das Rokokokirchlein in Iffelsdorf. Bedeutend sind die unter Naturschutz stehenden Osterseen. Diese Seenplatte entstand vor etwa 10.000 Jahren durch Abschmelzen eines Eisblocks, Lebensraum für einzigartige Pfanzen und Tieren. Angler werden häufig zottligen Fliegenfischerfänger überrumpelt! hat auch nicht gesehen. Und wenn?

Lechbruck am See

Gemeinde mit rund 2.600 EW (2012) und der Name sagt es: Terrassenförmig breitet sich Lechbruck über das Tal aus. An der Brücke erinnert ein Flößerdenkmal an die einstige Bedeutung als Flößerort. Hier ist gleich ein Parkplatz. Eine Wanderung am Auenwald der Lech bringt ein gewaltiges Stück Natur ins Herz.

Peißenberg

Marktgemeinde mit rund 12.300 EW (2012)
eine 998m hohe Insel mit dem ältesten Observatorium in Deutschland. Nicht nur der Deutsche Wetterdienst, auch manch Bergwanderer erhofft sich von hier oben gute Aussichten. Gute Karten am Wahrzeichen des Paffenwinkels.

Peiting

Marktgemeinde mit rund 11.400 EW (2012)
eine der ältesten Siedlungen zwischen Ammer und Lech; die Stammburg der Welfenherzöge am Lechrain befand sich am heutigen Schlossberg.
sehenswert: Skimuseum, Jagd- und Fischereimuseum

Penzberg

Stadt mit rund 16.000 EW (2007), von der man hier gern mehr erfahren möchte.
Der Nonnenwald war vielleicht sogar mal einer. Heute breitet sich seit 1998 der übermächtige Pharmakonzern Roche aus. Der Standort Penzberg ist eines der größten Biotechnologie-Zentren in Europa und größter Arbeitgeber im bayerischen Oberland.
> Grube, Bergwerkseilbahn, Bergwerksmuseum [P] Karlstraße
Ist Penzberg ein Mammutfundort?
natürlich:
- Stocksee, sumpfige Uferzone
- Breitfilz
- Wer sich ins nördliche Waldgebiet wagt, landet vielleicht In der Falle.

Polling im Schongau

Gemeinde mit rund 3.200 EW (2012) an der Ammer
- ehemaliges Augustiner Chorherrenstift, historische Klostermauern und Klosterkirche
- Heimatmuseum
- Dr.-Faustus-Weg, ein Rundweg von etwas 1h 30 min
Der Weg folgt Ortsbeschreibungen des Romans von Thomas und Viktor Mann, die sich eindeutig auf Polling beziehen. Der landschaftlich reizvolle Weg führt durch eine intakte Kulturlandschaft und auch an den Geburts- und Wohnort der Titelfigur Adrian Leverkühn, begleitet mit entsprechend erläuternden Tafel.

einstige Wallfahrtskirche nahe Etting im Pfaffenwinkel

Kirche Sankt Andreas zu Etting. Ursprünglich vermutlich erbaut als Eigenkirche eines freien Bauern oder Adeligen abseits von Etting als hölzerne Kapelle errichtet, 1497 durch eine massive Kirche ersetzt, 1729 neu erbaut. Den Hochaltar schuf der Wessobrunner Kunstler Thassilo Zopf. Die meisten der inzwischen entwendeten Figuren hatte der Weilheimer Bildhauer Martin Dirr geschaffen. St. Andrä war eine beliebte Wallfahrtskirche.
Vom Schafberg bietet eine herrliche Aussicht über die Moränenlandschaft des Pfaffenwinkels, im Süden über die Ettinger Senke mit einigen keltischen Hügelgräbern . Westlich vom Dorf Etting verlief eine Römerstraße.


zugehörig:
Etting, Grasla, Hungerwies, Kugelsbühl, Längenlaich, Oderding, Polling, St. Wolfgang

Seeshaupt

Gemeinde und Erholungsort mit rund 3.000 EW (2012) am Südzipfel des Starnberger See und in der Nähe der naturgeschützten Osterseen.
zugehörig:
Brandenberg, Eisenrain, Ellmann, Hohenberg, Holzmühle, Hübschmühle, Jenhausen, Kreutberg, Kronleiten, Magnetsried, Nußberg, Oppenried, Pollingsried, Schmitten, Seeseiten, Seeshaupt, Ungertsried, Wolfetsried

Rottenbuch

Gemeinde mit rund 1.700 EW (2012)
Kloster Rottenbuch, ehemaligen Augustinerchorherrenstifts. Die Klosterkirche, Romanik/Gotik wurde im 18. Jh. durch die Wessobrunner J. Schmuzer und Sohn und) sowie M. Günther (Fresken) und F.X. Schmädl (Altäre und Kanzel) hoch barockisiert.

Steingaden Oberbay

Gemeinde mit rund 2.700 EW (2012)
Erholungsort im zauberhaften Voralpenland im südlichen Pfaffenwinkel am Schnittpunkt der Romantischen Straße und der Deutschen Alpenstraße;
1147 gegründet als Kloster, eines der ältesten Prämonstratenserklöster Altbayerns. In deren ehemaligen Klosterkirche sind alle Baustile von der Romanik bis zum Rokoko harmonisch vereint.

Wies - südöstlich rund 5 km an der B17
Steingaden Wieskirche Rokoko Oberbayern © Eduard Shelesnjak #4512235

Sie ist nicht irgendeine Wieskirche, die Rokokokirche "Zum gegeißelten Heiland auf der Wies" - kurz als die Wies oder Wiesnkirch oder Wiesenkirche (1746/54) bezeichnet. Sie steht zwar wie viele Wallfahrtskirchen auf einem sanften Hügel, eben in der Wies. Aber sie zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Das Äußere der Wieskirche verrät kaum die überwältigende Schönheit des Inneren, wo Marmor, Gold und prächtige Farben in genialem Zusammenspiel mit dem Licht den Besucher nahezu blenden. Das Deckenfresko "Jenseits" soll dem Betrachter einen ungetrübten Blick in den Himmel bescheren. Baumeister war Dominikus Zimermann, zur Ausschmückung hat dessen Bruder Johann Baptist beigetragen.

Wessobrunn

Gemeinde mit rund 2.200 EW (2012)
Bayernherzog Tassilo träumte während der Jagd und sein Jäger Wesso machte den Traum wahr. Er fand den Ort mit den drei Quellen am Fuße der Himmelsleiter. Die Schmiralia gibt es heute hier nicht mehr, aber den Ort, zu Ehren des Finders (nicht des Träumers) benannt. Der Wessobrunnen neben der Tassilolinde erzählen deutsche Geschichte. Und im Findling unter der Linde ist das Wessobrunner Gebet (um 800) eingemeißelt, das angeblich älteste schriftliche Zeugnis in deutscher Sprache. An dieser Stelle wurden im 10. Jh. Mönche des 1595 gegründeten Klosters durch Hunnen erschlagen. Einige bauliche Reste des Klosters blieben erhalten, zeugen von höchster Kunstfertigkeit.
berühmt:
Wessobrunner Stuck, durch die Wessobrunner Künstlerfamilien Feichtmayr, Zimmermann und Schmutzer besorgte barocke Stuckarbeit, die für prächtige Bausausschmückung im Süddeutschen Raum vor allem im 17./18. Jh. sorgte.

Städte und Gemeinden im Kreis / EW geschätzt
Altenstadt Antdorf 1.200, Bernbeuren Bernried Böbing 1.800, Burggen Eberfing 1.400, Eglfing 1.000, Habach 1.100, Hohenfurch Hohenpeißenberg 3.700, Huglfing 2.600, Iffeldorf Ingenried 960, Lechbruck Oberhausen Oberbay 2.100, Obersöchering 1.500, Pähl 2.300, Peißenberg Peiting Penzberg Polling, Prem 900, Raisting 2.200, Rottenbuch Schongau Schwabbruck 900, Schwabsoien 1.300, Seeshaupt Sindelsdorf 1.100, Steingaden Weilheim Wessobrunn Wielenbach 3.100, Wildsteig 1.300