Süden der Region Bayerischer Untermain

Der Kreis war um 90 bis 260 n.d.Z noch römisches Grenzland, heute grenzt er im Süden/Südosten an Baden-Württemberg, im Westen an Hessen, tendiert strukturell stark zum Ballungsraumes Rhein-Main in Frankfurt. Er entstand durch die Landkreis-Gebietsreform 1972 aus den Altlandkreisen Miltenberg und Obernburg a.Main (ohne die ehemaligen Gemeinden Pflaumheim und Wenigumstadt) sowie den Südspessart-Gemeinden des ehemaligen Landkreises Marktheidenfeld.
Im Mittelalter war hier das Erzstift Mainz bestimmend, jedoch nicht unangefochten. Die mächtigen Stiftsvögte, die Grafen von Rieneck, versuchten von Rieneck-Lohr aus den Spessart zu beherrschen. Die Vögte des Klosters Amorbach, die Herren von Dürn, quengelten vom Süden her. Beide standen in enger Verbindung zum Deutschen Kaiser, der zu gern am Main Fuß fassen wollte. 1170 nahm er Mainz die Burg Klingenberg ab und schenkte sie dem Schenken von Schüpf, die späteren von Klingenberg bzw. Bickenbach. Er besetzte auch die Burg Stadtprozelten mit Vertrauten. Besitzungen hatten auch die Rüdt von Collenberg, die Herren von Fechenbach, die Kottwitz von Aulenbach und andere. Zu Beginn des 19. Jh. wurde das Erzstift Mainz enteignet. Der Spessart und ein Gebiet um Obernburg kamen an das Fürstentum Aschaffenburg, der Raum Miltenberg/Amorbach kam 1803 an das Fürstenhaus Leiningen, 1806 an das Großherzogtum Hessen-Darmstadt. Seit 1816 (Frankfurter Territorialrecess) war man (königlich) bayrisch.

Bürgstadt

Marktgemeinde mit rund 4.300 EW (2012)

Collenberg

Gemeinde mit rund 2.400 EW (2012) mit Burg Collenberg (Collenburg)

Elsenfeld

Marktgemeinde mit rund 9.000 EW (2012)

Erlenbach a. Main

Kleinstadt mit etwa 10.000 EW (2012) gegenüber von Wörth gelegen
mit den Orten Streit und Mechenhard

Eschau

Marktgemeinde mit rund 3.800 EW (2012)

Großheubach

Marktgemeinde mit rund 5.100 EW (2012)

Kirchzell

Marktgemeinde mit rund 2.300 EW (2012)

Kleinheubach

Marktgemeinde mit rund 3.700 EW (2012)

Kleinwallstadt

Markt, Wohngemeinde mit kleinstädtischem Flair mit rund 4.900 EW (2004) am rechten Ufer des Mains;
historischer Ortskern, nach 1945 im Norden, Osten und Südosten von aufgelockerten Neubaugebiete umgeben. Die bäuerlich-handwerkliche Struktur wurde unter dem Einfluss der Industrialisierung abgeschwächt, die Infrastruktur verbessert.
Der alte Ortskern mit dem alten und neuen Rathaus und der Pfarrkirche, die alte Ortsmauer - Stadtname! - als gestrecktes Rechteck an den Main gelehnt, mit zwei Turmresten - etwas vom alten Flair blieb der Stadt erhalten, die schon im frühen 8. Jh. missioniert und lange auch Bischofswallstadt genannt wurde.
Ortsteil Hofstetten wurde 1971 eingemeindet, hat sich vom karolingischen Rastplatz unter den Grafen

Mönchberg

Marktgemeinde mit rund 2.600 EW (2012)

Obernburg am Main

Stadt mit rund 8.500 EW (2012)
Römermuseum Obernburg am Main werden fast ausnahmslos Funde aus dem Kastell Nemaninga der 4. aquitanischen Reiterkohorte römischer Bürger, des Britonennumerus der nemaningensischen Grenzschützer sowie des Lagerdorfes präsentiert.

Schneeberg

Marktgemeinde mit rund 1.800 EW (2012)

Stadtprozelten

Stadt mit rund 1.500 EW (2012)

Sulzbach a. Main

Marktort (1973) mit rund 7.000 EW auf 19,97 km², am salzhaltigen Sulzbach, der im Nordwesten des Gemeindegebietes in den Main mündet.
1184 erste urkundliche Erwähnung als "curtem (Hof) in Sulzibah". Nachdem die Einwohner Landwirtschaft auf Streifengütern betrieben, sicherten sich Handwerk, Handel und Industrie zunehmend einen grenzenlosen Marktwert.
sehenswert:
das Portal der alten Kirche, die im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts errichtet wurde, sowie die alten Türme des Nordtores mit Resten der ehemaligen Dorfmauer.
Ortsteil Dornau - ehemals selbständige Gemeinde, 1971 eingemeindet; 1243 erstmals urkundlich erwähnt
Ortsteil Soden
ehemals selbständige Gemeinde, 1972 eingemeindet, 1248 erstmals urkundlich erwähnt.
In Soden (mhd. "sot" = Ouelle, Brunnen, Mineralquelle) wurden die frei zutage tretenden Salzquellen zur Kochsalzgewinnung genutzt. Am 27. August 1456 verlieh Kurfürst Theodorich von Erbach an Peter Eberbach und dessen Frau dieses Recht, das hier bis Mitte 18. Jh. ausgeübt wurde. Im Jahr 1856 wurde in Soden ein Badebetrieb eröffnet, um die jod- und bromhaltigen Kochsalzquellen zu nutzen. Bad Sodenthal blieb bis Ende des 1. Weltkrieges ein bekanntes Bad.

Weilbach

Marktgemeinde mit rund 2 .250 EW (2012)

Wörth am Main

Kleinstadt mit knapp 5.000 EW (2005) auf 15,89 km²;
Gründung im 13. Jh. durch die Herren von Breuberg unter der Oberherrschaft der Erzbischöfe von Mainz, 1291 erstmals urkundlich als Stadt erwähnt, Enwicklung zum Handels- und Schiffbauplatz (1652-1918) - siehe Museum Rathausstraße 72.
Katastrophalen Hochwässer Ende 19. Jh. führten zur Gründung von Neu-Wörth auf hochwasserfreiem Gebiet. Erst durch grundlegende Sanierung von Infrastruktur und Verkehrsflächen in den Jahren 1993 - 1996 und Hochwasserschutzes 2001 wurde die Altstadt wieder zum Wohnquartier mit Zukunft.
erbaulich:
Altstadt mit Stadtbefestigung und Türmen aus dem Mittelalter, Bürgerhaus 1600, früher Rathaus)
Neustadt mit Wohngebäuden aus Buntsandstein
- St. Nikolauskirche, neoromanisch (1898) mit Kreuzaltar, Kreuzigungsgruppe und Kümmernisbild
- Galgen aus zwei 7 m hohen runden Sandsteinsäulen
- St. Martinskapelle im Friedhof auf älterem
- Römerkastell und Kastellbad (Ende 6. Jh.) am Odenwaldlimes unterhalb der Mühle (freigelegt?)

Städte und Gemeinden im Kreis / EW geschätzt
Altenbuch 1.300, Amorbach Bürgstadt Collenberg Dorfprozelten 1.800, Eichenbühl 2.600, Elsenfeld, Erlenbach a. Main, Eschau Faulbach 2.600, Großheubach Großwallstadt 4.100, Hausen b. Aschaffenburg 1.900, Kirchzell Kleinheubach Kleinwallstadt Klingenberg Laudenbach 1.400, Leidersbach 4.800, Miltenberg Mömlingen 5.000, Mönchberg Neunkirchen 1.500, Niedernberg 4.900, Obernburg Röllbach 1.700, Rüdenau 800, Schneeberg Stadtprozelten Sulzbach Weilbach Wörth