Fürth - Kleeblattstadt

Fürth mal von oben

fotos © galerie / fotobee.de - über den Dächern von Fürth

Stadt mit ca. 110.500 EW (2003) auf 63,35 km²

Wahrscheinlich ist Fürth aus einem um 7./8. Jh. gegründeten karolingischen Königshof Furthum hervorgegangen, erste urkundliche Erwähnung 1007 als Besitz der Dompropstei Bamberg.
Vom 12. bis 19.Jh durfte sich Fürth einer klassischen Doppelherrschaft, ja sogar der Dreiherrschaft erfreuen: durch fürstlich-bischöfliche Bamberger, markgräflich landesherrliche Ansbacher und Nürnbergs reichsherrlich herrschaftlichen. Vor Dankbarkeit hat man ein dreiblättriges Kleeblatt zum Stadtwappen erklärt, was wohl eher nachträgliche Erklärungsversuche sind. Das fehlende vierte Blatt könnte auch als gesunder Realismus ausgelegt werden. Dennoch blieben und bleiben die Ambitionen groß.

Fürth, nördliche Altstadt1632 kam es zu einer Schlacht zwischen den Schweden unter König Gustav Adolf II. und Wallensteins Kaiserlichen an der Alten Veste in Zirndorf, zwei Jahre darauf wurde Fürth fast vollständig zerstört.
Um 1634 siedelten sich Emigranten aus Frankreich und den Niederlanden an, mit ihnen neues Gewerbe - Tabak, Textil, Feinmechanik (Uhren).
Fürth - viel gründerzeitliche Pracht in Sandstein1792 wurde Fürth preußisch, 1806 bayrisch. Prachtvolle gründerzeitliche Bürgerhäuser (1883/1904) entstanden beidseits der "Ludwigsbahn" an der Hornschuchpromenade und Königswarterstraße.
schnell wie ein Adler war die Eisenbahn der ersten Bahnlienie Nürnberg-Fürth 18351835 fuhr die erste deutschen Eisenbahn von Nürnberg zur Fürther Freiheit (Wochenmarkt). Ein Obelisk in Nürnbergs breiter Fürther Straße erinnert daran. Die Pegnitztalbahn eröffnete später am 15.Juli 1877. 1982 erfolgte der U-Bahn-Anschluss nach Nürnberg. Seit 1972 ist Fürth Hafenstadt am Main-Donau-Kanal, hat auch direkten Autobahnanschluss.
Rundfunkmuseum Füth MittelfrankenRundfunkmuseum (1993)

Max Grundig eröffnete in Fürth sein erstes Radio-Geschäft, verlegte es später in die Schwabacher Straße Nr. 1. Kneipenbekanntschaften verhalfen ihm mit zum kometenhaften Aufstieg. Ludwig Erhard - Wirtschaftsminister! - sorgte dafür, dass er Zugriff auf ein Wehrmachtslager mit Elektroröhren erhielt, als die Konkurrenz mangels Röhren nicht produzieren konnte.
Theater in Fürth, MittelfrankenNochmal richtig Dampf für industriellen Aufschwung gab die Stadt nach dem Krieg. 10% der Wohnungen waren zerstört, 15.000 Heimatvertriebene brauchten ein neues Zuhause. Viel Arbeit auch für viele ausländische Arbeitskräfte.

1950 wird Fürth Großstadt. Im Kontext zwischen Nürnberg und Erlangen ist die Stadt ein Schmelztiegel für Kreativ-Produktives, vielgestaltig und nicht auf Anhieb erfaßbar.

Innenstadt von Fürth

Die Altstadt ist geprägt von der Barockzeit und dem mit der Industrialisierung einher gehenden Bauboom der 19. Jh. in der südlichen Innenstadt.

[R] Rathaus, 1840-1850 errichtet. Vorbild war der florentinische Palazzo Vecchio.
[S] Schwabacher Straße - Fußgängerzone mit Dreiherrschaftsbrunnen
[B] Bahnhof mit Centaurenbrunnen, Eisenbahndenkmal (1890) von Rudolf Maison
[F] Fürthermare, Thermalbad am Scherbsgraben15, eröffnet 2007 mit Integration des Freibades
[J] Jüdischer Friedhof mit beruhigend altem Baumbestand, dabei riesige Schlehen
[M] Marktplatz bzw. Grüner Markt im Altstadtzentrum, u.a. barocke Sandsteinhäuser um 1700

Fürth in Franken, Plan der Innenstadt

[1] Stadttheater (1902)
[2] Kirche Unserer lieben Frauen, Klassizismus (1828)
[3] Auferstehungskirche, Klassizismus (1826)
[4] Berolzheimerianum Jugendstilbau (1906) Theresienstr.1
[5] Logenhaus, Historismus (1891, L. Bürger), Damb. Str. 11
[6] Synagoge
[7] Stadthalle Rosenstr. 50; diagonal Kulturforum Schlachthof
[8] St. Michael, erbaut um 1100 (Langhaus), Turm spätes 14. Jh., Hauptbau 15. Jh., innen neugotisch, Pfarrhäuser 17. Jh.
[9] St. Martins-Kirche nahe am Kellerberg ist eine der ältesten Kirchen im Nürnberger Raum.


erholsam

Der Stadtpark wurde 1951 anlässlich einer Gartenschau vom damaligen Stadtgartendirektor Hans Schiller konzipiert.

eine von zwei Heilquellen in Fürth

Mit dem Kurgartenpark und der König-Ludwig-Quelle bestand bereits ein richtiger Kurpark . Auf der anden Seite die herrliche Pegnitzaue, am Espan eine weitere Heilquelle an der kleinen Mainaue - von ähnlicher Qualität wie Bad Windsheim, gut dosiert gegen Magen- und Darmerkrankungen hilfreich.


- breite Flussauen von Rednitz und Pegnitz
- Stadtwald, üppig und weiträumig
- Thermalbad Fürthermare, 10/2007 am Scherbsgraben 15 eröffnet. Aus 400 m Tiefe wird das Wasser eingeleitet und aufgeheizt. Sauna. Freibad.


museal

Jüdisches Museum Franken

festlich

die Kärwa - Kirchweih und Markt; älter als das Oktoberfest, obwohl das Bier älter als die Kirche ist!

Stadtteile/Eingemeindung
Fürth in Mittelfranken, Stadtteile im Überblick

Burgfarrnbach Dambach, Espan, Hardhöhe, Herboldshof, Mannhof, Oberfürberg, Poppenreuth, Ronhof, Sack, Bislohe u. Steinach
Stadeln, Unterfarrnbach, Unterfürberg
Vach mit Atzenhof, Flexdorf und Ritzmannshof


Füth-Poppenreuth von Osten her gesehen1899 Weikershof - mit Gaggerlasquelle Buckweg
1900 Poppenreuth - mit ältester Kirche des Nürnberger Raumes, der St. Peters-Kirche. Sie bestand bereits vor 1007.

1901 Dambach, Oberfürberg, Unterfürberg
1918 Atzendorf, Unterfarrnbach
1923 Burgfarrnbach - Schlossanlage
1927 Kronach, Ronhof
1972 Bislohe, Braunsbach, Flexdorf, Herboldshof, Mannhof,
Ritzmannshof, Sack, Stadeln, Steinach, Vach


Fürth bei Fach an der Pegnitz

Vach Ort an der Regnitz, seit 1972 auch am Main-Donau-Kanal, wohl im 10. Jh. besiedelt; Vach = Vorrichtung zum Aufstauen von Wasser und für den Fischfang (an der Kunstmühle?)
1059 erstmals urkundlich erwähnt (Kirchenweihe), lange Herrschaft der Ansbacher Markgrafen, zum Teil auch der Reichsstadt Nürnberg;
1972 mit den angeschlosssenen Dörfern Flexdorf und Ritzmannshof nach Fürth eingemeindet

sehenswert in Vach:
- Kirche St. Matthäus (15. Jh.), als Wehrkirche angelegt, Innenausstattung 17. Jh., Moseskanzel (1707)