Drehscheibe des nordeuropäischen Fernhandels, Mutter der Hanse und Wiege der Backsteinarchitektur - davon künden noch heute viele mächtige Bauten dieser einst reichsfreien Stadt.
Hier könnte man aber auch gern für immer vor Anker gehen, nicht nur wegen dem Marzipan, das innen natürlich möglichst gelblich sein sollte.
Um das Jahr 1000 errichteten Wenden einen Handelsplatz an der Mündung der Schwartau in die Trave. Dieses Liubice wurde 1138 zerstört. Fünf Jahre darauf gründete Graf Adolf II.. von Schauenburg eine deutsche Kaufmannssiedlung, die allerdings bald durch Feuer unterging.
Erst der erneuten Gründung durch Heinrich den Löwen im Jahr 1159 war Erfolg beschieden. Die Kaufleute fuhren schon in jener Zeit durch die ganze Ostsee bis nach Nowgorod. Von Lübeck aus wurden weitere Städte gegründet und mit Lübschem Recht ausgestattet, wie Wismar, Rostock, Stralsund, Danzig, Riga und Dorpat. Um 1300 bis im Mitte 16.Jh. war Lübeck "Haupt der Hanse". Freien Zugang zur Ostsee sicherten sich die Kaufleute Lübecks bereits im Jahr 1329, indem sie sich Travemünde einfach kauften - mit Geld.
Im Zweiten Weltkrieg wurde rund ein Fünftel der Altstadt zerstört. Die Schäden sind behoben, und die 1000 denkmalgeschützten Gebäude stellen einen besonderen Schatz der Hansestadt dar.
Seit dem Mittelalter prägen sieben Kirchtürme die Stadtsilhouette: die des Doms mit seinen zwei Türmen, der Marienkirche, der 2türmigen Petrikirche, der Jakobikirche und der Aegidienkirche. Die zahlreichen Kaufmannshäuser zeugen von einstigem Wohlstand. Besonders auffällig die Häuser an der Breiten Straße und an der Königstraße.
Auch den Häusern der Kleinbürger und armen Leute können gefallen. Die Armen lebten vor allem in den sogenannten Gängen: Die engen Verhältnisse zwangen zum Bau entsprechend kleiner Häuser. Heute sind sie als Stadtwohnungen beliebt.
[H] Hansahafen
[K] Musik-und Kongresshalle
[M] Museumshafen
[R] Rathaus am Markt (13./15. Jh.) mit Renaissancevorbau 1570
[T] Theater
[1] Marienkirche, der "Mutter der backsteingotischen Basiliken" - eine der ersten gotischen Backsteinkirchen im norddeutschen Raum (Baubeginn um 1250) und damit Vorbild für viele andere Kirchen an der Ostsee, Turm 120 m hoch. Von der Innenausstattung ist ein Sakramentshaus aus Eisen erhalten geblieben.
[2] Petrikirche: zweitürmige, gotische Hallenkirche, fünfschiffig, Aussicht vom Turm

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[3] große Petersgrube: bunter Stilmix alter Bürgerhäuser der unterschiedlichsten Stilepochen, von der Gotik bis zum Klassizismus.
[4] Holstentor (1464/78). Das Wahrzeichen der Stadt, Teil der ehemaligen Befestigungsanlagen, dokumentiert einstigen Stolz und Würde. 1863 beinahe abgerissen, beherbergt es heute eine stadtgeschichtliche Sammlung, Bodenfunde, Waffen, Modelle der Stadt, von Häusern und Schiffen.
Südlich vom Tor: Salzspeicher, Backsteinhäuser mit hohen Giebel (16./18. Jh.). Weiter westlich die Puppenbrücke über den Stadtgraben mit Sandsteinplastiken (1776). An der Willy-Brandt-Allee (Wallhalbinsel) die Musik- und Kongresshalle
[5] Schabbelhaus: Ensemble aus zwei Bürgerhäusern, sehenswerte Inneneinrichtung.
[6] Buddenbrook-Haus: barockes Patrizierhaus, früher im Besitz der Familie Mann, wichtiger Handlungsort des gleichnamigen Romans von Thomas Mann.
[7] Jakobikirche: dreischifflge Backsteinkirche der Gotik, barocker Hochaltar, Wandmalereien.
Viele Reiche dachten vor dem Tod auch an ihr Seelenheil und gründeten Wohnstifte für kranke und arme Mitbürger. Herrausragend dabei das Heilig-Geist-Spital, der größte mittelalterliche Komplex dieser Art in Norddeutschland.
Das Haus der Schiffergesellschaft in der Breiten Straße spätgotisch (1535), ist heute eine historische Gaststätte.
[8] Burgkloster, 13. Jh.(?)
[9] Burgtor Burgstr.2: heutige Form von 1444, Glockenhaube mit Schiefer gedeckt, von 1685.
[10] Königstraße: Anreihung repräsentativer Stadtpalais, Behnhaus und Drägerhaus Nr. 9-11 nachträglich miteinander verbunden und mit klassizistischer Fassade versehen.
Der Füchtingshof Königstr. 57 wurde 1612 erbaut und 1636 als Wohnhof für ältere und arme Bürger vom damaligen Ratsherren Johann Füchting gestiftet.
[11] St. Aegidien: dreischiffige gotische Hallenkirche, Orgel mit frühbarockem Prospekt, barockes Prunkgitter. Daneben das St. Annen-Museum in ehemaligem Kloster, 1843 teilweise abgebrannt. Hier hat das Museum für Kunst- und Kulturgeschichte seinen Sitz, sakrale Kunst vom 13. bis 16. Jh., Städtische Wohnkultur.
[12] Stadthalle
[13] Zeughaus, heute Museum für Natur und Umwelt; der zweitürmiger Dom daneben, von Heinrich dem Löwen gegründet (1173), heute gotische Hallenkirche mit spätromanischer Vorhalle, Triumphkreuzgruppe (1477), Kanzel, barocke Seitenkapellen.
Südlich vom Dom das Kulturhistorische Museum. Nahe auch die Herz-Jesu-Kirche, eine hochgotische dreischiffige Kirche ohne Turm. Sie weist beachtliche Wandmalereien auf, gar ein Tintoretto-Bild, Chorgestühl und Triumphkreuzgruppe. Im Umkreis noch viele erstaunliche Bauwerke, so in der mittleren Königstraße das älteste erhaltene Bürgerhaus, die Löwenapotheke.
- Museumshafen an der Untertrave, südliche Altstadt. Und gleich noch eine Hafenrundfahrt
- Museum Behnhaus Drägerhaus, Königstr. 9-11: Gemälde, Plastik 19. Jh. bis zur Moderne
- Völkerkundemuseum, Großer Bauhof 12, im Zeughaus von 1594
- Geschichtswerkstatt Herrenwyk, Kokerstr. 3: Leben/Arbeit im Industrievorort Herrenwyk
- Puppenmuseum, Kleine Petersgrube 4-6: Museum für Figurentheater, Exponate weltweit
- Burgkloster, Hinter der Burg 1-3: Wandmalereien und Plastiken im Dominikanerkloster
Altstadtfest: zweites Wochenende im September
Frühjahrsmarkt: Mitte März/Anfang April
Markt anno dazumal - im Mai, historisches Handwerk, alte Kostüme
Lübecker Volksfest: erstes Wochenende im Juli
Nordische Filmtage: erstes Wochenende im November
• Herbstmarkt: Mitte November/Anfang Dezember

Großsteinrade Kücknitz Moisling Schlatup Strecknitz
Travemünde, 20 km n: als Fischerdorf an der Travemündung 1187 offiziell gegründet, seit 1329 zu Lübeck gehörig;
drittältestes Seebad Deutschlands -> literarisch: Thomas Mann "Die Buddenbrooks"
historischer Altstadtkern mit Fachwerkhäusern(18./19. Jh.), Lorenzkirche (1522), Kasino (1861),
Bild: Viermastbark Passat. hinten Alter Leuchtturm