Quedlinburg erregt Aufmerksamkeit

Vom Burgberg in die Altstadt und Weltkulturerbe-Stadt Quedlinburg gesehen © sailerQuedlinburg Altstadt © Henry Czauderna

Aufblick und Durchblick in Quedlinburgs Altstadt

Stadt mit Weltkulturerbe und 25.200 EW (2002); 29.100 EW (1985); 122m ü.NN. am Nordrand des Harzes;

Das alte Quedlinburg mit uraltem Pflaster zwischen winkligen Gassen mit rund 1.200 Fachwerkhäusern auf engstem Raum bildet ein einmalig geschlossenes bauliches Ensemble, das 1994 in die UNESCO-Welterbeliste als schützenswertes Kultur aufgenommen wurde. Die Fülle an Baudenkmälern der unterschiedlichsten Epochen und Bauweisen hat absolut Seltenheitswert.

Der Stadtname geht übrigens auf einen altsächsischen Eigennamen Quitilingo zurück.

Im 10. Jh. war hier das Zentrum des Deutschen Reiches. 69 mal besuchten deutsche Könige und Kaiser die Quitilingaburg auf dem sandsteinernen Burgberg. Der trägt heute noch die Stiftsburg und Gebäude, die einst Amtssitz der Äbtissin der Reichsabtei Quedlinburg waren. Die Gebäude zeigen kein einheitliches Gefüge. Renaissance und Barock verschmelzen miteinander. Aus dieser Epoche stammen auch die Stiftskirche St. Servatius und St. Wiperti. Diese erste Blütezeit der Siedlung als königlich-kaiserliche Pfalz hielt bis ins 13. Jh. an. Im 11./12. Jh. bildete sich eine Bürgerstadt heraus, um 1200 entstand eine Neustadt.

Glücklicherweise blieb Quedlinburg im Lauf der Geschichte dennoch eine Kleinstadt, die bis in unsere Zeit landwirtschaftlich geprägt war. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich die Stadt zu einem Zentrum der Saatzucht.

Quedlinburg, Stiftskirche und Schloss © Henry Czauderna #32007780
Quedlinburg Marktplatz © Stefan Baum #10201850
Quedlinburg Mittelalterliche Stadtmauer © l.weeber #24937548

sehenswerte historische Altstadt
Sie ist stark vom Barock geprägt, weist zudem Fachwerkbauten aus sieben Jahrhunderten auf.

[Quedlinburg Marktplatz © Stefan Baum

M] Markt: Ensemble mit mehreren bemerkenswerten Bauten, spätbarockes Haus Grünhagen (1701), Gildehaus der Tuchmacher (1545) und der Lohgerber (Ende 17. Jh.), Bürgerhäuser mit Renaissancefassaden,
[R] Rathaus, Renaissancegestalt von 1615, Portal, seitlich Plastik des Roland
[F] Finkenherd: Fachwerkhausensemble an historischer Stelle. Hier soll Heinrich I. im Jahre 919 die Nachricht erhalten haben, dass er zum König gewählt wurde.
Quedlinburg, Sehenswürdigkeiten der historischen Altstadt [1] Alter Klopstock: Fachwerkhaus von 1580, von einem Vetter des Dichters gekauft. Südlich davon der Schuhhof mit kleinen Fachwerkhäusern.
[2] Kirche St.Blasii, eine barocke Saalkirche von 1715 mit achteckigem Grundriss.
[3] Ständerbau: erstes Fachwerkhaus Deutschlands (1320?), Fachwerkmuseum mit Modellen, Zimmermannstechnik, Stil

Quedlinburg, Stiftskirche und Schloss © Henry Czauderna [4] Stiftskirche St. Servatius, romanische, dreischiffige kreuzförmige Basilika, Doppelturmfassade, Hallenkrypta mit Wandmalereien, romanische und frühgotische Grabdenkmäler, Quedlinburger Domschatz, Grabstätte des ersten deutschen Königs und damit I. Heinrichs (875-936).

[5] Schloss: Renaissance, dreiflügelig, Wahrzeichen der Stadt, im Innern repräsentative Räume. Schlossmuseum in den Räumen des ehemaligen Damenstifts, Grafik, Gemälde, Renaissance- und Barockmöbel.
Quedlinburg Mittelalterliche Stadtmauer © l.weeber[6] Klopstockhaus: Geburtshaus des Dichters, Fachwerkhaus des 16. Jh., beherbergt heute ein Literaturmuseum, auch mit sehenswerten Möbeln und Bildern. Hier befindet sich auch die Dokumentation des Lebens von Dorothea Erxleben, die als erste Frau 1754 das Doktorexamen der Medizin in Halle ablegte. Westlich vom Haus Europas größte Lyonel-Feininger-Galerie mit Werken von Lyonel Feininger.
[7] Stadtmauern der Alt- und Neustadt sind in Resten mit einigen Türmen vorhanden.


[8] Marktkirche St.Benedikti: dreischiffige gotische Hallenkirche, Krypta romanisch, östlich davon der Kornmarkt mit zahlreichen Fachwerkhäusern, wie der Adlerapotheke.
[9] Hagensches Freihaus: repräsentativer Renaissancebau von 1556 mit Treppenturm.
[10] St. Nikolai: dreischiffige gotische Hallenkirche, Kreuzrippengewölbe, Barockaltar, Westturm 70m hoch
etwas westlich: Münzenberg mit ehem. Frauenkloster, später zerstört, heute ein Gewirr kleiner Fachwerkhäuser.
außerhalb des Zentrums St. Wiperti: romanische Basilika mit dreischiffiger Krypta aus dem 10. Jh.

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