Bitterfeld

Bernsteinstadt mit 32.800 EW (1946), verursacht durch den Zuzug von Umsiedlern.

1351 erste urkundliche Hinweis auf Stadtrecht; lange dominierten Landwirtschaft, Töpferei und Tuchmacherei und die Widrigkeiten des Mittelalters. Die Industrialisierung setzte hier mit der Förderung der Braunkohle ab 1839 und dem Betrieb der ersten Dampfmaschine beim Tuchmacher Oelschig ein. Es entwickelten sich Steinzeug- und Keramikindustrie und Maschinenbau.
1893 mit Ansiedlungen der AEG und der Chemische Fabrik Griesheim begann der rasante Aufschwung zur Chemieindustriestadt. Die Einwohnerzahlen stiegen zwangläufig - von 4.972 EW (1871) auf 19.662 EW (1925 - I. G. Farben AG, der auch die Bitterfelder Werke beitraten)
1909 wird der Bitterfelder Verein für Luftfahrt gegründet und mit ihm begründet sich der bis heute erhaltene Ruf von Bitterfeld als Stadt der Luftschifffahrt nach August von Parseval und der Freiballone.

Zum Glück blieb Bitterfelds Bausubstanz vom Kriege fast verschont.

Richtig bekannt wurde die Stadt ab 1959 als Konferenzstadt. Ergebnis dieser Konferenzen war der für die Kultur der DDR verordnete, nachhaltig wirkende "Bitterfelder Weg". Defizite sollten durch Kunst aufgehoben und so die Ergebnisse zum Realismus werden. Brecht hatte es vorgemacht: Der müde Wanderer, der sich nach einer Bank zum Ausruhen sehnte, sah diese ja so real vor sich, bis sie endlich wirklich da war: greifbar. existent. realistisch. für jedermann. Alfred Kurella, aber ja! Ganz entschiedenes Nein dagegen zu Franz Kafka. Der also war niemals sozialistischer Realismus. Und zum Glück hatte der längst nicht mehr gelebt, sonst wäre der ein ganz miserabler DDR-Schriftsteller gewesen. Erstaunlich war: trotzdem wurde viel gute Kunst geschaffen mit viel Inhalt. Der Leser war oft verführt zwischen den Zeilen zu lesen. Zwei von 3 Gründen, damals in der DDR verlegte Literatur heute nicht mehr verstehen zu wollen oder können..

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