Kreisstadt mit rund 38.200 EW (2009) auf 43,27 km²
Der Name Saarlouis ist eine deutsch-französische Mischung und wird so auch anders ausgesprochen als deutsch gelesen: Saarluiii.
Von 1936 bis 1945 trug die Stadt offiziell den "germanisierten" Namen Saarlautern.
Nachdem 1679 Lothringen an Frankreich kam, ließ 1680 der französische König Louis XIV. die Festungsstadt Sarre-Louis zum Schutz der neuen Ostgrenze errichten. Baumeister Sébastien le Prestre de Vauban legte die Stadt in symmetrischer Sternform nach eigenen und Pläne von Thomas de Choisy an. Zugleich entstanden im Umland neue Siedlungen, unter anderem Beaumarais, Picard, Bourg-Dauphin (heute Neuforweiler) und Felsberg (Steinbrüche).
1815 wurde Saarlouis preußisch, nach dem ersten Weltkrieg (1918) französisch besetzt. Nach der Volksabstimmung von 1935 wurde das unter Verwaltung des Völkerbundes stehende Saargebiet deutsch und 1936 bis 1945 in Saarlautern umbenannt.
Die Zitadelle Saarlautern wechselt im 2. Weltkrieg mehrfach den Besitz zwischen Amerikanern und Deutschen. Dabei wurden große Teile der historischen Innenstadt zerstört. Luftangriffe galten vor allem Fraulautern und Roden.
Nach dem Krieg war das Saargebiet französische Besatzung. In der Volksabstimmung von 1955 entschied sich das Saarland für den Wiederanschluss an Deutschland. Nach Abzug der französischen Besatzung wurde Saarlouis Garnisonsstadt der Bundeswehr mit der Graf Werder-Kaserne. Dieser Mann steht deutlich für die bewährte Tradition vorgreifender Militärs, die ohne Skrupel jede gut dotierte Herausforderung annehmen und um jeden Preis, vor allem ohne Rücksicht auf Zivilbevölkerung und Kulturschätze der Menschheit, den eigenen Erfolg suchen. Straßbourg freut sich.
Planstadt von 1680/88

Wasserpilz im Stadtgarten, rechts die Ruine der Festungs Hohenburg
[G] Großer Markt - war mal Exerzierplatz, Kommandantur
[K] Kleiner Markt
[R] Rathaus, Neubarock, Marienbrunnen
[S] Stadtgarten
[1] Kirche St. Eligius (Patron der Hüttenarbeiter) Rathausstr.
[2] Kasematten am Altarm der Saaraltarm, Reste der Stadtmauer, z.B. im Südwesten der Wallgraben
[3] VHS
[4] Theater
[5] Museuman der Brauereistraße
[6] evangelische Kirche
[7] Museum Haus Ludwig - saarländische Kunstszene
[8] Post
[9] Vaubaninsel im Saaraltarm

Deutsches Tor mit deutscher Krone
General Paul von Lettow-Vorbeck - seit 1956 Ehrenbürger der Stadt Saarlouis - Kolonialheld für Kaiser und Führer. Bekannt ist, dass dieser Mann 1904 an der Tötung von 60.000 Hereros im ehemaligen Deutsch-Südwestafrika (Namibia) maßgebend beteiligt war, später aktiv die Weimarer Republik bekämpfte und Vorträge für die Nationalsozialisten hielt. Auch am Kapp-Putsch 1920 beteiligte er sich nachdrücklich. Eine Straße ist noch nach ihm benannt, und an seinem Geburtshaus in der Silberherzstraße prangt die Innschrift: Der unbesiegte, ritterliche Verteidiger Deutsch-Ostafrikas im Weltkriege 1914-1918.... General Paul von Lettow-Vorbeck wurde am 20.3.1870 in diesem Hause geboren.

Steinrausch
1907: Roden
1936: Fraulautern (ehem. Kloster), Lisdorf, Picard,
1970: Neuforweiler