Merzig - grüne Kulturhölle

Kreisstadt mit 31.500 EW (2007) Merzig, auf 108,81 km² in einer länglichen, reizvollen Talaue der Saar (Merziger Becken) in 175 m ü.NN., (Stadtkern), während die umliegenden Höhe des Saargaues bis auf 417 m ansteigen. 80 % Grünflächenanteil im Stadtgebiet! Dazu ein erholsam mildes Klima.

überlegenswert:
Saarbrücken und Trier sind wie Metz in Frankreich und Luxemburg nur jeweils 50 Kilometer entfernt.

geschichtlich

keltisch-römische Ursprünge, wobei ein Teil der Dörfer, die heute zum Stadtgebiet gehören, Gründungen der fränkischen Landnahme im 7. Jh. sind. Vom Hochmittelalter bis Ende des 18. Jahrhunderts war Merzig Hauptort des Kondominiums (Gemeinherrschaft) Merzig-Saargau, das von den Trierer Bischöfen und Kurfürsten und den Herzögen von Lothringen gemeinsam verwaltet wurde. 1778 wurde Merzig vom Kurfürsten Clemenz Wenzeslaus zum kurtrierischen Amtssitz erhoben.
Obwohl seit dem frühen Mittelalter wichtiges Verwaltungszentrum, Gerichtssitz und bedeutender Marktplatz, erhielt Merzig erst 1825 formell die Stadtrechte durch den preußschen König verliehen. Eine 1332 durch Kaiser Ludwig den Bayern erfolgte Stadtrechtsverleihung ist umstritten, sicherte formell nur den Besitzsanspruch der Trierer Landesherrn und gewährte kaum städtische Freiheiten.

wirtschaftlich

Standort traditionsreicher Unternehmen im Bereich der Keramik, der metallverarbeitenden und der Getränkeindustrie, inzwischen auch Ansiedlung des Pharma- und Medizintechnikhandels. Obwohl nur rund 2% der Beschäftigten in der Landwirtschaft tätig sind, wird das Stadtbild durch die Landwirtschaft in den Stadtteilen deutlich geprägt, vor allem durch die vielen Baumschulen. Merzig ist das Baumschulzentrum des Südwestens.

sehenswerte Innenstadt

Kretzschmarhaus (barock) und einige prächtige Bürgerhäuser aus dem 18. und 19. Jh.;

Plan der Innenstadt von Merzig mit einigen Sehenswürdigkeiten

[A] Altes Rathaus
[R] Rathaus
[1] Stadtbücherei
[2] Expeditionsmuseum
[3] Schloss Fellenberg, Fellenbergmühle, Museum

[4] Stadthaus - bedeutender Bau der Spätrenaissance (1647/49), als kurfürstliches Schloss nach Plänen des Trierer Hofbaumeisters Matthias Staudt im Stil (französischer) Manoir-Bauten erbaut. Prägnant die zwei stark vor die Front tretenden Ecktürme und Volutengiebel an den Satteldächern. Unter Baumeister Christian Kretzschmar wurde nach Brandschaden der Bau erneuert und mit effektvollen spätbaocken Elementen bereichert, wobei Westgiebel und Hofseite kaum verändert wurden. Bemerkenswert der aus Ranken hervortretende Kopf über dem Doppelportal und die mit Köpfen verzierten Schlusssteine über den Fenstern. Das war damals sehr in Mode.

[5] Pfarrkirche St. Peter, um 1200 von Prämonstratensermönchen als Klosterkirche errichtet, Romanik. Die ursprüngliche Gestalt einer dreischiffigen Basilika mit Querhaus, Chornebentürmen, Nebenapsiden und einem westlichen Einzelturm blieb weitgehend bewahrt.
Das wappenverzierte gotische Kreuzgewölbe wurde im 16. Jh. nach einem Brand eingezogen. Später wurde die Marienkapelle angebaut und das südliche Seitenschiff erhielt eine neue Eingangshalle. Die Ostseite weist skulpturale Ausschmückung auf. Bemerkenswert sind die beiden Nordportale. Innen überwiegt kultischer Barock.

weiterhin erbaulich

südwestdeutsche und Lothringer Bauernhäuser in den ländlich geprägten Stadtteilen.

museal

• Museum Schloss Fellenberg
• Expeditionsmuseum Werner Freund und Wolfspark Merzig im Kammerforst
• feinmechanisches Museum Fellenbergmühle Marienstraße 34.
Zu sehen gibt es eine noch betriebsfähige, feinmechanische Werkstatt (1927) in ehemaliger Mahlmühle (1797). So können u. a. an der vom Gründer des feinmechanischen Betriebs in Merzig, Johann Peter Hartfuß, im Jahre 1931 entwickelten und patentierten "Trauring-Graviermaschine Cardan" noch immer in wenigen Minuten Initialen in den Ring graviert werden. Auch heute noch treibt Wasserkraft die Turbine an. Die zum Antrieb der Maschinen benötigte Energie produziert(e) der Betrieb über eine vom Seffersbach bewegte Turbine.

kulturell

Zeltpalast von Musik & Theater Saar
Stadthalle
Kulturzentrum Villa Fuchs, prägnante Kleinkunstszene
Stadtbibliothek
Medienzentrum, Ausstellungen und Autorenlesungen.

köstlich

Viez - so nennt sich der hinreissende saarländische Apfelwein.

natürlich
Merzig

Die reizvolle Landschaft um Merzig mit ausgezeichneten Wander- und Radwegen.

Bietzener Heilquelle mit Symposium "Steine und Pflanzen am Wasser" und "Steine an der Grenze"
"Das Bad" - ein Badeerlebnis der ganz speziellen Art

Stadtteile/Eingemeindungen:

1974 erfolgte im Rahmen einer Gebietsreform der Zusammenschluss der Stadt Merzig mit 16 Umlandgemeinden:

Lage einiger Orte im Stadtgebiet von MerzigBallern - keltische Garblage, 2. Jh. v.d.Z.
Besseringen - staatlich anerkannte Erholungsort
Bietzen - Bietzerberg

Brotdorf, Büdingen, Fitten, Harlingen, Hilbringen, Mechern, Menningen, Merchingen, Mondorf, Schwemlingen, Silwingen, Weiler, Wellingen


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