mit fruchtbaren Äckern, saftigen Wiesen und stattlichen Wäldern in der flachen Münsterländer Parklandschaft. Die Beckumer Berge gehören zu den wenigen Erhebungen.
Stadt mit 39.375 EW (2004) auf 11.139 ha und drei Bächen im Wappen
Bekehem oder Bikehem (=Bachheim), angelegt an der Kreuzung zweier Handelswege,
die von Münster nach Paderborn bzw. von Hamm über die Lippe nach Warendorf
führten; vermutlich im 7. Jh. karolingischen Königshof. Beckum gehört
zu den vier Urpfarreien des Münsterlandes.
schnelles Wachstum zu Stadt, 1224 Stadtrechte, dann starker Befestigung, die 1820
weichen musste. Bis auf einen Wehrturm auf dem Höxberg, der als guter Aussichtspunkt
blieb. Um 1230 entstand der Goldschrein der Hl. Prudentia, seiner Größe
und seiner künstlerischen Qualität nach der bedeutendste mittelalterliche
Goldschrein Westfalens. Kriege, Unruhen und die schwarze Pest haben die Stadt
zurückgeworfen. In diesem Klima des wirtschaftlichen und sozialen Abstiegs
entstanden vermutlich die Beckumer Anschläge (Schildbürgerstreiche!).
Anfang 19. Jh. nach langer Zeit wirtschaftlicher Stagnation erhielt Beckum
Aufwind. Besonders mit sich entwickelnder Zementindustrie (Anfang , Stadtteil
Roland) war ein Wirtschaftswachstum zu verzeichnen. Die Beckumer Berge boten dafür
den Rohstoff Mergelkalk und ein Wassersammelbecken. 1872 wurde hier das erste
Zementwerk gegründet, weitere folgten und entstand eines der bedeutendsten
und größten Zementreviere der Welt. Durch den Bau der Köln-Mindener-Eisenbahn
erhielt die Stadt einen verkehrstechnisch wichtigen Anschluss, einen wichtigen
Transportweg für ihre Produkte.
Dem wirtschaftlichen Aufschwung machten der 1.Weltkrieg und die 1929 einsetzende Inflation ein Ende. Die demokratische Arbeit des Beckumer Stadtparlaments endete 1933 mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten. Im 2.Weltkrieg blieb Beckum von größeren Zerstörungen durch Bombenangriffe verschont und wurde 1945 den Amerikanern kampflos übergeben. Nach der schweren Nachkriegszeit ging der Wiederaufbau vonstatten, währenddessen sich Beckum zu einer modernen Wohn- und Industriestadt entwickelte.
Stadtteile:
Neubeckum (1899), Vellern und Roland
Gemeinde mit etwa 6.500 EW (2004) auf 31,17 km² und reichlich verarbeitendem
Gewerbe
100 - 150 n. Chr. Nachweis germanischer Wohngruben; 920 Gründung der Beelener
Pfarre - eion Bischof Nithard weiht die erste Beelener Kirche ein, 1269 taucht
mit dem Knappen Heinrich erstmals das Ministerialgeschlecht von Beelen auf
1294 Postkutschenanschluss, 1887 Bahnanschluss;
Stadt mit Biermuseum und Vier-Jahreszeiten-Park in einer zauberhaften Parklandschaft;
mit Stromberg, Lette und Sünninghausen
sehenswert:
Stromberg - historische Ober- und Unterstadt mit der ehemaligen Landesburg. Die weithin sichtbare Burg Stromberg wurde im 9./10. Jh.(?) als Höhenburg an steiler Hangkante unter den Bischöfen aus Münster zum Schutz des Hoheitsgebietes angelegt. Wenn man heute durch das Tor des Paulusturms in den Burghof tritt und zur mächtigen Kreuzkirche aufschaut, kann man das immer noch leicht nachempfinden. Jedoch geht es auf der Burg heute viel friedlicher und geselliger zu. Denn jeden Sommer werden die Stufen der Kreuzkirche zur Freilichtbühne.
Haus Geist, ein architektonisches Meisterwerk des Laurenz von Brachum. Annette
von Droste-Hülshoffs "seltsam schlummerndes Land" mit Tiefenwirkung.
Stadt mit ca. 19.600 EW (2005)
Bereits St. Luidger errichtete hier, an der Emsfurt im Schnittpunkt mehrerer Handelswege,
um 800 n. Chr. eine hölzerne Pfarrkirche.
vor 1100 erste urkundlich gesicherte Nennung einer Ansiedlung "Telgoth"; 1238
Stadtrechte durch Bischof Ludolf von Holte; spätestens 1255 Mitgliedschaft
im Rheinischen Städtebund, 1469 Erwähnung als Hansestadt;
1500 Brand, 1590/91 Brandschatzung und Plünderungen durch Graf von Eberstein,
1599 Pest, 1618-1648 Krieg, 1738 Brand, 1756-1763 Krieg. Inmitten in solch einer
wirren Zeit sieht ein Christoph Bernhard von Galen die Chance, sich historisch
als Fürstbischof durch besonderen Eifer hervor zu tun: 1651 ordnet er für
den 2. Juli eine Prozession der Städte Münster und Warendorf nach Telgte
an und ab 1654 für sein gesamtes Bistum - hin zur Wallfahrtskapelle mit dem
Telgter Gnadenbild. 1754 gab es dann das große Jubelfest zum 100-jährigen
Bestehen der offiziell angeordneten Wallfahrt, 100 Jahre später ein noch
größeres - wie lange galt eigentlich solche Anordnung zum Jubeln als
offiziell? 1902 jedenfalls wurde dem von Galen am Münstertor ein Denkmal
errichtet. Denkwürdig?
1763 nach 7 Jahren Krieg wird die Stadtmauer abgerissen und 1802 das Fürstbistums
Münster aufgelöst. 1887 eröffnete die Eisenbahnlinie Münster
- Telgte - Warendorf. Ein eigenes Elektrizitätswerk gibt es seit 1934. Die
jüdische Synagoge brennt 1938. Der 2. Weltkrieg brachte der Stadt kaum bauliche
Schäden.
sehenswert:
u.a. Wassermühle; Museum Heimathaus Münsterland;
Haus Pieper Königstrasse Nr. 35 mit rot verputzten Klinkern und grün
gestrichenen Fachwerkbalken, mit uralter Tür und hellroten Dachpfannen, im
Kern um 1500. Zwischen diesem Haus und der Gaststätte links nebenan sieht
man noch ein Beispiel der damals üblichen "Traufgasse" oder "Soe", in der
sich die Dächer angrenzender Häuser fast berühren, um eine Auswaschung
der Hausfundamente zu verhindern.
Knickenberghaus - eingeschossiges Fachwerkhaus mit geputzten Feldern und Brettergiebel
oberhalb des Kehlbalkens ist das älteste Schulgebäude Telgtes (1820?),
das 180 Schülern Platz bot, erst Knabenschule,dann Mädchenschule, Kantine,
Bücherei, Jugendheim und seit 1975 Treffpunkt für junge Senioren wie
Günter Grass (1988)
OT Liesborn, sprudeliges Dorf mit dem staatlich anerkannten Heilbad Waldliesborn, Thermalsole, 29-33 Grad C.