Leverkusen - merkwürdige Stadt am Rhein

1.4.1930 Gründung der Stadt Leverkusen mit 42.619 EW durch Zusammenschluss der Orte Schlebusch, Steinbüchel, Rheindorf und der Stadt Wiesdorf.

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1955 kreisfrei mit 78.623 EW,
1963 Großstadt mit 100.000 EW,
1975 Eingliederung von Opladen, Bergisch Neukirchen und Hitdorf...
heute hat Leverkusen ganz genau 170.000 EW (?)

modern geprägte City:

Leverkusen , einige Sehenswürdigkeiten der Innenstadt[R] Rathaus Fr.-Ebert-Platz
[S] Stadthaus
[E] Erholungshaus
[F] Forum - Kulturzentrum
[1] Doktersburg im Stadtpark
[2] Bayer-Hochhaus (1962)

Tipp:
Im Japanischen Zaubergarten (ab 1895) mitten im Werksgelände der Bayer AG (Eingang Kaiser-Wilhelm-Allee) könnte man Glücksgott Daikoku treffen

Stadtteile/Eingemeindungen
Leverkusen Stadtteile

Alkenrath Bergisch-Neukirchen
Bürrig Hitdorf Lützenkirchen Manfort Opladen Quettingen Rheindorf Schlebusch Steinbüchel Wiesdorf


Alkenrath

Junger Stadtteil (Baubeginn 1957), der auch den Bürgerbusch, die Gezelinkapelle und das Schloß Morsbroich und Schlebuschrath umfaßt. Zentrum des Ortes ist der Marktplatz mit Spar (ex-Bayer-Kaufhaus), Weiher (Skulptur vom Berliner Professor Hans Uhlmann, am 17. Juni 1960 eingeweiht), Bürgerhaus und zwei Kirchen.

Bergisch-Neukirchen

9. oder 10. Jh. gegründet, um 1150 erste Kirche, 1223 erste urkundliche Erwähnung als was,wie? 1630 im dreißigjährigen Krieg niedergebrannt;
1521 Erwähnung von Unterölbach
1815 Gründung der Rheinischen Krautfabrik
1857 Verleihung der Stadtrechte an Neukirchen, 1881 Anschluß an das Eisenbahnnetz, 1901 Bau des Bahnhofs
1904 Umbenennung von Neukirchen in Bergisch-Neukirchen, 1964 Wegfall des Bindestrichs (minus), 1975 Eingemeindung zu Leverkusen
hochgeschraubt:
Schraubenfabrikant Max Tillmanns legt 1910 den Tillmanns Park an (seit 1988 im Besitz der Stadt)
sehenswert:
ländliche Fachwerkhäuser und Kirche im bergischen Barockstil (1784)

Hitdorf - dörflich strukturiert, mit Fachwerkhäusern

Manfort

1325 erste Erwähnung von Demanfort als Hof nahe Wiesdorf, 1591 Mannefurt als Besitz von Steinbüchel;
1795 wurde Hof Manfort durch die Franzosen geplündert, der Hof wurde dann umgesiedelt;
1870 Bau der Sprengstoff-Fabrik Kaiser und Edelmann (später Dynamit Nobel) 1872 Errichtung des Walzwerkes (später Wuppermann) 1875 Bau der ersten Schule 1886 Bau des (Güter-Bahnhofes Morsbroich an der Rheinischen Bahn 12.07.
1900 wurden Schlebusch-Bahnhof und Wiesdorfer mit zu Manfort gerechnet, das seit 1930 Stadtteil von Leverkusen ist.
interessant:
1919/1921 Kleinsthaussiedlung Heidehöhe. Wohnhof- und Reihenhausbebauung für einkommensschwache Arbeiterfamilien. Differenzierte Kleinsthäuser mit stark durchrationalisiertem Grundriß. Als Kern der Anlage großer umschlossener Gartenbereich. Lage der Siedlung an der Trasse der Rheinischen Eisenbahn (Troisdorf-Speldorf) mit direktem Bahnanschluß, umgeben von einer Anzahl großer Industriebetriebe - Architekt: Wilhelm Fähler;
Spaßbad CaLevornia

Opladen

1264 erstmal als Rittersitz genannt, wobei ein Herr Euirhardus Upladhin (von: Oblaten?) bereits 1168 in einer Urkunde der Abtei Siegburg erwähnt wurde.
Der Friedenberger Hof fand 1359 erste urkundlich Erwähnung. War der Name Programm? Mit den ersten Aufzeichnung des Opladener "Rechts- und Ritterbuch" begann 1360 Opladens ununterbrochene Gerichtstradition, die sich 1812 mit dem Friedensgericht und seit 1879 mit dem Amtsgericht fortsetzte.
1363 bis 1807 Teil des bergischen Amtes Miselohe;
1730 Umsteigestation der Thurn und Taxisschen Post an der Wupperbrücke (bereits 1307 erwähnt),
1816 Samtgemeinde Opladen mit Bürrig, Neukirchen und Leichlingen.
1858 Stadtrechte durch Wilhelm Prinz von Preußen 1867
Die Anbindung Opladens an das Eisenbahnnetz durch die Bergisch-Märkische-Eisenbahn 1874 machte auch die Inbetriebnahme der Königlich Preußischen Eisenbahnhauptwerkstätte möglich (1903).
1914 Kreisstadt, 1930 Eingemeindung von Quettingen und Lützenkirchen, 1931 Zusammenschluß mit Leverkusen

Rheindorf - dörflich strukturiert, mit Fachwerkhäusern

Schlebusch

Schloss Morsbroich, ursprünglich eine Wasserburg, Schloss des Deutsch-Ritterordens (1766), heute Museum für Moderne Kunst.

Wiesdorf

1107 erstmals urkundlich erwähnt als Wistubbe, 1190 Pfarrkirche;
Zerstörerische Hochwasser des Rhein mit Veränderung des Laufes 1571 und 1657 erforderten eine weiter östliche Neusiedlung, die 1666 mit St. Antonius wieder eine Kirche erhielt.
1860 baute Apotheker Carl Leverkus seine Ultramarin-Farbenfabrik am Kahlen Berg bei Wiesdorf.
1889 bildeten Wiesdorf und Bürrig die gemeinsame Bürgermeisterei Küppersteg, das puschte die Einwohnerzahl bald auf schlappe 2.500. Doch 1891 erwirbt die Farbenfabriken Bayer von den Leverkus-Söhnen das Werksgelände, verlegen aber erst 1912 ihren Firmensitzes nach "Leverkusen". Zuvor mussten die Küppersteger zwei neue Rathäuser bauen: 1893 (heute Post)
und 1910 (Abriss 1971, Neubau 1979) und sich 1920 erneut und zu Wiesdorf zusammen schließen. Weil doppelt länger hält und "Wiesdorf" eben besser zu einer künftigen Stadt passt als "Küppersteg".
1921 Verleihung des Stadtrechts an Wiesdorf.
Das Bayerwerk in seiner Werkstadt Leverkusen war maßgeblicher Gründer der IG Farben (1925). Es war nicht Mittelpunkt eines Siedlungskonglomerats, doch das wirtschaftliche Zentrum. Also "kaufte" man rasch die Randgemeinden Schlebusch, Steinbüchel, Rheindorf und bildete mit 42.619 EW per 1.4.1930 die Stadt Leverkusen.
Eigentlich könnte man alte Geschichten immer mal wieder aufrühren:
1951 Neugründung der Farbenfabriken Bayer Aktiengesellschaft, der FC nennt sich Bayer Leverkusen, Wiesdorf wird ein Stadtteil von ursprünglich sich selber und rückt als City immer weiter an den Rand. Man erkennt es aber schon weithin an dem 32 Stockwerke aufragenden [2] Bayerhochhaus.

Schön wäre ein Foto mit Schiffen auf der alten(?) Wuppermündung.

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