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kreisfreie Stadt mit rund 165.000 EW auf 89,4 km² in 53 bis 276 m ü. NN, im Bergischen Land;
Das Stadtgebiet umfasst eine historische Landschaft, die über Jahrhunderte
aus selbstständigen Gemeinden, ländlichen Hofschaften und der geistlichen
Herrschaft von Kloster Gräfrath bestand. Schon im späten Mittelalter
richteten die Herzöge von Berg einen übergeordneten Verwaltungs- und
Gerichtsbezirk mit Sitz in Solingen ein.
Seit dem 13. Jh. spezialisierten sich die Handwerker und Kaufleute des Solinger
Raums auf die Produktion und den Vertrieb von Schwerterklingen und Messern. Mit
der industriellen Revolution und Entwicklung zu einem Zentrum der Besteckindustrie
stiegt im 19. Jh. die Bevölkerungszahlen schlagartig. Landgemeinden wuchsen
zu Stadtlandschaften, die sich dynamisch verdichteten. Deshalb beantragten 1926
Gräfrath, Wald, Höhscheid und Solingen bei der preußischen Regierung
die Vereinigung zu einer Stadt unter Einschluß von Ohligs. Dies geschah
1929. Die neue Stadt erhielt den Namen Solingen.
965 vermutlich erste urkundliche Erwähnung als Gut "Solagon".
1133 erbauen die Grafen von Berg ihre neue Stammburg oberhalb der Wupper, nachdem
sie Altenberg den Zisterziensern überliessen. Zum Dank kauft Kloster Altenberg
1363 den Solinger Fronhof mit all seinen Rechten.
1374 wurde das Dorf Solingen zur Freiheit erhoben, wurde 1420 erstmals urkundlich
nachweisbar als Stadt Solingen benannt. Eine Befestigung der Stadt begann um 1450
mit Wall und Graben - etwa verlaufend an Goerdelerstraße, Ufergarten, Kölner
Straße und Klosterwall.
Solingen erhielt wichtige Rechte und eine Vielzahl zukunftweisender Privilegien
wie das Privileg für Klingenschleifer und -härter (1401), Schwertschmiede
(1472), Kreuz- und Knopfschmiede (1487). 1596 bestätigte Herzog Johann Wilhelm
die städtischen Privilegien. Eine erste Blütezeit erfuhr die Klingenproduktion
im 16. Jh.
Fast ausnahmslos hart an die Substanz ging das Mittelalter mit seinen Stadtbränden (1492, 1581 mit fast vollständiger Zerstörung), Überfällen, mehrfachen Besetzungen, Plünderungen, Seuchen (1614/19 mit 1.800 Todesopfern). Auch Napoleon bremste mit seiner verordneten Kontinentalsperre (1806) die sich entwickelnde Solinger Industrie schwer aus.
1813/1815 wird Solingen preußische Kreisstadt. Durch die Industrialisierung
in der Mitte des vorigen 19. Jh. nahm die metallverarbeitende Industrie einen
Aufschwung. Die Stadttore wurden bereits 1807 beseitigt, wohl auch dem
Wachstum geschuldet. Wohin asoziale Marktwirtschaft führen kann, zeigen die
Fabrikzerstörungen von 1848 in Solingen und Burg sowie die Erstürmung
des Gräfrather Zeughauses 1949.
1856 Stadtrechte nach der preußischen Städteordnung, 1896 Bildung eines
eigenen Stadtkreises, wirtschaftlicher Aufschwung. Der Erste Weltkrieg beendet
diesen Aufschwungs. 1918 besetzten englische Truppen die Stadt.
1929 Bildung einer Großstadt durch Zusammenschlu mit Ohligs, Wald, Grafrath und Hhscheid.
1933 begann eine katastrophale Stadtrückentwicklung: 1938 Zerstörung der Synagoge, der jüdischen Friedhofskapelle, jüdischer Geschäfte und Wohnungen - dann Massenvernichtung und Brechen aller Widerstände. 5000 Solinger sterben im Krieg. Die Innenstadt wird 1944 vollständig einschließlich der Reste der Stadtbefestigung zerstört. In den anderen Ortsteilen haben sich alte Stadtkerne erhalten können.
1950 war die Stadt fast frei von Trümmern. Ein Neuaufbau begann mit dem Geschäftsviertel auf dem Mühlenhof und "endete" mit Umbaumassnahmen am Mühlenplatz 1966. Bald kamen die Konsumtempel, noch 2000 eine neuen Einkaufsgalerie in die Innenstadt.
[1] Pfarrkirche/Klosterkirche in Gräfrath: Saalbau von 1690, schöne Innenausstattung.
[M] Marktplatz in Gräfrath: mit zahlreichen Gebäuden aus dem 18. Jh., evangelische
Kirche.
[2] Deutsches Klingenmuseum im Klostergebäude
museal
Deutsches Klingenmuseum in Grafrath: im Klostergebäude; Bestecke, schöneidgerte,
Waffen
Bergische Museum Schloss Burg, Baubeginn im 12.Jh., im 19. Jh. wiederaufgebaut
Wipperkotten: traditionelle Arbeitsstätte der Klingenschmiede, heute noch in
Betrieb
fachlich:
1908 Einweihung der Fachschule für die Stahlwarenindustrie.

Burg
Dorp
Gräfrath
Höhscheid
Merscheid
Ohligs
Wald
eingemeindet 1975; 1189 erste Erwähnung der Johanniterkommende in Burg
an der Wupper (1803 Aufhebung);
1363 Burg an der Wupper wird erstmals als Freiheit bezeichnet und erhält
1546 Privileg für das Wollengewerbe.
Schloss Burg mit markantem Bergfried nahe der Wupper, 1887/1914 historisierender
Wiederaufbau durch Schloßbauverein, 1920 Brand, 1922/27 Wiederaufbau. Es
enthält Museum zur Welt des Hoch- und Spätmittelalters und über
Bergische Wohnkultur bis ins 19. Jh.
eingemeindet 1889 nach Solingen; 1856 Stadtrechte nach der preußischen Städteordnung.
1135 erste Erwähnung des Dorfes Greverode.
1185/87 Gründung des Augustinerinnenklosters Gräfrath durch Äbtissin Elisabeth von Vilich.
1309 Das Kloster Gräfrath erhält eine wundertätige Katharinenreliquie,
die Gräfrath zu einem Zentrum des Katharinenkultes werden läßt.
1803 Aufhebung und Verstaatlichung, 1948 Altersheim.
1402 Erhebung des Dorfes Gräfrath zur Freiheit.1856
Stadtrechte nach der preußischen Städteordnung.
1665 Pest in Gräfrath. 1686/1698 Stadtbrände in Gräfrath.
1823 Der Augenarzt Friedrich Hermann de Leuw eröffnet in Gräfrath eine
Praxis für Augenheilkunde. Ein reger Kurbetrieb bestand bis zu dessen Tod
1861.
1856 Stadtrechte nach der preußischen Städteordnung.br> 1954 Einweihung der Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenwirtschaft in Gräfrath.
eingemeindet 1975 erbaulichRokokoschloss Hackhausen - 1887 Brand und Wiederaufbaunatürlich1916 Anlage des Strandbades Ittertal.musealdas Deutsche Klingenmuseum (1954) im Gräfrather Rathaus
kulturell:
1801 Gründung der "Sing- und Lesegesellschaft zu Meigen". Der Verein trägt heute den Namen "Die Meigener" - Bergischer Sängerkreis Solingen-Meigen 1801 e.V. und ist (?) der älteste noch bestehende Männergesangverein Deutschlands.
1873 Einrichtung einer Zeichenschule in Solingen durch Rudolf Cronau.
1960-1963 Bau des Theater- und Konzerthauses.
verkehrt:
1959 wurde der Straßenbahnbetrieb eingestellt. Dafür schlängelt sich die Wuppertaler Schwebebahn seit 1901 durch die Stadt. Sie ist ein Monument aus der Zeit, die mit den Schmiedeöfen der Kleineisenindustrie im Bergischen
Land begann.
erhielt 1856 Stadtrechte und wurde 1891 umbenannt in Ohligs - wozu das denn?
1883 Einführung eines Wochenmarktes. Anlage eines Vogelschutzparkes (1927). Neubau des Arbeitsamtes (1988) - wie immer sich das auch zur Zeit nennt.
Mathildenhütte, Kronenstraße 5-7: Glaswaren aller Art. Man kann bei der Herstellung zusehen und kaufen.
1811 Andreas Küller und Co. erfinden einen dem englischen gleichwertigen
Gußstahl. Daraufhin Gründung der "Walder Gußstahlerfindungesellschaft".
1856 Stadtrechte nach der preußischen Städteordnung.
1920 Bau der ersten städtischen Siedlung am Weck's Häuschen.