Remscheid - Zentrum der deutschen Werkzeugindustrie

Stadt mit rund 120.000 EW (2004) auf 74,61 km² im bergisch gebirgischen Raum;
12. Jh. erstmals urkundlich erwähnt, als Graf Engelbert I. von Berg den Johannitern zwischen 1173 und 1189 Kirche und Frohnhof zu Remscheid vermachte. Die bergige Umgebung mit schmalen Talfalten setzte einer geschlossenen Bebauung enge Grenzen. So bestanden über Jahrhunderte nur Gehöfte und Honschaften, die langsam zu einer Einheit wuchsen. Dafür gab es im Bergischen Land genug Holz, viel Eisenerz und Wasserkraft - gute Voraussetzungen für ein erblühendes Eisengewerbe. Besonders in den Tälern des Morsbach und der Gelpe standen ab 15. Jh. zahlreiche Wassertriebwerke, die eine industrielle Veredlung und Verformung von Eisen ermöglichten. Zunächst wurden Werkzeuge wie Hacken, Sicheln und Sensen hier hergestellt, später Sägen, Feilen und Winden.Um 1800 wurden bereits 4.000 verschiedene Erzeugnisse aus Eisen und Stahl gefertigt. Noch heute steht die Werkzeugfabrikation im Mittelpunkt.
Mitte 19. Jh. nahm die Stadt durch Industrialisierung einen großen Aufschwung.
1808 wird Remscheid Stadt mit 6.135 EW, 1929 Großstadt durch Eingliederung von Lüttringhausen und Lennep.
Sehenswürdigkeiten

Sie konzentrieren sich im historischen Zentrum von Hasten und im mittelalterlich wirkenden Kern von Lennep.

Hasten und Clemmenshammer, ortsteile der bergischen Stadt Remscheid, Plan markanter SehenswürdigkeitenHasten - historisches Zentrum
Deutsches Werkzeugmuseum: das einzige seiner Art in Deutschland, technik-, sozial- und kulturgeschichtliche Sammlung von Werkzeugen aus allen Jahrhunderten. Neben- an im Patrizierhaus Hilger/Cleff das historische Zentrum mit Heimatmuseum (Zinnsammlung, bergische Wohnkultur, Gemälde von J. P. Hasenclever).
Steffenshammer: altbergischer Wasserhammer von 1746.


wässrig:
Remscheider Talsperre mit geschwungener Mauer aus Bruchsteinen ist die erste Trinkwassertalsperre der Welt (1891), nach Berechnungen von Professor Otto Intze.

personell:
Deutsches Röntgen-Museum. Wilhelm Röntgen wurde in Lennep geboren

ruhig
An der Eschbachtalsperre an der A1
Wuppertalsperre bei Lennep, mit 24 km langem Wanderweg
Stadtteile/Eingemeindungen

Remscheid setzt sich aus zahlreichen kleineren Ortsteilen zusammen.

Remscheid Lage der Stadtteile

Clemmenshammer, Bergisch Born, Lüttringhausen, Lennep

Clemmenshammer:
Deutsches Werkzeugmuseum Steffenshammer (Industriedenkmal):
Seit 1746 malerisch am aufgestauten Hammerteich gelegene ist der einzige erhaltene Wasserhammer im Gebiet. Noch 1928 lief hier die Produktion auf vollen Touren, obwohl die Anlage technisch längst überholt war. Noch heute wird der Hammer für Führungen in Betrieb gesetzt.
Bergisch Born - eingemeindet (1975)
Lüttringhausen - eingegliederte Stadt (1929) mit typisch bergischen, schiefergedeckten Häusern.

Lennep:
Die Anfänge der eingegliederten Stadt (1929) im Quellgebiet des Lennepbaches liegen im Dunkeln. Eine nachweisliche Erwähnung erfolgte erstmals im 12. Jh., als das Kloster Werden an der Ruhr Güter und Einkünfte von einem "Frohnhof Lennep" forderte. Als landesherrliche Städtegründung entwickelte sich Lennep rasch zum wichtigen Versorgungs- und Etappenort mit Herbergen, Handwerksbetrieben, Warenlagern und Handelsplätzen und erhielt aufgrund seiner rasanten Entwicklung bereits 1230 (1250?) die Stadtrechte verliehen. Um 1250 war Lennep befestigte Stadt mit Mauer, Wall und Graben. Handel und Handwerk entwickelten sich lebhaft weiter, beeinflusst auch durch die wachsende Bedeutung der Fernhandelsstrasse. Es entstanden erfolgreiche Handelshäuser mit internationalen Verbindungen. Im Verlaufe des 14. Jh. entwickelte sich außerdem eine leistungsfähige Tuchindustrie.
Historische Altstadt mit mittelalterlichem, runden Stadtkern und typisch bergischen schiefergedeckten Fachwerkhäusern. Besonders hübsch das Ensemble um die Pfarrkirche und das Alte Rathaus.
Die Mängstener Brücke (1894/97), 107 m hoch - höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands

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