In Oberhausen gibt es noch heute drei Rathäuser. Dies ist auf das preußische Gesetz über die Neuregelung der Gemeindegrenzen im rheinisch-westfälischen Industriegebiet zurückzuführen, denn mit Inkrafttreten dieses Gesetzes im Juli 1929 erfolgte der Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Städte Oberhausen, Sterkrade und Osterfeld. Die Einflüsterung zu gerade diesem Zusammenschluss erfolgte aus Oberhausen (OB Havenstein) im Einklang mit starken Verbündeten der Industrie. Das Städte-Trio wurde bereits "zusammen gehalten" durch die damals noch ungeteilte Gutehoffnungshütte (GHH) mit den Hüttenbetrieben und der Hauptverwaltung in Oberhausen, der Weiterverarbeitung in Sterkrade und dem Bergbau in Osterfeld und zudem durch das von den Stadtwerke Oberhausen erschlossene Straßennetz. Es entstand Groß-Oberhausen als neue Stadt mit fast 194.000 EW und einem nagelneuen Rathaus, das nicht mehr im Zentrum stand.
[R] Rathaus Oberhausen: ausdrucksstarke typische Architektur aus (1927/28)
an der Schwartzstraße auf dem Galgenberg, nach den Plänen des Architekten
Ludwig Freitag. Die expressionistische Verwaltungsburg aus hellem Naturstein und
dunklem Klinker ist ein exellent modernes Baukunstdenkmal, repräsentativ
und in Kontext zur Umgebung gesetzt, wurde doch im angrenzenden Grillopark die
Achitektur des Baumonumentes spannungsvoll leichtfertig weiter geführt.
Rathaus Sterkrade - (1888) an der Steinbrinkstraße, einem Renaissance-Schloss
ähnliche, doch logisch "nur" stolze Neorenaissance mit reichlich
verzierten Fassaden-Ornamentik und von Säulen getragenen Vorbau mit reichlicher
Freitreppe, alles gründerzeitlicher Ausdruck machtbewußter Beständigkeit,
die sich im 1902 angebauten Gebäudeteil nüchtern fortsetzt. Rathaus
Osterfeld - (1893) an der Bottroper Straße, im Stile der Renaissance
historisierend Elemente des 16. und 17. Jh. entlehnt. Antikes Denken und modernes
Wachstum sorgten für schnelle Erweiterung von 1900 bis 1904 durch Seitenflügel
unter Verwendung gleicher Materialien und Schmuckformen.
Mit der Gründung der St. Antony-Hütte 1758 durch einen geistlichen Herrn (!)
wurde Oberhausen zur Wiege der Ruhrindustrie. Die nach dem Schloss Oberhausen
benannte Gemeinde entstand aus dem Zusammenschluss mehrerer Gemeindeteile, nachdem
1861 Wilhelm I. König von Preußen verfügte, aus einem Gebiet mit
6.000 Menschen und zig Gemeinden eine neue große Gemeinde zu bilden. Die
so gebildete Gemeinde Oberhausen an der Ruhr erhielt bald Stadtrechte (1874) und
wurde 1901 selbständiger Stadtkreis (bisher Kreis Mülheim).
Durch die Eingemeindung von Styrum, Teilen von Frintrop, Borbeck(1910), später
Dellwig (1915) und dann Alstaden sowie Teilen von Dümpten (1929) und sowie
von Oberhausen zählte die Stadt Ende Juli 1929 fast 111.000 EW.
Noch um 1960 lieferte Oberhausen zehn Prozent des deutschen Eisens und Stahls, war eines der wichtigsten Zentren der Montanindustrie. 1979 war es vorbei damit. Den Strukturwandel vom Industriestandort zum Dienstleistungszentrum hat Oberhausen entsprechend offizieller Verlautbarung "vorzüglich" bewältigt.

Hauptbahnhof Oberhausen - Das Empfangsgebäude der alten Eingangshalle in funktional-sachlicher Architektur der späten 1920er Jahre wurde denkmalgerecht wieder hergestellt. Zugleich wurden die Geschäfte sowie die Einrichtungen der Deutschen Bahn AG modernen Ansprüchen entsprechend umgestaltet. Bedeutet: Automaten unterhalten sich mit Aliens über fiktive Strecken, Wegableitungen nach der Zeit, Exponetialfunktionen der Preise und Transparenz verschwiegener Vergünstigungen.
[6] Gasometer: heutiges Wahrzeichen der Stadt an der "Neue Mitte", Kulturzentren mit Ausstellung zum Wandel des Ruhrgebiets.
Peter-Behrens-Lagerhaus - ehemaliges Hauptlagerhaus der Gutehoffnungshütte,
1925 nach einem Entwurf des Architekten Peter Behrens fertiggestellt, 1989 zum
Industriedenkmal erklärt und als passender Rahmen für ein Industriemuseum
erkannt, seit 1993 im Besitz des Landschaftsverbandes Rheinland, der hier im August
1998 das zentrale Depot für sein Rheinisches Industriemuseum eröffnet
hat. Das Spektrum reicht von Arbeitsschutzkleidung über Dampfmaschinen bis
zu Modellen von Industrieanlagen, Möbeln, Bandwebstühlen, Druckmaschinen,
Stoffmustern, Laboreinrichtungen und Zinkengeln (?).
Im rückwärtigen Bereich öffnet sich das Gebäude jetzt den
Projekten der Neuen Mitte Oberhausen wie Arena, Gasometer und CentrO.
Schloss Oberhausen am Rhein-Herne-Kanal bzw. an der BAB 42, recht sachlich wirkende klassizistische Dreiflügelanlage (1814/18), nach den Plänen des Architekten August Reinking für Maximilian Graf von Westerholt-Gysenberg erbaut, 1912 von der Stadt erworben. Der Wiederaufbau nach Kriegszerstörung erfolgte unter Verwendung von Elementen der zeitgenössischen Architektur von 1958, markant im Treppenhaus zu sehen. Der Umbau wurde 1998 abgeschlossenen - Museum mit Biergarten.
Burg Vondern Arminstraße 46, ein bedeutender spätgotischer Profanbau, teilweise noch von Wassergraben umgeben. Vermutlich stand hier schon vor mehr als tausend Jahren eine Zufluchtstätte mit Wall und Palisadenzaun. Die Baugeschichte, beginnend wohl ab 13. Jh., ist wechselvoll und noch nicht vollends ergründet. Torgebäude (spätestens 16. Jh.) mit groben Schießscharten, auch spätgotische Zierformen in Gesimsen, Fenstern und Gewölben. Das barocke Haupthaus (17. Jh.) weist eine ältere Fassade als Rückwand auf.
Beinahe Ruine, wurden die historischen Teile gesichert und neu genutzt.
museal
Rheinisches Industriemuseum Hansastraße 18, in der ehemaligen Zinkfabrik Altenberg
festlich
Internationale Kurzfilmtage: März/April
Gastronomische Meile: September
Fronleichnamskirmes in Sterkrade
Alsfeld, Alstaden (1910)
Bermensfeld, Borbeck (1910), Buschhausen
Dellwig (1915), Dümpten (1929)
Eisenheim Heide Holten Klosterhardt Königshardt Lirich Marienkirche Osterfeld Schlad Schmachtendorf
Schwarze Heide
Stadtmitte Sterkrade
Oberhausen Osterfeld Styrum (1910)
Tackenberg
aus altem Siedlungskern entwickelt;
kommunale Selbstverwaltung am 1. April 1886, als die Gemeinde Sterkrade durch
königlichen Erlaß in eine Bürgermeisterei aus den Gemeinden Sterkrade,
Holten (Stadt!) und Buschhausen gewandelt wurde.
Als der Bergbau in Sterkrade Fuß gefaßt hatte, wirkte sich dies auch
auf die drei Nachbargemeinden wirtschaftlich fördernd aus. Sterkrade beabsichtigte
1905 deren Eingemeindung, um die Stadtrechte zu erhalten. Das gelang dann 1913
- Sterkrade erhielt die Stadtrechte und wurde 1917 unabhängige unter Eingemeindung
von Holten und einen Großteil von Hiesfeld Stadtkreis (bisher Landkreis
Dinslaken). Ein weiterer Aufschwung zur Industrie-Großstadt mit klangvollem
Namen wurde durch Zusammenlegung mit Oberhausen und Osterfeld im August 1929 zur
"Gutehoffnungshüttestadt" Oberhausen unterbunden, wobei 51.087 Sterkrader
zu Oberhausenern wurden.
aus altem Siedlungskern entwickelt; Seit 1811 gehörte Osterfeld der Bürgermeisterei Bottrop an. Mit industrieller Ausweitung und damit verbundener steigender Zahl der Einwohner erlangte die Gemeinde 1890 politische Eigenständigkeit. In Folge entwickelte sich mit den wirtschaftlichen und soziologischen Verhältnisse durch Industrialisierung das Siedlungsbild rasant in Richtung einer modernen Stadt, erhielt schließlich 1921 Stadtrechte verliehen und wurde 1922 selbständiger Stadtkreis (bis dahin Landkreis Recklinghausen). Kellinghaus, erster und letzte Bürgermeister Osterfelds, nahm sich die Freiheit (Einsicht in die Notwendigkeit? Kapitulation?) der Einwilligung in die Eingemeindung nach Oberhausen. 1929 ging Osterfeld mit zuletzt 31.809 EW in das größere Oberhausen ein.
zwischen Osterfeld und Sterkrade; Arbeitersiedlung Eisenheim ist die älteste Siedlung aus der Zeit der Industrialisierung im Ruhrgebiet und eine der ältesten noch erhaltenen Siedlungen in Deutschland, ab 1846 in mehreren Bauphasen errichtet. Auf einem rund sieben Hektar großen Areal entstanden zweigeschossige und anderthalbgeschossige Doppelhäuser in verschiedenen Stilformen. Als Eisenheim 1968 abgerissen werden sollte, gründete sich eine Bürgerinitiative, um die 39 Häuser dieser denkmalwürdigen Siedlung zu erhalten. Der unermüdliche Kampf, mit dem die Eisenheimer die Häuser ihrer historisch gewachsenen Siedlung verteidigten, führte schließlich zur Rettung von Eisenheim. 1991 wurde Eisenheim dann endgültig unter Denkmalschutz gestellt. Im Waschhaus der Siedlung in der Berliner Straße 10a dokumentiert eine Ausstellung des Rheinischen Landesmuseums die Geschichte der Siedlung. Öffnungszeiten abfragen.