Der Kreis Unna gehörte früher in seinem Kern zu Grafschaft Mark,
die durch Erbfolge 1753 an Brandenburg-Preußen gefallen war. 1929 wurden
im Zuge der Kommunalen Neuordnung des Ruhrgebietes die zum Kreise Hörde zählenden
Gemeinden Opherdicke, Hengsen und Holzwickede eingegliedert und der Sitz der Kreisverwaltung
von Hamm ins Kreisgebiet nach Unna verlegt.
Über 50 % der Fläche wird landwirtschaftlich genutzt.
Gemeinde mit 19.384 EW (2000) auf 38,02 km² in 60-100 m ü.NN. zwischen
östlichen Ruhrgebietes und Münster-/Sauerland; einstiger Bergbaustandort,
bedeutsames Gewerbe und modernes Industriegebiet Am Mersch.
Erste dauerhaften Besiedlung (seit 1. Jh. Brukterer) im 7./8. Jh. vermutlich durch
fränkische Besitznahme und Missionierung infolge der Sachsenkriege; erste
urkundliche Erwähnungen ab 9. Jh.- Villa Flethriki (Flierich)
Kloster Deutz (1032)
Der Name von Bönen taucht erstmals 1152 in einer Urkunde auf, als Zeuge Hermanus
de Boinen. Sein Geschlecht gewann in der Folgezeit rasch an Einfluss, war wohl
dem Grafen von der Mark verbunden. 1609 kam die Grafschaft Mark an Brandenburg
Preußen.
1866 erhielt Bönen einen Bahnhof, eine Bahnlinie berührte bereits 1847
Nordbögge. Doch erst mit dem Bergbau - Abteufe ab 1899 - wurde der vorwiegend
ländliche Charakter etwas vermischt. Die Siedlungsgebiete wuchsen und verzahnten
sich. 1968 entstand aus den Gemeinde Bönen (ehem. Amt Pelkum mit Altenbögge-Bönen,
Nordbögge, Westerbönen, Osterbönen, Lütgenbögge? Weetfeld?)
sowie den Gemeinden Flierich und Bramey-Lenningsen (ehem. Amt Rhynern) die Großgemeinde.
Insbesondere die Zechenschließung im Jahr 1981, die Kokerei war bereits
1977 stillgelegt worden, war mit erheblichen wirtschaftlichen und sozialen Konsequenzen
verbunden.
sehenswert:
Bönen - Spätromanische Kirche mit ursprünglich erhaltenen Turm
(Mitte 12. Jh.), Alte Mühle (Kulturzentrum)
Flierich - Golddorf mit spätromanischer Hallenkirche und typischer Fachwerkringbebauung,
Backhaus Flierich, Haus Bögge, Haus Bögge oder Brüggen (?);
Förderturm der ehemaligen Schachtanlage Königsborn IV
Stadt mit 22.995 EW (2000) auf 56,21 km² in 120-245 m ü.NN-
sehenswert:
Stiftsgebäude und Stiftskirche (Gotik),
Kettenschmiedemuseum
Gemeinde mit 17.600 EW (2000) auf 22,36 km², 109-202 m über NN
sehenswert:
Kleinbasilika in Opherdicke (1220-1250, romanisch),
Wasserschloss Haus Opherdicke - mit Musik- und Präsentationszentrum, Tagungsmöglichkeiten
Emscherquellenhof mit Emscherquelle
action:
Hixterwald, Ruhrwiesen, beheiztes Freibad, Reitanlagen, Rad- und Wanderwege, Segelflugplatz,
Fallschirmabsprung, historischer Bergbaurundweg
Stadt mit 46.565 EW (2000) auf 40,93 km² in 55-89 m ü.NN.
sehenswert:
einige Kirchen, darunter Margaretenkirche in Methler (13. Jh.)
Galenhof (Musikschule)
Wasserschloss Haus Heeren
Theater, kommunales Kino, Bücherei, Parkanlagen, Radwanderwege, Freibäder,
Hallenbäder, Tennisplätze, Tennishalle, Reitanlagen, Segelflugplatz,
Minigolfanlagen, Kegelbahnen, Schießsporteinrichtungen, gute Tagungsmöglichkeiten,
Konzertaula der Neuen Philharmonie Westfalen, Stadthalle
Waldstadt mit 50.834 EW (2000 auf 56,20 km², 98-260 m ü.NN.
spätgotisches Rathaus (1547); Schiefturmige Pfarrkirche, viele schiefergedeckte
Fachwerkhäuser; Ruhrtalmuseum (prähistorische Funde bis zum Ackerbau)
Schloss Cappenberg: bedeutendes Beispiel westfälischer Klosterbaukunst
des Barock, Ruhesitz des Freiherren vom und zum Stein, idyllisch auf einer Anhöhe
über der Lippe, mit ehemaliger Klosteranlage mit Torhäusern, Kirche,
Wirtschaftsgebäuden und einer Weinstube, Wildpark und umliegende Waldungen.
zahlreiche Konzerte, beachtliche Wechselausstellungen
Burg Selm?, Burg Botzlar, Stephanuskirche Bork
Ternscher See mit Waldfreibad
Stadt mit rund 30.000 EW (2004) auf 76,03 km² in 52-104 m ü. NN.,
Stockum 1975 mit rund 4.000 EW eingegliedert
Um 800 baute Bischof Liudger von Münster eine Kapelle in Werne und gründet
die erste Pfarrgemeinde.
834 erstmals urkundlich erwähnt. Erste Gewerbetreibenden siedeln um den Haupthof
der Kirche. 1139 gehörten Kirche und Pfarre von Werne zu neu gegründeten
Kloster Cappenberg
1192 Zollstelle, 1362 Marktrecht, 1385 Wigboldrecht (minderes Stadtrecht);
Graf Adolf von der Mark brennt 1400 die Stadt nieder - was hatte sie verzapft?
Größte Brandkatastrophe 1586, dann der Dreißigjähriger Krieg,
1636/37 zogen Pest und Tod ein, 1659 Kapuziner..
Zu Unna, damals noch Kreis Hamm gehörten die ämter Hamm, mit den Kirchspielen
Bönen und Flierich, Unna, Kamen, Lünen und Schwerte sowie die Jurisdiktionen
Buddenberg, Haaren-Uentrop, Heeren und Reck.
industriell:
1737 eine Brauerei/ Brennerei von Johann Bernhard Moormann, 1873/74 erste Bohrungen
nach Kohle, 1899 Gründung der Zeche Werne, 1928 Eisenbahnstrecke Münster
Werne Dortmund, 1975 Schließung der Zeche Werne.
Mauer musste weg:
Ab 1302-1383 beginnend am Kirchhof, wurde der Orte mit Wall, Graben und Palisaden
umgeben. Ab 1415 wurde die Befestigung erneuert und verbessert, erhielt Tore und
Türme, 1585 verstärkung durch eine neue Wallanlage. 1779 wurden die
Stadtmauern und kleine Türme abgerissen, 1843 das Neutor als letztes Stadttor
beseitigt.Was erinnert noch daran?
geblieben:
historischer Marktplatz, Stadtkernsanierung (1967/1982) mit neu gestalteter Fußgängerzone,
Altes Rathaus (1512-1561), Altes Steinhaus, Wärmehäuschen (15. Jh.),
Kapuzinerkloster (1671-1680), St. Christophorus-Pfarrkirche (1450-1490),
Solequelle - 1873/74 bei Bohrungen nach Kohle entdeckt, mit Eröffnung
des Thermalbades Entwicklung zur Badestadt, bis 1905 Solequelle versiegt. Sie
wurde erst 1935 neu erschlossen und in das Naturbad als Solebad integriert, mit
Sauna-Park, dazu Gradierwerk (1991) in der Stadtparkanlage am Stadtsee.