kreisfreie Stadt mit etwa 170.000 (2002) an der Emscher im Mittleren Ruhrgebiet. Kohlebergbau hat die Stadt und ihre Menschen geprägt, doch wo früher hohe Schlote in den Himmel ragten, laden Parkanlagen und Grünflächen zum Bummeln und Verweilen ein. Oder ehemaligen Zechen- und Fabrikgebäude bieten künstlerisch kreative Spannungsfelder. Die Flottmann-Hallen wurden Zentrum für Tanztheater, Kabarett, Kleinkunst, Musikperformance und zeitgenössische Kunst. Auch die Künstlerzeche Unser Fritz oder das Musikmaschinenhaus Teutoburgia mit Kunstwald sind neue Errungenschaften. Ganz neue Welten entstanden: die Akademie Mont-Cenis mit dem Stadtteilzentrum Sodingen, das Industriegebiet Friedrich der Große oder die Gewerbefläche Hibernia und das Neubaugelände Unser Fritz am Rhein-Herne-Kanal.
Herne ist um 880 als "haranni" ( altdeutsch: har bzw. hare = Anhöhensiedlung)
erstmals genannt im Heberegister der Abtei Werden;
1142 ließen sich hier die Ritter von Strünkeder nieder und bestimmten bis 1812 das Leben in der Region. 1263 unterstellte sich Gerlach von Strünkede dem Grafen von Kleve.
1614 bis 1806 brandenburgisch, 1815 zu Preußen als Bürgermeisterei
des Landkreis Bochum.
Bald begann der wirtschaftliche Aufstieg: 1847 erhielt Herne einen Bahnhof.
1857 begannen auf dem Hof des Bauern Sengenhoff Abteufarbeiten für den ersten
Schacht der Zeche Shamrock, die 1860 als irisch-belgisch-französische Unternehmung
mit der Kohleförderung begann. 1874 wurde die erste rein deutsche Zeche in
Betrieb genommen und nach dem Preußenkönig "Friedrich der Große"
benannt. Herne wurde Bergarbeiterstadt. Naheliegend auch die Produktion von Koks-
und Grubenwagen (1869, Fa. Halstrick) sowie Dampfkesseln (1871, E. Berninghaus).
Heme wuchs unter allen Städten des Reviers am schnellsten, in knapp 50 Jahren(!)
stieg die Zahl der Einwohner auf das Zwanzigfache!
1897 erhielt Herne Stadtrechte.
1975 wurden Herne und Wanne-Eickel zur Stadt Herne vereint.
Sehenswürdigkeiten
[R] Rathaus im Stil der neuen Sachlichkeit
[1] St. Elisabeth Kirche
[2] Bonifatiuskirche
[3] Kreuzkirche
[4] Kulturzentrum
[5] Flottmann-Werke, Darmstädter Jugendstil; Kulturzentrum
[6] Zeche "Unser Fritz", heute Kulturwerkstatt
[7] Schloss Strünkede: Wasserschloss (16./17. Jh.),
[8] Teutoburgia: Arbeitersiedlung.
[9] Hünengräber im Waldpark: aus der Zeit um 2000 v. Chr.
erbaulich
das neugestaltete Sud- und Treberhaus der ehemaligen Brauerei Hülsmann
Heimat- und Naturkundemuseum Wanne-Eickel
festlich, traditionell:
erholsam:
Gysenberg-Park - der erste Revierpark des Ruhrgebietes mit Sauna-Sole-BadBaukau-Ost
Baukau
Börnig
Crange
Eickel
Gysenberg
Sodingen
Herne-Mitte, Herne-Süd
Holsterhausen
Röhlinghausen
Sodingen
Unser Fritz
Wanne
Wasserschloss Strünkede
schöner Renaissancebau aus dem 16./17. Jh. Im Schlosspark ließ Bernd von Strünkede 1272 die Schlosskapelle errichten, die im 15. Jh. noch einige Umbauten erfuhr. In den hohen Räume des noblen Hauses findet man manch kautzigen Trödel einstiger Herrschaften wie blitzende Waffen der Strünkeder, Sand- und Sonnenuhren und sonstigen Zeitmessern, Glassammlung, Keramik, herrliches Inventar von Biedermeier bis Jugendstil. über Riesenhirsch und Mammutknochen in der Abteilung Ur- und Frühgeschichte zur Volkskunde, Regional-, Stadt- und Schlossgeschichte.
Die als Gartenstadt konziperte ehemalige Bergarbeitersiedlung Teutoburgia, erbaut 1909 und 1923, gilt als eine der schönsten im Revier und steht unter Denkmalschutz. Die 136 Gebäude sind zum Verwechseln unähnlich. Nach Sanierung 1998 hat Teutoburgia den Aufstieg zur Villengegend geschafft. Hunderte Straßenbäume, gepflegte Vorgärten mit englisch kurzem Rasen und der Kunstwald, Förderturm der alten Zeche und die Maschinenhalle ergeben eine harmonische Komposition.
weitere Zechensiedlungen: Constantin und entlang der Emscherstraße im ST
Wanne.
Cranger Kirmes: nur einmal im Jahr vom ersten Freitag im August an auf dem
Kirmesfestplatz am Rhein-Herne-Kanal. Zehn Tage Vergnügen pur und Unterhaltung
mit Nivea beim größten Volksfest in Nordrhein-Westfalen. Millionen
Besucher im Getummel auf dem Rummel.
Burgruine in Herne-Crange;