Auch Preußen war ambitioniert. Die Ostsee war zu begrenzt, ein direkter
Zugang zur Nordsee wünschenswert. Der für den Aufbau einer eigenen
Flotte zuständige Prinz Adalbert klopfte 1848 an den flachen Geldbeutel
der Oldenburger. Der Plan eines preußischen Nordseehafens kam nicht
ungelegen. Im Jade-Vertrag (1853) zwischen dem Königreich Preußen
und dem Großherzugtum Oldenburg wurde die Abtretung einen Landstreifen
von 313 ha oldenburgischen Gebietes vereibart.
Auf diesem Areal weihte König Wilhelm I. 1869 den Hafen ein und taufte die gleichzeitig entstandene Siedlung auf seinen Namen. 1873 wurden weitere 109 ha erworben und Wilhelmshaven erhielt Stadtrecht.
1937 erfolgte die Zusammenlegung der Städte Wilhelmshaven und Rüstringen (1911 durch Zusammenschluss der Gemeinden Bant, Heppens und Neuend entstanden) und Eingemeindung weiterer Gemeinden im Norden: Wilhelmshaven wurde 1938 Großstadt.
Im 2. Weltkrieges wurden aufgrund der zu erwartenden Luftangriffe neue Stadtteile räumlich von einander getrennt und nach "Berliner Vorbild" geschaffen. Das bedeutet konkret: Luftangriffe zerstörten zwei Drittel der Stadt. Eigentlich sollte der Wiederaufbau losgelöst von einseitigen militärischen Überlegungen erfolgen, doch die Nordseestadt beherbergt heute den größten deutschen Marinestützpunkt. 1957 wurde der Ölhafen fertig gestellt, Deutschlands größter und einziger Tiefwasserhafen. Außerdem konnten mit Lockangeboten hochqualifizierte Techniker aus dem dem "nahen" Osten abgeworben und angesiedelt werden.
Wilhelmshafen versteht sich als kulturelles Oberzentrum mit hohem Freizeitwert. Und als Marinestandort. Aber auch als Entwicklungzentrum moderner Energietechnologien und zukunftsfähiger Standort meereswirtschaftlich und -technisch orientierter Firmen.
[R] Rathaus (1929) modern hanseatischer Klinkerbau mit Aussichtsturm 49m,
Architekt Fritz Höger, Hamburg
[X] Kopperhörner Mühle: eine Holländer-Windmühle von 1839.
[1] Küstenmuseum am Rathausplatz Nord
[2] Kreuzkirche
[3] St. Willehad
[4] Gorch-Fock-Haus
[5] Kunsthalle (1968), jährlich mehrere Wechselausstellungen
[6] Werfttor 1 (1876), Haupttor zur früheren kaiserlichen Werft
[7] Stadthalle
[8] Die Arbeitersiedlung von Bant steht unter Denkmalschutz.
weiterhin:
Banter Kirche: neugotische Backsteinkirche vom Ende des 19. Jh.
Kaiser-Wilhelm-Brücke: 1907 fertiggestellt, einst größte Drehbrücke Europas
Fort Mariensiel, Sibethsburg, Burg Kniphausen
Küstenmuseum am Rathaus, Natur- und Kulturgeschichte der Nordseeküste, Schiffahrt
Seewasseraquarium: über 40 Becken mit Pflanzen und Tieren der Nordsee.
Buddelschiffrnuseum im Aquarium, Ortsteil Neuharlingersiel: ungefähr 150 Schiffe in Flaschen
Heinrich-Gätke-Halle, An der Vogelwarte 21, Ortsteil Rstersiel: vogelkundliche Sammlung
Jade-Windenergie, Inhausersieler Straße 17: erster deutscher Großwindpark
Pottwal von Baltrum (Haus Nr. 106): 1994 gestrandetes Tier, Skelett, plastinierte Organe
Wattenmeerhaus (Haus Nr. 110b): sehr lebendige Einführung in das Leben im Watt
Unterseeboot U 10: gegenüber dem Wattenmeerhaus
Marinemuseum: Nr. 125, ehemalige Scheibenhofwerkstatt, Geschichte der deutschen Marine
Kurpark, angelegt um 1860
Störtebeker Park, Freiligrathstraße 426 im Norden der Stadt, Umweltschutzpark
Botanischer Garten
gelernt:
FH Wilhelmshaven
FH OOW = FH Oldenburg Ostfriesland
Wilhelmshaven
Aldenburg Altengroden Fedderwarder Fedderwardengroden Heppens Neuengroden Rüstersiel Sengwarden Wiesenhof