Der Landkreis im Nordwesten von Niedersachsen grenzt im Westen an den Landkreis Wittmund, im Norden und Osten hat er eine Küste entlang der Nordsee (dazwischen grenzt die kreisfreie Stadt Wilhelmshaven an), im Süden an die Landkreise Wesermarsch, Ammerland und Leer.
Einheitsgemeinde, staatlich anerkannter Erholungsort mit 9.100 EW (2003)
auf 77,15 km² im Süden des Kreises in der Nähe der A 29;
1220 erstmals urkundlich erwähnt als Bochorne (boca - Buche), alo einer
von Buchen bewachsenen Landzunge (Horn) oder Hörn). Die Gemeinde besteht
aus den Ortschaften Adelheidsgroden, Blauhand, Bockhorn, Bockhornerfeld, Bredehorn, Ellenserdammersiel, Goehlriedenfeld, Grabstede, Jührdenerfeld, Kranenkamp,
Osterforde, Petersgroden und Steinhausen.
Kleinstadt; Backsteinkirche 13. Jh.; Hier wurde erstmals Land eingedeicht,
das unter NN. lag - schon 1615, Ellenser Damm. Das eingedeichte Marschland wird
hier als Groden bezeichnet. Vom Deich am westlich liegenden Cäciliengroden
hat man einen informativen Blick auf den Jadebusen mit seiner vielfältigen
Wattlandschaft, Salzwiesen und Vogelwelt;
sehr beachtlich:
barockes Wasserschloss (um Mitte 17. Jh., Grafen von Wedel) in Gödens
Kleinstadt; südwestlich der junge Knyhauser Wald mit schönen Wanderwegen. Das Waldstück wurde erst Ende 19. Jh. angelegt, um die Wanderdünen auf der Geest zu zähmen.
größte Stadt im Landkreis mit etwa 25.000 EW (2002) auf 113,53
km² auf einem Geestrücken mit "Liebeshügel" in landschaftlich
(am heiligen(?) Vareler Wald) und klimatisch begünstigten Lage am Jadebusen
- gemäßigtes Seeklima! Längst hat sich die Stadt auch ins niedrigere
durch Eindeichungen gewonnene Land geschoben. Sie Südender Leke und Nordender
Leke umfließen und entwässern Varel über den Hafen direkt in
den Jadebusen.
1123 erstmals urkundlich erwähnt als Farle; war vorerst Kultstätte
(heiliger Quelle) im friesischen Stammesgebiet, bis es gegen Mitte 15. Jh.
unter den Einfluss des oldenburgischen Grafenhauses geriet, ab Mitte des 17.
Jh. reichsgräfliche Herrschaft unter oldenburgischer Oberhoheit, unterbrochen
durch französischen Besatzung Anfang 19. Jh.
Der Flecken Varel mit den beiden Bauernschaften Nordende und Südende
entwickelten sich zu einer Kleinstadt (1856) mit der Landgemeinde Varel.
Nach der November-Revolution 1918 herrschte hier bis Februar 1919 ein Arbeiter-
und Soldatenrat, aber auch Anfang 1931 recht früh einen nationalsozialistisch
dominierten Stadtrat. Seit 1986 selbständige Stadt.
legendär:
Spijöök Museum für Kuriositäten und Seemannslegenden
herausragend:
Holländer Windmühle (1847), fünfgeschossig und noch betriebsfähig,
eine der größten Windmühlen Norddeutschlands; mit heimatkundlicher
Sammlung;
Wasserturm (1913) an der Meischenstraße; Leuchtturm Arngast (1909)
erbaulich:
Schlosskirche ( 1144) aus Findlingen gebaut, kreuzförmigem Grundriss,
Familiengruft der Grafen Bentinck; St. Johannesstift Hospital, Rathaus mit
dem Vareler Wappen (Vareler Börse), ehemaliges Reedergebäude am
Neumarkt;
Nordseebad Dangast, Hafen, ehemalige Zollgebäude "Schloss Suhren",
Neuwangerooge, Flaggenturm mit dem Anker, Reste Christiansburg (dänisch)
mit Festungswällen und -gräben
HANSA PKW Produktionsgebäude und die Hansa-Siedlung in der Koppenstraße
sowie das Rennfahrerhaus.
Naturschutzgebiet Mühlenteich (Orchideen!) mit dem Mühlenradbassin,
Kellerhaus am Logemoorweg nahe der Burganlage Bramloge.
erholsame Gemeinde mit rund 10.000 EW (2002) im 176 km² mit den Ortsteilen
Minsen-Förrienl, Horumersiel-Schillig (Nordseeheilbad), Hooksiel direkt
an der Nordsee. Zentraler Ort ist Hohenkirchen, wärend Waddewarden dicht
an Jever liegt.
Gau Wanga wird bereits zu Zeiten Karls des Großen erwähnt, als dieser
Willhardus zum Bischof in dem Gau machte. Siedlungsfunde deuten auf kleinere
Ansiedlungen aus dem 2. Jh. v. Chr. hin. Hooksiel war zu frühen Zeiten
(1583-1870) Vorhafen der Stadt Jever. In Schillig waren während des deutsch-französischen
Krieges 1870/71 (Napoleonschanze) und der zwei Weltkriege Teile der Marine stationiert.
Zu diesen Zeiten gab es sogar eine Bahnlinie nach Schillig, welche aber ausschließlich
von der Marine betrieben wurde.
östlichste der Ostfriesischen Inseln und Gemeinde mit 1.055 EW (2004)
auf 4,97 km² im Wattenmeer, Kurort seit 1804;
Mitte des 19. Jh. wurde nach einer Sturmflut das alte Inseldorf verlassen. Ein
Teil der Bewohner wurde auf dem Festland bei Varel angesiedelt - in Neu-Wangerooge.
Andere blieben Wangerooger und gründeten ein neues Inseldorf im damaligen
Osten der Insel, die inzwischen zur Inselmitte und zuletzt in 2/1962 von einer
Sturmflut beschädigt wurde. Die Insel wandert weiter gegen Osten. Dorfreste
der einstigen Mitte werden am Weststrand vom Meer umspült. Der alte Westturm-
bis 1602 erbaut und damals sicher nicht so genannt! -) wurde gesprengt, der
neue 1932 in der Nähe erbaut.
Ist das nicht verdammt romantisch?
Im Zweiten Weltkrieg war die Insel stark befestigt und mit Flakbatterien gegen
Bomber ausgestattet. Am 25. April 1945 fielen binnen fünfzehn Minuten über
6000 Bomben auf die Insel.
reif für die Insel?
Yacht- und Fährhafen im Westen der Insel, am besten von den Festlandhäfen
Harlesiel bzw. Carolinensiel aus bei tideabhängigem Fahrplan erreichbar.
Es gibt auch einen Flugplatz östlich vom Dorf. Vom Westanleger-Hafen zum
Dorf gelangt man mit der schmalspurigen Inselbahn.
Gemeinde, die im Nordosten an den Jadebusen reicht; gebildet 1972 durch
Zusammenlegung der Gemeinden Zetel und Neuenburg, seitdem mit folgenden Ortschaften/Siedlungen:
Astede, Astederfeld, Bohlenberge, Bohlenbergerfeld, Collstede, Driefel, Ellens,
Fuhrenkamp, Neuenburg, Neuenburgerfeld, Ruttel, Ruttelerfeld, Spolsen und Zetel.
1423 erste urkundliche Erwähnung als Sethle, wobei St.-Martins-Kirche (1249)
und Vorgängerkapelle; weit davor die Chauken.
Der ältere Teil des Ortes Zetel liegt auf einem 15m hohen (flutsicheren)
Geestrücken, auch Esch genannt, der weiter nach Norden hin ins Marschland
mündet. Dieses wurde aber bis zum Bau des Ellenser Dammes (1615) häufig
verwüstet, Ellens wurde gar davor zur Insel. Für den Dammbau gaben
allerdings eher strategische Gründe den AusschlagaIm Osten und Westen der
Gemeinde gibt es größere Waldgebiete. Der südwestliche Teil
wird von Mooren dominiert.
Ellens z.B. war im ausgehenden Mittelalter nach heftigen Wassereinbrüchen
teilweise eine Insel. Nördlich des Zeteler Eschs erstreckte sich damals
das sogenannte Schwarze Brack, ein dauerhaft überschwemmtes Marschgebiet,
das erst mit dem Bau deshinzog, eingedeicht und dem Jadebusen abgetrotzt werden
konnte.
Motivation für den Bau des Dammes war, dass das zum Oldenburger Land gehörende
Jeverland wegen der Wassereinbrüche nur noch mit Schiffen oder über
das verfeindete Ostfriesland erreicht werden konnte - angesichts der Tatsache,
dass man mit Ostfriesland des öfteren Krieg führte, ein strategischer
Nachteil. So fiel 1475 der Sohn des Oldenburger Grafen in die Hände der
Ostfriesen und kam erst sechs Jahre später frei, als Zetel an Ostfriesland
abgetreten wurde. Erst durch einen Friedensvertrag aus dem Jahre 1517 kam Zetel
endgültig zu Oldenburg. Noch heute eckt man gelegentlich an, wenn man Friesland
und Ostfriesland nicht auseinanderhalten kann.
Industrialisierung:
Viel kam und ging mit der Bahn; 1894 Anschluß an das Eisenbahnnetz über
Varel, 1896 auch Neuenburg, 1954 Strecke stillgelegt; ausgeprägte Klinkerindustrie
(Lehmböden), Webereien und Textilfabriken bis in die 80er Jahre des 20.Jh.