Delmenhorst - Horst an der Delme
kreisfreie Stadt mit 76.644 EW (2004) auf 62,36 km² in 7,5 m ü. NN., nordöstlich an Bremen grenzend
Im Ergebnis der Schlacht bei Altenesch 1234 - worum ging es da eigentlich? - fiel Stedingen an Oldenburg. Der Sieg musste wohl befestigt werden, deshalb wurden ein vorhandener bescheiden befestigter Hof 1247 unter aktuellen militärstrategischen Prämissen zur Wasserburg umgebaut, die offenbar auch für den Schutz des flämische Handelsweges der Hanse wichtig war. Der führte von Brügge nach Lübeck.
1254 folgte die erste urkundlich nachweisbare Nennung des Ortes. Die Regentschaft der Grafen von Delmenhorst begann.
Als Graf Otto IV. von Delmenhorst 1414 seine Grafschaft an das Erzstift Bremen verpfändete, war D. schon seit 1371 (aber zwischenzeitlich) mit Stadrechten ausgestattet. Dann wurde 1421 Graf Nikolaus von Delmenhorst Erzbischof von Bremen und wenig später fiel die Grafschaft Delmenhorst an Oldenburg zurück. Wurde deshalb Gerd von Delmenhorst zwischen 1440-1465 zum Raubritter? Gab es da Familienzwist? Immerhin wurde ein Graf Christian von Oldenburg und Delmenhorst 1448 König von Dänemark. Wer schreibt uns den gut recherchierten historischen Roman bzw. das Drehbuch? Zu beachten: Es gab natürlich mehrere Linie der Delmenhorster. Und manche verpfändete Immobielie entpuppte sich als Investruine. Als letzter Rest Burg wurde 1787 der Blauen Turm abgerissen. Ortstypisch, was für viele Orte damals typisch war: Nichts war beständiger als der Wechsel - der Herrschaft: münsterisch, oldenburgische, dänisch, hannoversch, französisch.
1815 wurde Oldenburg-Delmenhorst Großherzogtum.
industrielle Entwicklung
erste Zeitung 1832 (Wochenblatt für den Kreis), ab 1850 Kork- und Zigarrenindustrie,
1867 Einweihung der Bahnlinie Bremen-Oldenburg - das waren wichtige Etappen
auf einem Weg, der am Ende des 19. Jh. Delmenhorst zur größten
Industriestadt zwischen Weser und Ems machte. Jute, Kork, Wolle, Linoleum
wurden weitere Produktlinien.
Die 1884 gegründete Norddeutsche Wollkämmerei und Kammgarnspinnerei
ging 1931 zum Teil, 1981 total in Konkurs. An die textile Tradition knüpft
das Stadtentwicklungs-Projekt "Nordwolle". Verleihung der Kreisfreiheit.
1945 wurde Delmenhorst durch Engländer und Kanadier besetzt. Die
Bevölkerung wuchs durch Zuzug von rund 15.000 Heimatsuchenden. 1978
erfolgte im Zuge einer Gemeindereform die Bestätigung der seit 1903
bestehenden Kreisfreiheit.
sehenswerte Innenstadt:
[R] Rathaus (1910/14), Jugenstil, Entwurf von Stoffregen, im Komplex mit dem nahen Wasserturm (1904, 42m) denkmalgeschützt.
[1] Böckler-Stadthaus
[2] Delmeburg
[3] Delmenhalle
[4] Burginsel ohne Burg, Parkanlage mit Gartenhaus
[5] Hallen- und Freibad
[6] Post
[7] St.-Marien-Kirche
[8] Stadtkirche
weiterhin:
Städtische Galerie, Haus Coburg, Jugendstil
Fabrikgelände der ehemaligen Kammgarnspinnerei, Industriedenkmal
Tiergarten
Stadtteile/Eingemeindungen:
Adelheide, Annenheide, Brendel, Bungerhof
Deichhausen, Deichhorst, Dwoberg,
Düsternort - hört sich gut an...
Hasbergen:
1974 eingemeindet. Erholungsgebiet am Hasportsee. Wassermühle (1450)
Hasport, Hoyenkamp, Iprump, Neuendeel, Nordwolle (seit?), Schafkoven, Schohasbergen, Stickgras, Ströhen, Varrel
