Zur Blütezeit im Spätfrühling entfachen die zahlreichen Rhododendronpflanzen in der Parklandschaft des Ammerlandes ein wahres Feuerwerk der Farben. Carl Ferdinand Bosse brachte das Wahrzeichen des Ammerlandes, die Rhododendron, nach Rastede und pflanzte 1784 eine 280 m lange und älteste Rhododendronhecke Deutschlands.
Das Ammerland wird wohl deshalb nicht Friesland genannt, weil es wegen der unterschiedlichen Flora mehr Ammern (Vogelart) als Friesen gibt. Oder weil die heimischen Singkrings trällern wie die Heideammern. Oder?

Apen

Kleinstadt mit ältester Schinkenräucherei vom Ammerland. In dem Haus (18.Jh.) an der Hauptstraße hängen die Schinken in Reih und Glied. Mindestens neun Monaten muss ein Schinken nach dem Räuchern noch reifen, erst dann wird verkauft.
Fehnkanäle mit bunten Zieh- und Klappbrücken erinnern daran, dass sich hier einst Moore ausbreiteten. Die kleine Kirche stammt aus dem 13. Jh., deren geschnitzten Kanzel (um 1625) von Ludwig Münstermann.

Bad Zwischenahn

Moorheilbad am Zwischenahner Meer, dem drittgrößtes Binnengewässer (über 500 ha, 3m tief) Niedersachsens - Wassersportler und Naturgenießer zu Fuß und per Rad locken auf eine Kennenlerntour. Direkt am Ufer liegt das Freilichtmuseum Ammerländer Bauernhaus. Der Haupthof stammt aus 1672 und wurde hier 1909 neu aufgebaut. Das Vieh stand in den beiden Seitenteilen, während der Bauer in der mittleren Diele sein Tagewerk verrichtete. In der Anlage können weitere 16 historische Gebäude besichtigt werden, darunter ein Backhaus, eine Schmiede und eine alte Mühle.
typisch ammerländisch: Die 850 Jahre alte Johanneskirche steht neben sich selbst - Glocken- und Torturm (1480) stehen im Freien, neben der Kirche.
Smortaal - so nennt man hier den Räucheraal, mit dem hier auf eigene Rechnung terapiert werden kann, wenn man sich die Finger dabei ausführlich mit flüssigem Korn reinigt.

Edewecht

3,5 km langes altes Reihenhausdorf in lockerer Anordnung mit einem alten Kornspeicher-Turm
Westerscheps - Dorf mit zwei Windmühlen. Der 24 m hohe Galerieholländer am Ortseingang ist schon von weitem sichtbar. Auf der hölzernen Veranda, die rund um das Mühlenhaus geht, drehte der Müller einst die Kappe in den Wind. Erst 1993 wurde die 1799 gegründete Mühle stillgelegt. Nur knapp 3 km weiter in Richtung Edewecht steht eine zweite Holländermühle, die bis in den 1980er Jahren in Betrieb war.

Rastede

Bemerkenswert ist die dreiflüglige klassizistische Schlossanlage des Luftkurorts, die der Familie des Herzogs von Oldenburg noch heute als Sommersitz dient.
öffentlich zugänglich ist der große englische Garten des Schlosses, 1777 durch Carl Ferdinand Bosse angelegt i.A. von Herzog Peter Friedrich Ludwig von Oldenburg. Darin die urst lange und wohl älteste Rhododendronhecke des Ammerlandes und ein schlichter Venustempels, der sich im Innern als ein wichtiges Werk klassizistischer Dekorationskunst entpuppt.
kirchlich:
St.-Ulrichs-Kirche, 1059 geweiht, ein Kleinod norddeutscher Kirchenbaukunst - Krypta mit 10 Säulen, geschnitzte Barockkanzel (Ludwig Münstermann, Hamburg), Arp-Schnitger-Orgel (1709).

Wiefelstede

kleiner Ort mit ältester romanischer Kirche (1057) des Ammerlandes, wobei der gesondert stehende Glockenturm später erbaut wurde. Aus dem 16. Jh. stammt der geschnitzte Flügelaltar, der die Leidensgeschichte Jesu in zwölf Bildern zeigt. Wiefelstede ist von einem 800 ha großen Waldgebiet umgeben. Bis zu 300 Jahre alt sind die Eichen in den Mansholter Büschen. In das Gebiet führen mehrere Wanderwege, vorbei an den für das Ammerland typischen Wallhecken. Die Erdwälle wurden in früheren Zeiten von Bauern angelegt und mit Eichen, Birken, Buchen und Erlen bepflanzt. Sie dienten als natürliche Zäune für die Koppeln, auf denen Vieh gehalten wurde.
Gristede - kleiner Ort und Hauptexportzentren für Rhododendron. Die Büsche wuchsen hier aus den Baumschulen in die Wiesen, Wälder, Moore der Umgebung. Die Exulanten aus Südchina sind inzwischen hier längst heimisch. Zwischen Mai und Juni verwandeln sie die Landschaft in ein Blütenmeer.
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