humooriger Kreis und ewig geestrig

Tacitus (1.Jh.) bezeichnete die hier lebenden Mittelweser als "Angrivarier". Diese lieferten 16 n. Chr. unter dem Cheruskerführer Arminius noch 7 Jahre nach der Schlacht im Teutoburger Wald gemeinsam mit anderen germanischen Stämmen nahe Leese den Römer unter Germanikus heftigsten Kämpfe, bis sie sich aus Germanien zurück zogen. Bald aber nannte man die hiesigen Bewohner "Sachsen". Wahrscheinlich gab es einen freiwilligen Verbund mit den starken Sachsen. Karl der Große brauchte dann 30 Jahre, die Sachsen dem Reich einzuverleiben und zu christianisieren.
Das Kreisgebiet gehörte lange zur Grafschaft Hoya. Diese kam unter Napoleon zunächst zum Königreich Westfalen, regiert von Napoleons Bruder Jérome. Später erfolgte die Angliederung an Frankreich, die bis 1813 bestand.
Geest und Moore prägen die Landschaft westlich der Weser.

Bücken

kleine Gemeinde im Norden des Kreises;
zweitürmige Stiftskirche St. Maternian, mächtige romanische Basilika, ursprünglich Klosterkirche, über 5 m hohes Triumphkreuz von 1270, beachtliche Glasgemälde im Chor, gotischer Hochaltar, reich gegliederte Steinkanzel.

Drakenburg

altertümlicher Marktflecken am rechten Ufer der Weser, gotische Backsteinkirche mit barocker Ausstattung, alte Burgmannenhöfe, Schlossgut Grafen von Hoya - 1790 abgebrannt - mit prachtvollen Renaissance-Portal

Eystrup

Samt- und Senfgemeinde mit rund 6.230 EW auf 57,66km²; bestehend aus den Gemeinden Eystrup (Mahlen wurde 1974 eingemeindet), Gandesbergen, Hämelhausen und Hassel; frühbronzezeitlicher Hügelgräber u.a. in der Hämelheide deuten auf eine frühe Kultivierung der Doenhauser Feldmark bereits vor 2000 v.u.Z. hin.
Die Wehrkirche in Hassel ist anno 929 beurkundet. Der Name Hassel (noch 1270 Haslo) dürfte vom Haselstrauch abgeleitet sein, der Germanen als heilig und Wodan geweiht galt.
Die Kirche zu Eystrup wird erstmalig 1179 in einer Urkunde genannt. Das Kirchenschiff (16. Jh.) wurde im 18. Jh. renoviert und erweitert.
Im Schmalkaldischen Krieges fand am 23. Mai 1547 in der Nähe von Drakenburg eine Schlacht statt, in der die evangelischen Truppen unter Graf Mansfeld das katholische Heer des Herzogs Erich von Calenberg besiegten. Ein später auf dem Eystruper Friedhof aufgefundenes Massengrab wird mit diesem Ereignis in Verbindung gebracht.
Frortschritte brachte das 19.Jh. - Ablösung des Zehnten in der Landwirtschaft, Aufteilung von Land, Bahnlinie Hannover-Bremen (1847), Industrialisierung. Noch heute ansässig ist die dienstälteste (1809) Senf- und Ölmühle Deutschlands und die Marmeladen-Konfitürenfabrik (1888) - made in Eystrup.
gemein:
Viele Bauwillige bevorzugen die Samtgemeinde Eystrup wegen ihrer optimalen Verkehrsanbindung im Weser-Aller-Dreieck als neuen Wohnsitz. Neue Gewerbeflächen und Bauplätze für Eigenheim werden ausgewiesen (2004) im zukunftsträchtigen Gemeinwesen.
Zufall oder ist der bedeutende Bienenforscher Dahte aus Eystrup mit jenem ehemaligen Tierparkdirektor verwandt?

Hoya

Hier fliest die Weser am Alten Schloss mit Amtsgericht vorbei - ein ideales Gebiet zum Reiten und Träumen, ruhig auch mal von Gerechtigkeit.

Marklohe

Ort an der Weseraue; einst Thingstätte der Sachsen, bis Ende des 8. Jh. Missionare von den Britischen Inseln Wissen durch Glauben ersetzten; romanische Kirche (Anfang 13. Jh.) aus Sandstein

Rodewald

drei entlang der Hauptstraße aufgefädelte Waldhufen-/Straßendörfer mit großzügigen Gehöften unter hohen Bäumen, echte Bauernschaften; Niedersachsen Wälder wurden im hohen Mittelalter verstärkt gerodet...

Steyerberg

An der Großen Aue und der Eickhofer Heide mit beachtlichem Fachwerk-Amtshaus

Uchte

- 15.000 EW 2002; 33m ü.NN.

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