Kaiser Heinrich I. wusste sicher noch, wo es lang ging! Und es ist nicht etwa
nur Legende, dass der Heinrich am linken Ufer der Spree eine Burg errichten
ließ, um den Flußübergang der wichtigen Salzstraße zu
sichern, und aus dieser Stelle habe sich dann Chotibuz entwickelt. Denn Burgen
im Osten errichten war Heinrichs größte Leidenschaft. Dazu gehörte
meistens, bereits bestehende Burgen einzunehmen oder zu zerstören. Doch
obwohl sich Heinrich zwar Der Erste nannte, konnte auch er nicht immer überall
und als erster sein. Bereits ab 8. Jh. siedelten hier die (westslawischen) Lusici.
Die Errichtung eines Burgwalls (heute der Gerichtsberg) erfolgte im 10. Jh., ab dem 11. Jh. entwickelte sich eine Siedlung. Die früheste Erwähnung des Marktflecken Chotibuz ist für 1156 urkundlich belegbar
1199 wurde Cottbus mit Umland als Lehen des Bistums Meißen an ein fränkisches
Adelsgeschlecht vergeben - mit Mann und Maus. Ab dem 13. Jh. siedeln sich
immer mehr Deutsche an. Im 15. Jh. wurde Cottbus als Stadt befestigt;
Im 18. Jh. kamen auch französische Hugenotten, die sich besonders auf
die Herstellung feiner Textilien verstanden. Aus diese Tradition heraus entwickelte
sich Cottbus im 19. Jh. zu einem Textistandort mit 60 Fabriken.
Cottbus war brandenburgisch, dann preußisch, 1952 bis 1990 Sitz der
Bezirkes Cottbus der DDR und ist nun wieder brandenburgisch.
Mittelalterliche Stadtanlage mit den bedeutenden Ensembles Altmarkt, Oberkirchplatz, Klosterkirchplatz, Spremberger Straße mit Schlosskirchplatz, Stadtmauer und Wallanlage, Schlossberg sowie Mühleninsel.
[A] Altmarkt, bedeutendes Bauensemble mit Marktbrunnen
[S] Schlossberg mit Amtsgericht am Gerichtsplatz, ursprünglich Schloss
im Stil der Neorenaissance (1877), Unterbau des Turmes aus 1199. Unterhalb
am Spreeufer finden sich noch einige Fachwekhäuser, die Gerberhäuser.
Interessant die Galerien unter den Dächern.
[1] barocke Schlosskirche (1707/14) von Hugenotten erbaut, neugotischer Westturm (1870)
[2] Spremberger Turm (Wahrzeichen), Teil der einstigen Stadtbefestigung, Zinnen
1825 aufgesetzt
[3] Stadtbefestigung (15, Jh.) mit Münzturm, Stadtmauer; Promenaden am
ehem. Wallgraben
[4] Staatstheater im Jugendstil (1908, B. Sehring), ca. 300 m weiter bis Schillerplatz
[5] Museum für Natur und Umwelt
[6] Stadthalle; Neubaukomplex (DDR Plattenbau) Innenstadt
[7] Wendische Kirche, zuvor Klosterkirche, frühgotisch, Backstein, Netzgewölbe
[8] Oberkirche, dreischiffigespätgotische Hallenkirche, Backstein
[9] Brandenburgische Kunstsammlungen
erbaulich:
Cottbuser Wasserturm, Bauhaus-Schule, Neues Rathaus, Dieselkraftwerk, E-Werk
(Wasserkraftwerk)
parkig: Eliaspark, Spreeauenpark
sehenswert:
Tierpark; Raumflugplanetarium Juri Gagarin Mitte;
wissenswert: TU Cottbus, FH Lausitz (Cottb./Senftenb.)
Wohnen in Cottbus
1995 war die reichliche Hälfte des Wohnimmobilienbestandes durch Plattenbauten
geprägt. Diese Gebäude wurden vorwiegend in den 70er und 80er Jahren in Geschosswohnanlagen
errichtet. Rund 17.000 Wohnungen stammen noch aus der Zeit vor 1945. große
Wohngebiete in Plattenbauweise im Norden und Süden der Stadt (Schmellwitz
und Sachsendorf) stehen einer gewachsene Altbaustruktur in der Innenstadt
gegenüber. Einfamilienhausgebiete befinden sich in Randlagen - Branitzer
Siedlung, Klein Strbitz, Windmühlensiedlung.
1871 Schlossgebiet, Mühleninsel, Metzt und Markgrafeninsel, 1872 und 1904 Brunschwig, 1904 Gemeinde Ostrow;
Branitz - eingemeindet 1927 (Teil), 1974 Park, 1994 Rest
Der Fürst-Pückler-Park Branitz (1848/70) mit zwei Pyramiden (Land-Tumulus und See-Tumulus) steht auf der UNESCO-Denkmalliste. Gartenkünstler und Reiseschriftsteller Fürst Hermann von Pückler-Muskau schuf diesen Landschaftspark nach englischem Vorbild. Das Schloss (1772) im Park zeigt eine Dauerausstellung dieses tatkräftigen Genießers.
Dissenchen / Deank 1994
Döbbrick / Depsk 1994
Kahren 1994
Klein Döbritz nach 2001(?)
Lakoma nach 2001(?)
Madlow / Modlej 1926 Teil, 1950 Rest
Merzdorf 1994
Sachsendorf / Knorawa 1927
Sandow, Landgemeinde 1904
Saspow / Zaspy
Schmellwitz / Chmjelow
Sielow 1994
Skadow / kodow 1994
Spremberger Vorstadt / Grodkojske ps'edmesto
Stadtfeld
Ströbitz / Strobice 1927: Teil
Willmersdorf / Rogozno 1994
Maiberg und Schliechow 1994
Ortsteile: 2003 Gallinchen, Groß Gaglow / Gogolow 1927 Teil, Kiekebusch
/ Kibu