Kempten - ersterwähnte deutsche Stadt

Kemptener Rathausplatz

fotos © galerie / fotobee.de - Rathausplatz Kempten im Allgäu

kreisfreie Stadt an der Iller mit 62.00 EW (12009) an der Iller

15 v.d.Z. entstand Kempten (Allgäu) als römische Gründung (lat. Cambodunum). Die offene Marktsiedlung mit Forum, Basilika Tempeln, Thermen, Läden und Werkstätten wurde 18 n.d.Z. erstmals erwähnt als "Cambodunum" in einer Beschreibung des griechischen Geographen Strabo.

752 wurde die Missionszelle unter fränkischem Einfluss zu einem Benediktinerkloster. König Rudolf von Habsburg verlieh Kempten 1289 einen Freiheitsbrief. 1525 kaufte sich die Stadt von dem Fürststift frei, das nach der Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg (1632) zwischen 1651 und 74 als fürstliche Residenz neu errichtet wurde.
Neben der Bürgerstadt entstand im 17. Jh. eine Stiftsstadt, die 1712 Stadtrecht erhielt. Beide Städte waren reichsfrei und bekämpften sich gnadenlos bis aufs Blut und wetteiferten um die beeindruckendsten Bauten.

Der Stadtbrand von 1741 vernichtete 28 Häuser mit 62 Herbergen, 19 Scheunen und Ställen.

1803 wurden beide Städte bayrisch und 1811/18 zu einer Stadt vereint.
Kempten ist heute Wirtschaftsmittelpunkt und zentrale Einkaufstadt für das Allgäu. 1972 wurden die Randgemeinden Sankt Mang und Sankt Lorenz eingemeindet.

HTW Kempten
sehenswerte Innenstadt

Von dem ehemaligen Stadtmauerring der ehemaligen Reichsstadt blieben nur der Turm auf der Burghalde [3] und ein Pulverturm südostlich am Burgberg original erhalten. [W] Waisentorturm und [I] Illertor sind moderne Nachbauten.

prächtig bemalte Fassaden am Kempener Markt, im Detail bei dieser Bildgräße verschwindend.

[R] Rathaus, 1368 Fachwerkbau als Kornschranne mit Ratssaal, 1474 als Steinbau erneuert, letzter Umbau 1987; mit Trompetenmännle, Rathausbrunnen mit Brunnensäule (1601), Nachbildung 1993. Der Rathausplatz ist die ehemalige Marktgasse der Reichsstadt. Die anliegenden Wohn- und Geschäftshäuser, entstanden im 16. bis 18. Jh., meist durch Veränderung vorhandener mittelalterlicher Gebäude, wurden zumeist im 17./ 20. Jh. erneuert.
[T] Stadttheater; Auf der anderen Seite der Iller der Archäologische Park Cambodunum - APC - mit herrlichem Blick auf die Stadt


Kempten Innenstadt Plan

[1] Kronenstraße: König'sche Häuser Nr. 29 und 31, im 18. Jh. auf älterem Kern erbaut. Die prächtige barocke Fassadengestaltung mit Bemalung Mitte 18. Jh. und 1771 ist einzigartig in der Altstadt.
[2] Bäckerstraße: Häuserzeile 15. - 19. Jh., abzweigend der romantische Winkel des Ankergässels mit dem Ankertörle, dem einzigen erhaltenen Stadtmauerdurchgang.
St. Mang-Platz: Gotische St. Mang-Kirche, 1426 - 28 errichtet über romanischem Vorgängerbau, Kirchturm (66 m hoch) bis zur Höhe der Turmuhr noch aus romanischer Zeit. Jugendstilbrunnen, 1905.
Blick von der Burghald auf die Altstadt vom Kempen

Mühlberg-Ensemble, mittelalterliche Häusergruppe; Nr. 12: ältestes Steingebäude Kemptens (1289 erbaut), Seelhaus zum Steg bis 1501

Fachwerkhäuser Nr. 10 und Nr. 8: 1354 und 1356 erbaut, Fachwerkaufsatz 18. Jh. Rotes Haus, aus zwei spätmittelalterlichen Häusern zusammengebaut, gemeinsame zehnachsige Fassade um 1730, schmiedeeisernes Gitter über dem Eingang.
mittelalterliche Burg der Klostervögte

[3] Burghalde: Einer der ältesten besiedelten Bereiche der Stadt, Hügel einst von der Iller umflossen, spätrömisches Kastell, im Mittelalter dort Burg der Klostervögte, 1488 in Stadtbefestigung einbezogen, Turm aus 1488 noch fast original erhalten, 1705 geschleift, Wärterhaus 1870/89, seit 1950 Freilichtbühne.


[4] Markthalle am Königsplatz
[5] Fischerstraße: Heute Fußgängerzone, etliche Bürgerhäuser des 18. / 19. Jh. unter Denkmalschutz; Schlössle: Erbaut 1593, nobles Wohn- und Geschäftshaus;
Freitreppe: 1903/04 angelegt, Blick auf Rathausstraße und -platz. Beachtenswert auch die Fassaden der Gebäude Rathausstraße 5 mit Erker und Fischersteige 8 (Neorokoko).

[6] Zumsteinhaus: Schönstes klassizistisches Bürgerhaus der Stiftsstadt, 1802 erbaut, mit Römischen Museum und naturkundlicher/geologischer Sammlung. Daneben Gittertor von 1830 mit seltener perspektivischer Darstellung.

[7] Hildegardplatz: Südlicher Teil der barocken Platzanlage um die St. Lorenz-Basilika.
Landhaus von 1732 mit stuckiertem Saal. Residenzplatz, Hildegardplatz, Stiftsplatz und Kornhausplatz reihen sich - gemäß dem barocken Baukonzept reizvoll gestaffelt - aneinander.

[8] Residenz: Ehemalige Residenz der Fürstäbte von Kempten, Benediktinerkloster 8. Jh. bis 1803, Doppelhofanlage in kostbarstem süddeutschen Barock, 1651 - 1674 von Michael Beer und Johann Serro erbaut, stuckierter Fürstensaal und original erhaltene Prunkräume mit hervorragender Rokoko-Ausstattung (einmalig im süddeutschen Raum).

[9] St. Lorenz-Basilika: Erster großer Kirchenbau in Süddeutschland nach dem dreißigjährigen Krieg als Pfarr- und Klosterkirche (Baubeginn 1652), Baumeister M. Beer und J. Serro, großartige Doppelturmfassade (Turmhelme 1900), mächtige Kuppel über dem Chorraum, bedeutende Innenausstattung, u. a. geschnitztes Chorgestühl mit seltenen Scagliolaplatten.

[10] Kornhaus: Um 1700, barocke Fassade mit dreistöckigen Volutengiebeln, heute Festsaal und Sitz des Allgäu-Museums mit Kunstgewölbe.

[11] Marstall: Um 1730 erbaut, mit Alpinmuseum "Der Mensch und das Gebirge - von der Urzeit bis zur Gegenwart" und der Alpenländischen Galerie - sakrale Kunst der Spätgotik aus dem Allgäu, Oberschwaben, Tirol und Vorarlberg; beides Zweigstellen des Bayerischen Nationalmuseums.

[12] Wohn- und Handwerkerviertel der ehemaligen Stiftsstadt mit verwinkelten Gassen, Fachwerkhäusern, Herbergen und Bauernhäusern. Seelenkapelle - Friedhofskapelle der Stiftsstadt bis 1804.
Fürstenschule - 1750 zu amtlichen Zwecken erbaut, später Weinhandlung, Landgericht, Kinderbewahranstalt, seit 1838 Schulbetrieb, Volutengiebel.

[13] Orangerie: 1780 erbaut als nördlicher Abschluss des ursprünglich in drei Terrassen angelegten Hofgartens, heute Stadtbibliothek.

Stadtteile/Eingemeindung
Lage einiger Orte im Stadtgebiet von Kempten

Adelharz Breite Bühl Eich Halde Härtnagel Heiligkreuz Hirschdorf Kollerbach Lenzfried Leubas Leupolz Leupratsried Lotterberg Mariaberg Neuhausen Oberwang Rothkreuz, St. Mang, Steufzgen Stiftallmey Thingers Unterwang Ursulasried Zollhaus